Private Krankenversicherung: Risikozuschlag überprüfen, reduzieren oder entfernen

Stand: 01.06.2015

Wenn Sie privat krankenversichert sind, mussten Sie meist einer Gesundheitsprüfung zustimmen und dann oft auch einen Risikozuschlag für bereits bestehende oder durchgemachte Krankheiten akzeptieren. Wenn solche Krankheiten nun über Jahre beschwerde- und behandlungsfrei geblieben sind, haben Sie das Recht (§ 41 Versicherungsvertragsgesetz VVG), den Beitrag angemessen herabsetzen zu lassen. Überprüfen Sie dazu im ersten Schritt Ihre Vertragsunterlagen in Bezug auf den Risikozuschlag und lassen Sie sich die dauerhafte Ausheilung Ihrer Krankheit(en) vom Arzt durch ein Attest bestätigen, das Sie dem Versicherer zuschicken. Wenn der dann einer Beitragsreduzierung nicht zustimmt, können Sie ein Gutachten erstellen lassen – am besten von einem Arzt, der auch z.B. für Ärztekammern, den MDK oder Gerichte als Gutachter tätig ist –, das Sie aber selber bezahlen müssen. Sie können Ihr Anliegen auch gerichtlich durchzusetzen versuchen, vor allem wenn Sie rechtschutzversichert sind. Allerdings wird der Risikozuschlag nicht wegfallen können, wenn sich Ihr Risiko wegen anderer Umstände – z.B. neu hinzugekommener Krankheiten – nicht wirklich verringert hat (OLG Karlsruhe, Urteil vom 31.3.2011, Az.: 12 U 164/10).