Keine Aktien unter dieser Nummer

Dubiose Aktienhändler treiben ihr Unwesen: Am Telefon ködern sie Verbraucher mit Aktien von bekannten Unternehmen wie Lufthansa, Siemens oder Tesla. Nur: Die angebotenen Aktien existieren gar nicht und nach Eingang der Zahlung verschwinden die Anbieter spurlos.

Computer mit Aktienkurs

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Marktwächter der Verbraucherzentralen warnen vor Aktienhändlern, die am Telefon Wertpapiere großer Unternehmen wie Amazon, Tesla oder Siemens anbieten.
  2. Nach der Überweisung haben Anleger keinen Zugriff auf Aktien und Depots. Die versprochenen Aktien erhalten sie nie.
  3. Verbraucher sollten die Seriosität von Anbietern immer sorgfältig prüfen. Auch auf anderen Märkten tummeln sich Scharlatane.
Stand: 28.05.2019

Stecken Sie Ihr Geld in sichere Anlageformen wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld, bekommen Sie dafür kaum Zinsen. Wer in Aktienmärkte investiert, kann auf deutlich höhere Gewinne hoffen. Diese Hoffnungen machen sich neuerdings auch unseriöse Aktienhändler zunutze. Sie versprechen satte Erträge, ziehen Verbraucher aber nur über den Tisch. Seien Sie auf der Hut!

Vorgetäuschte Käufe, falsche Depots

Die Masche der vermeintlichen Händler ähnelt sich: Das Geld für die Aktien (meist renommierter Firmen, um Vertrauen zu erwecken) sollen Verbraucher auf ein Konto im Ausland überweisen. Dafür wolle man ein Depot anlegen und die gewünschten Aktien im Auftrag kaufen. Doch nach Zahlung des vereinbarten Betrags tauchen im Online-Depot keine entsprechenden Aktien auf und der geforderte Übertrag auf ein bestehendes anderes Depot erfolgt nie.

Kurze Zeit später tauchen die Anbieter einfach ab. Internetseite und Depot können nicht mehr aufgerufen werden. Auch sonst besteht keine Möglichkeit, Kontakt zu den windigen Aktienhändlern aufzunehmen.

Kryptowährungen, Optionen, Fremdwährungen

Die Betrugsmasche beobachten wir nicht allein im Aktiengeschäft: Auch im Handel mit Kryptowährungen, binären Optionen oder Fremdwährungen gibt es Anbieter, die – wenn das Geld erst einmal überwiesen ist – nicht mehr zu erreichen sind. Sitzen die schwarzen Schafe im Ausland, ist es noch schwerer, seine Rechte durchzusetzen.

Unser Rat

Prüfen Sie vor einem Kauf von Aktien oder anderen Geldanlage-Produkten in jedem Fall die Seriosität des Anbieters und lassen Sie sich keinesfalls unter Zeitdruck setzen. Die nationalen Finanzaufsichtsbehörden und die Europäische Aufsichtsbehörde ESMA warnen auf ihren Internetseiten vor Anbietern, die bereits auffällig wurden. Trauen Sie einem Anbieter nicht über den Weg, können Sie bei der Finanzaufsicht im Land des Firmensitzes Informationen über das Unternehmen einholen.

Über den Marktwächter Finanzen

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert.

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