Versandapotheke: Medikamente zu spät oder gar nicht geliefert

Haben Sie auch schon einmal Medikamente in einer Versandapotheke bestellt? Die Preise sind oft etwas günstiger, doch Verbraucher melden uns immer wieder, dass es Probleme bei der Lieferung gibt.

Frau im Bett mit Tabletten auf Tisch

Das Wichtigste in Kürze

  1. In Versandapotheken sind Medikamente oft zu günstigeren Preisen erhältlich als in Apotheken vor Ort.
  2. Regelmäßig wenden sich Betroffene an die Verbraucherzentrale, weil es Probleme bei der Zustellung wichtiger Arzneimittel gab.
  3. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, dringend benötigte Medikamente nie online zu bestellen.
Stand: 25.03.2019

Bei Versandapotheken sind Medikamente oft billiger als bei der Apotheke um die Ecke. Wer wenig Geld hat oder viele Medikamente braucht, nutzt gern die günstigen Angebote im Internet. Doch selbst europäische Versandapotheken, die gegenüber außereuropäischen eher als seriös gelten, brauchen manchmal viele Tage, um ihre Kunden zu beliefern – oder die Sendung kommt schlimmstenfalls gar nicht an. Das haben uns Betroffene berichtet.

9 Tage Lieferzeit

Frau E. bestellte am 6. März 2019 für ihren kranken Mann bei einer bekannten niederländischen Versandapotheke wichtige Medikamente. Als nach drei Tagen noch keine Sendung eingetroffen war, fragte das Paar per Mail nach, bekam aber keine Antwort. Nochmals zwei Tage später versuchten die beiden ihr Glück über die Hotline, kamen aber nicht durch. Schließlich postete Frau E. bei Facebook einen Notruf und erhielt folgende Antwortmail:

„Sehr geehrter Herr (…), bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten aufgrund der verspäteten Antwort. Ihre Bestellung haben wir am Samstag den 9.3.2019 erhalten und angelegt. Die übliche Lieferzeit liegt bei 2 Werktagen zuzüglich der Zustellungszeit. Da wir nicht alles aus Ihrer Bestellung vorrätig hatten, sind Medikamente beim Pharmagroßhandel für Sie nachbestellt worden. Ihr Auftrag ist jetzt komplett und wird für den Versand vorbereitet. Eine aktuelle Statusmeldung erhalten Sie umgehend per E-Mail, sobald uns die Versendungsnummer vorliegt. Sollte das Paket nicht rechtzeitig bei Ihnen ankommen und sollte ein akuter Medikamenten-Engpass vorliegen, dann empfehlen wir Ihnen, sich von einer Notdienst habenden Arztpraxis eine Kleinstmenge verschreiben zu lassen, bis Sie Ihr Paket in Empfang nehmen können. Bitte berücksichtigen Sie künftig bei Bestellungen, dass wenn ein Wochenende dazwischen liegt und wir nachbestellen müssen, es zu längeren Wartezeiten kommen kann. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen einen angenehmen Nachmittag.“

Die Medikamente, die Frau E. für ihren Mann bestellt hatte, trafen schließlich am 15. März ein – und damit neun Tage nach der Bestellung.

Medikamente gar nicht zugestellt

Ein herzkranker Patient hatte sein Rezept an eine ausländische Versandapotheke geschickt, aber das Medikament kam nicht. Er war jedoch dringend darauf angewiesen. Die Apotheke um die Ecke durfte es ihm ohne Rezept nicht geben; er musste nochmal zum Arzt gehen und diesen überreden, ihm ein neues Rezept auszustellen. Was der aber auch nicht gern tat. Schließlich hatte er demselben Patienten dasselbe Medikament vor wenigen Tagen schon einmal verschrieben…

Unser Rat

Bestellen Sie dringende Medikamente nie online! Tabletten, die für Sie lebensnotwendig sind, sollten Sie bei der Apotheke um die Ecke kaufen. Versandapotheken und der dabei unvermeidbare Postweg sind keine verlässliche Lieferkette. Auch Apotheken vor Ort haben übrigens einen Lieferservice, wenn Sie diese etwa wegen einer Krankheit selbst nicht aufsuchen können.

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