Vegetarisch? Vegan? Und wie essen Sie?

Haben auch Sie schon einmal Tofu-Burger, Seitan-Würstchen oder Lupinen-Eis probiert? Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch, vegan oder sind Flexitarier und besonders kritisch, wenn es um ihr Essen geht. Viele studieren eher die Zutatenliste als sich auf Siegel zu verlassen.

Ein Korb voller Gemüse

Das Wichtigste in Kürze

  1. Immer mehr Menschen kaufen vegetarische oder vegane Ersatzprodukte, darunter auch erstaunlich viele Mischköstler, die eigentlich Fleisch und Fisch essen.
  2. Ein Großteil der Verbraucher lehnt Verunreinigungen durch tierische Produkte in vegetarischen und veganen Lebensmitteln ab.
  3. Kaufmotive für vegetarisch-vegane Lebensmittel wie Ethik, Tierschutz und Gesundheit variieren je nach Konsumentenprofil stark.
Stand: 13.02.2017

Immer mehr Menschen kaufen vegetarische oder vegane Lebensmittel und haben hohe Ansprüche an deren Inhaltsstoffe und Kennzeichnung. Die Mehrheit lehnt Spuren tierischer Bestandteile in den sogenannten Ersatzprodukten grundsätzlich ab und orientiert sich beim Einkauf der Lebensmittel kaum an Siegeln, sondern vor allem an der Zutatenliste. Die Verbraucherzentralen haben fast 6.000 Verbraucher im Rahmen einer bundesweiten Umfrage diesbezüglich befragt. 

Nicht nur Veganer und Vegetarier essen Ersatzprodukte

Nicht nur Veganer (99 %) und Vegetarier (96 %), sondern auch Flexitarier (82 %) und Mischköstler (62 %) kaufen vegane oder vegetarische Ersatzprodukte. Bei Veganern und Vegetarier erwartet man nichts anderes, aber der hohe Anteil bei den Mischköstlern ist überraschend. Vor allem Fleisch- und Wurstersatz sowie Milchersatzprodukte landen laut Erhebung in den Einkaufskörben der befragten Personen.

Unterschiedliche Haltung zu Spuren tierischer Zutaten

Produktionsbedingt können vegetarische und vegane Ersatzprodukte Spuren von Fisch, Milch oder beispielsweise Ei enthalten. Nur 46 Prozent der befragten Veganer stören sich an solchen Verunreinigungen. In der Gruppe der Vegetarier lehnen hingegen 74 Prozent tierische Zutaten in ihren Lebensmitteln grundsätzlich ab. Auch von den Flexitariern (69 %) und Mischköstlern (60 %) werden unbeabsichtigte Inhaltsstoffe mehrheitlich nicht toleriert.

Aus diesem Grund vertrauen viele Verbraucher beim Einkauf wohl eher auf die Zutatenliste als auf besondere Siegel. Immerhin bestätigten rund 67 Prozent der Befragten dies im Rahmen der Umfrage.

Tierschutz, Ethik und Gesundheit sind wichtige Kaufmotive

Als wesentliche Gründe für den Kauf von Tofu-Burger, Lupinen-Eis und Co gelten der Tierschutz (42 %), ethische Gründe (28 %) sowie die Gesundheit (11 %). Die Beweggründe für den Kauf von Ersatzprodukten unterscheiden sich jedoch je nach Ernährungsweise stark. Während für Veganer und Vegetarier der Tierschutz und ethische Gründe am wichtigsten sind, spielt für Flexitarier der gesundheitliche Aspekt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Für Mischköstler ist die Gesundheit sogar das hauptsächliche Kaufmotiv.