Schönheitsoperationen und andere Selbstzahler-Leistungen müssen nach Gebührenordnung abgerechnet werden

Stand: 29.11.2016

Die meisten Patienten wissen es nicht: Ärzte und Krankenhäuser dürfen für Wunschleistungen, die die Krankenkassen nicht bezahlen – zum Beispiel Schönheitsoperationen oder die sogenannten „IGeL”-Selbstzahlerleistungen – keine Pauschal-Honorare verlangen. Sie sind verpflichtet, eine ordnungsgemäße Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oder Zahnärzte (GOZ) zu erstellen, und zwar höchstens mit dem 2,3-fachen Steigerungssatz. Den 3,5- fachen Höchstsatz dürfen sie nur bei besonders schwierigen und zeitlich aufwändigen Arbeiten berechnen und das müssen sie verständlich und nachvollziehbar in ihrer Abrechnung schriftlich begründen.

Ein Patient hat sich bei uns darüber beschwert, der Zahnarzt habe ihn vor der Behandlung ein Formular unterschreiben lassen, mit dem er zustimmen sollte, für eine ganzheitliche Beratung 150 Euro zu bezahlen. Abgerechnet hat der Zahnarzt dann sogar 260 Euro – aber ohne eine dafür gültige Gebührenziffer nach der GOÄ oder GOZ zu nennen. 

Eine solche Rechnung ist nicht schlüssig und muss so nicht bezahlt werden. Haben Sie schon einen Pauschalbetrag gezahlt und kann der Arzt dafür keine ordnungsgemäße Rechnung vorlegen, können Sie diesen Betrag sogar wieder zurückfordern – nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs innerhalb der Verjährungsfrist von drei Jahren nach Rechnungsstellung.