Einkaufen und nicht hamstern in Corona-Zeiten

Besorgte Kunden haben vielerorts die Regale leer gekauft. Damit alle etwas bekommen, haben einige Supermärkte die Abgabe beschränkt. In einigen Städten in Deutschland dürfen Supermärkte Waren sogar nur noch in haushaltsüblichen Mengen abgeben. Anderenfalls drohen hohe Strafen. Besonders betroffen: Toilettenpapier, Nudeln, Mehl und Konserven. Was Sie über das Einkaufen in Corona-Zeiten wissen sollten.

Frau schaut beim Einkaufen auf ein Glas

Das Wichtigste in Kürze

  1. Trotz teilweise leerer Regale in Supermärkten ist der Nachschub an Lebensmitteln laut Auskunft der Handelsverbände gesichert. Zeitweilige Lücken im Regal werden zeitnah wieder aufgefüllt. Hamsterkäufe sind nicht notwendig und sie sind unsolidarisch. Die Lebensmittelläden bleiben weiterhin geöffnet.
  2. Verbraucher sollten grundsätzlich einen kleinen, der Personenzahl im Haushalt angemessenen Notvorrat an Nahrungsmitteln anlegen. Leitungswasser zum Trinken ist jederzeit vorhanden.
  3. Es sollten nur solche Produkte auf Vorrat gekauft werden, die auch in einem bestimmten Zeitraum verzehrt oder verbraucht werden können.
Stand: 03.04.2020

Kein Toilettenpapier mehr im Regal, Konserven ausverkauft, Nudeln Mangelware. In deutschen Supermärkten zeigt sich ein Bild, das vor wenigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre. Nicht nur die Angst vor dem Coronavirus scheint groß zu sein, sondern auch die vor leeren Vorrats- und Kühlschränken. Wir raten dazu einen kleinen Notvorrat anzulegen (das gilt vor allem für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen), aber nicht zu hamstern. Das ist unsolidarisch und schadet letztendlich uns allen!

Lebensmittel werden nicht knapp

Die Lebensmittelverbände in Norddeutschland haben einvernehmlich darauf hingewiesen, dass Nudeln, Reis, Mehl, Tomatenkonserven, Klopapier und Teelichtern in den letzten Tagen bzw. Wochen besonders stark nachgefragt waren. Doch leere Regale würden meist nach einem kurzen Zeitraum wieder aufgefüllt. Nachschubprobleme gebe es nicht und nur sehr wenige dauerhafte Lücken im Sortiment, von Desinfektionsmitteln einmal abgesehen.

Die Lebensmittelindustrie tut nach eigenen Angaben alles, um die Versorgung am Laufen zu halten. Teilweise würde rund um die Uhr gearbeitet werden. Fast alle Lieferketten im Lebensmittelbereich funktionierten. Supermärkte bekämen regelmäßig Lieferungen.

Wenn es zu Lücken im Angebot kommt, kann das für Kunden nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ärgerlich sein. Doch eine Beschwerde beim Supermarkt nützt wenig. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein bestimmtes Sortiment oder eine bestimmte Menge an Produkten, die vorzuhalten ist. Der Handel würde gerne – wie sonst üblich – genug Lebensmittel in jederzeit vollen Regalen anbieten.

Unser Tipps

Kaufen Sie morgens ein. Viele Supermärkte werden hauptsächlich in den Morgenstunden beliefert. Zudem ist dann weniger los. Das bedeutet: in der Regel volle Regale und weniger Kontakt mit Menschen. 

Einige Supermärkte liefern auch direkt vor die Haustür, sodass Sie selbst in Quarantäne ausreichend mit Lebensmitteln versorgt sind.

Landwirtschaftliche Betriebe bieten Obst- und Gemüsekisten an. Wochenmärkte finden weiterhin statt. Auch hier gibt es keine Engpässe. Insbesondere regionale Anbieter freuen sich über Ihren Einkauf, damit sie durch die Krise kommen und auch zukünftig noch Lebensmittel verkaufen können.

Viele Nachbarn oder Bekannte bieten insbesondere älteren Menschen ihre Hilfe beim Einkaufen an. Erkundigen Sie sich danach, wenn Sie alleine sind und zur Risikogruppe gehören. Unter Wahrung der Abstandsregelungen werden die Einkäufe dann vor die Tür gestellt.  

Und bei vielen Restaurants können Sie schon zubereitete Speisen bestellen und sich nach Hause liefern lassen.

    Lebensmittelvorräte richtig anlegen

    Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät, sich für den Notfall einen überschaubaren Vorrat an Lebensmitteln anzulegen. Diese grundsätzliche Empfehlung sollten Sie auch unabhängig von der Corona-Pandemie beherzigen und diese Lebensmittel pro Person und einen Zeitraum von 10 Tagen zu Hause haben:

    Der Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hilft Ihnen bei der Planung, sodass Sie für die entsprechende Personenzahl und Dauer gewappnet sind.

    Wichtig: Lagern Sie Lebensmittel ein, die Sie gerne essen. Kaufen Sie nur die Mengen, die Sie und Ihre Familie in einem bestimmten Zeitraum auch verzehren können. So verschwenden Sie keine Lebensmittel.

    Viele Nahrungsmittel wie Nudeln, Linsen oder Kekse sind auch nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) noch haltbar. Irgendwann verliert überlagerte Ware an Geschmack und kann schlecht werden. Wenn zu viel gehortet wird, fehlt es womöglich anderen, die es momentan dringend brauchen.

    Leitungswasser immer verfügbar

    Die Wasserversorgung in Hamburg ist gesichert. Hamburg Wasser fördert Grundwasser und die automatisierten Prozesse können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens auch im Home Office erledigen. 

    Einige Menschen befürchten, dass Sie sich über das Trinkwasser mit SARS-CoV-2 infizieren können. Sowohl das Umweltbundesamt als auch die Weltgesundheitsorganisation schließen diesen Übertragungsweg allerdings aus. Trinkwasser sei sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt. Die Chance, dass das Virus im Trinkwasser überleben könnte, sei laut den beiden Organisationen eher gering. Das Virus wurde noch nie im Trinkwasser entdeckt.

    Zum Weiterlesen

    Das Coronavirus breitet sich in rasanter Geschwindigkeit in Deutschland und vielen anderen Ländern der Erde aus. Die Pandemie wirbelt unseren Alltag mächtig durcheinander. Wir haben wichtige Informationen für Sie zusammengestellt, die Ihnen hoffentlich helfen, gut durch die nächsten Wochen zu kommen.
    ⇒ Weiterlesen: www.vzhh.de/coronavirus

    Bücher und Broschüren