Computer für die Krankenkasse kaufen? DAK diskriminiert Technik-Verweigerer

Stand: 06.01.2016

„Kaufen Sie sich doch einen Computer” habe der Sachbearbeiter der DAK ihr gesagt, berichtet Frau M. in unserer Patientenberatung. Sie hatte sich darüber beschwert, dass die Bonus-Punkte, die sie von ihrer Krankenkasse für gesundheitsbewusstes Verhalten angesammelt hatte, nur noch online ins neue Jahr übertragen werden können. Das hatte ihr die DAK geschrieben. Doch sie ist schon älter und nur wegen der DAK einen Computer zu kaufen, kommt gar nicht in Frage.

Wir schreiben an die DAK. Man versichert uns, die Bonuspunkte könnten auch in jeder Geschäftsstelle übertragen werden und deren Mitarbeiter würden entsprechend instruiert und geschult.

Doch die Beschwerden häufen sich. Einige Tage später eine neue Nuance: Die 84-jährige Frau F., die ebenfalls weder einen Computer hat noch haben will, berichtet, bei ihr habe die DAK darauf bestanden, die Abrechnung für die Befreiung von Zuzahlungen gehe nur übers Internet.

Die meisten, die sich bei uns über solche Restriktionen beschweren, haben ihre Mitgliedschaft bei der DAK bereits gekündigt oder stehen kurz davor. Hat es die Krankenkasse darauf abgesehen, alte und kranke Mitglieder zum Wechsel zu bewegen? Das wäre eine Unterstellung. Denken Krankenkassenvorstände so? Die DAK hätte genug Gründe dazu. Sie ist eine der teuersten Kassen und sie versichert vermutlich mehr Menschen, die älter und kränker sind, als der Durchschnitt der anderen Kassen.

Andererseits hat der Verwaltungsrat der DAK vor wenigen Jahren ausdrücklich beschlossen, in der Krankenkasse keine Risikoselektion, also Bevorzugung von jungen, gesunden und zahlungskräftigeren Mitgliedern zuzulassen. Der Versuch, das dann doch zu tun, wäre vor diesem Hintergrund ganz besonders unverständlich.

Dass die Krankenkassen im Wettbewerb stehen und natürlich lieber junge gesunde als alte und kranke Mitglieder haben wollen, ist nicht ihre eigene Schuld. Das wollte die Politik so. Doch darf man im Gesundheitswesen so etwas überhaupt einführen? Wettbewerb bevorzugt die Gesunden. Das Gesundheitssystem ist jedoch dafür da, bei Krankheit zu helfen. Es müsste also genau gegenteilige Anreize setzen: Kranke müssten bevorzugt werden. Und Ältere, denn die werden häufiger krank als Jüngere. Die Politik sollte sich für ein nicht vorrangig marktwirtschaftlich-wettbewerbliches, sondern solidarisches und an einer guten Krankenbehandlung orientiertes Gesundheitssystem einsetzen! Und wir müssen sie immer wieder daran erinnern.

Melden Sie sich, wenn Sie mit Ihrer Krankenkasse ähnliche Probleme haben, per Brief, Fax (040) 24832-2132 oder E-Mail bei uns!