Coronavirus – Antworten auf Ihre Fragen

Eine schwere Lungenkrankheit aus China ist seit Wochen in den Schlagzeilen. Auch in Deutschland wurden Infektionen mit dem sogenannten Covid-19, eine Kurzform für Corona Virus Disease 2019, nachgewiesen. Wir haben wichtige Informationen für Sie zusammengestellt.

Coronavirus in China - Hinweise der Verbraucherzentrale
Stand: 12.02.2020

Tausende Menschen haben sich inzwischen mit dem Coronavirus infiziert, die meisten davon in China. Auch in Deutschland gibt es einige Fälle. Noch ist nicht ganz klar, was auf uns zukommt. Behörden und Experten sagen, dass deutsche Gesundheitssystem sei gut vorbereitet.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in Deutschland?

Das Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, dass der von China ausgehende Ausbruch des Coronavirus inzwischen weltweite Auswirkungen habe. Der Schwerpunkt der Erkrankungen liege zwar weiterhin in China, es seien aber mittlerweile zahlreiche Fälle in vielen Ländern der Welt aufgetreten, unter anderem in Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union.

Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell weiterhin als gering ein. Doch könnte das neuartige Virus laut RKI in größerem Ausmaß um sich greifen. „Die globale Entwicklung legt nahe, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des Virus im Sinne einer Pandemie kommen kann“, heißt es in einem Bericht des Instituts. Aufgrund des hohen Ansteckungsrisikos hat die Weltgesundheitsorganisation bereits eine „Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen.

Welche Hygienemaßnahmen können helfen?

Am wichtigsten ist eine gute Hände-Hygiene, die richtige Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten. Diese Maßnahmen werden von Medizinern in Anbetracht der allgemeinen Grippewelle ohnehin überall und jederzeit empfohlen. In China wurden allerdings auch einzelne Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die offenbar noch keine Symptome gezeigt hatten. Atemmasken sind in Europa momentan nicht erforderlich.

Verdacht auf Coronavirus – was tun?

In Arztpraxen und Krankenhäusern melden sich zunehmend Menschen mit vermeintlichen Symptomen. Doch wann ist es eine Infektion mit dem Coronavirus und wann eine Grippe oder normale Erkältung? 

  • Das Bundesministerium für Gesundheit will eine Hotline für Anfragen aus der Bevölkerung schalten.
  • Die Barmer Ersatzkasse und die DAK-Gesundheit haben ebenfalls Hotlines eingerichtet.
  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beantwortet viele Fragen zum Coronavirus in kurzen Erklär-Videos.

Ansonsten ist die erste Anlaufstelle bei Symptomen wie Fieber und Husten nach wie vor der Hausarzt. Anders sieht es aus, wenn man beispielsweise gerade aus China (insbesondere der Region Hubei oder den vier Großstädten Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang, die nun ebenfalls als Risikogebiete ausgewiesen sind) nach Deutschland zurückgekehrt ist oder Kontakt mit jemandem hatte, der am Coronavirus erkrankt ist. Dann sollte man direkt ins Krankenhaus gehen, um sich testen zu lassen.

Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Spielzeug übertragen werden?

Die genaue Quelle und Hinweise darauf, welche Tiere das Virus übertragen haben könnten, sind noch nicht endgültig geklärt. Zurzeit geht man davon aus, dass sich die ersten Menschen im Dezember auf einem Markt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan angesteckt haben, auf dem auch Wildtiere wie Schuppentiere verkauft wurden. Dieser Markt wurde am 1. Januar 2020 geschlossen.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung gebe es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem Coronavirus infiziert haben. Auch dem Robert Koch-Institut sind bisher keine Infektionen durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel bekannt. 

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, seien laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt sei dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Die Experten empfehlen, beim Umgang mit Lebensmitteln oder anderen importierten Waren (z.B. Spielzeug) die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln zu beachten. Da die Viren hitzeempfindlich seien, könne das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.

Kann man noch unbesorgt ins China-Restaurant gehen?

Nicht alle Produkte, die in chinesischen oder asiatischen Restaurants und Imbissen angeboten werden, stammen auch aus China. Sie werden auch weltweit produziert. Saucen und Pasten können beispielsweise unter asiatischem Namen auch in Deutschland hergestellt werden. Bisher gibt es keinerlei Warnungen vor asiatischer Gastronomie oder Fertiggerichten aus dieser Region.   

Was wird in Hamburg getan?

Die Hamburger Gesundheitsbehörde (BGV) verfolgt die Entwicklungen aufmerksam. Alle relevanten Akteure des Gesundheitswesens in Hamburg stehen in regelmäßigem Austausch miteinander, um die erforderlichen Maßnahmen schnell aktuellen Entwicklungen anpassen zu können. Auch mit den Behörden anderer Länder und dem Robert-Koch-Institut finden regelmäßig Telefonkonferenzen statt.

Der Hafen- und Flughafenärztliche Dienst des Hamburg Port Health Centers überwacht die Situation im Reiseverkehr sowohl am Hamburg Airport als auch im Hafen. Die Beobachtung am Hamburger Hafen wurde inzwischen verdichtet, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Leitstelle der Wasserschutzpolizei der Küstenländer. Aus China erreichen derzeit jedoch nur sehr wenige Direktanläufer Hamburg.

Hamburg ist gut vorbereitet und hält ausreichend klinische Einrichtungen zur medizinischen Versorgung bereit. Mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und dem Institut für Hygiene und Umwelt (HU) als Landesbetrieb der BGV stehen Einrichtungen mit internationaler Reputation für Forschung und Diagnostik von Infektionskrankheiten in Hamburg zur Verfügung.

Bei Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger, die gegebenenfalls aus den Risikogebieten eingereist sind, an den Hamburg-Service unter der Nummer 115 (Montag bis Freitag 7 – 19 Uhr) oder an das zuständige Gesundheitsamt ihres Bezirks wenden.

Was ist mit Reisen nach China?

Das Auswärtige Amt in Deutschland aktualisiert ständig mögliche Reisewarnungen und hat alle aktuellen Entwicklungen im Blick. Zurzeit wird vor Reisen in die Provinz Hubei gewarnt und von nicht notwendigen Reisen in das übrige Staatsgebiet der Volksrepublik China mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao bis auf weiteres abgeraten. Einige Fluglinien haben bereits alle Flüge nach China gestrichen.

Die Verantwortlichen riefen Reisende dazu auf, den Kontakt mit kranken Menschen und Tieren möglichst zu vermeiden sowie keine Märkte mit Tierprodukten aufzusuchen.

Unser Angebot

Sollten Sie weitere Fragen haben, die Ihnen hinsichtlich des Coronavirus auf dem Herzen liegen, so melden Sie sich bei uns. Wir versuchen diese zu beantworten oder Sie an die entsprechenden Fachexperten zu verweisen.

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