Online-Handel für türkische und russische Lebensmittel

Durchwachsen fällt das Zeugnis für sechs Online-Händler aus, die über das Internet Lebensmittel für türkisch- und russischstämmige Verbraucher anbieten. Mehr Kundenfreundlichkeit bitte!

Stand: 08.08.2017

Eine stichprobenartige Untersuchung von 21 bestellten Lebensmitteln bei sechs Online-Händlern ergab zwar, dass alle Anbieter auf ihren Internetseiten Widerrufsbelehrungen, AGB und Datenschutzerklärungen hinterlegen und sich damit an die gesetzlichen Vorgaben halten. Allerdings fehlten in zwei Fällen die Nährwertangaben in den Produktbeschreibungen. Auch die EU-weit vorgeschriebenen Herkunfts- und Verarbeitungsangaben zu Olivenölen wurden in zwei von drei Fällen nicht erfüllt.

Nachholbedarf gibt es aus Sicht der Verbraucherzentralen auch in Sachen Kundenfreundlichkeit: So enthielt keine der Webseiten alle wichtigen Vertragsinformationen in den Muttersprachen der Zielgruppen. Dadurch werden Migranten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, benachteiligt. Auch der Hinweis darauf, ob ein entsprechendes Lebensmittel halal – also nach islamischem Recht zulässig ist – sei für muslimische Verbraucher wichtig und sollte entsprechend ergänzt werden.

Wünschenswert sind darüber hinaus auch kostenfreie und auf den Webseiten leicht auffindbare Kundenhotlines – möglichst in der Muttersprache der Zielgruppen. Einer der untersuchten Online-Anbieter besaß jedoch keine Hotline, es bestand nur die Möglichkeit, per WhatsApp Kontakt aufzunehmen. Bei einem anderen Anbieter war die Hotline nur schwer auf der Webseite zu finden.

Der Marktcheck wurde von März bis Mai 2017 im Rahmen des Projektes „Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten II“ von der Verbraucherzentrale Bremen in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Berlin und Hamburg durchgeführt. Untersucht wurden die Webseiten von sechs Online-Händlern, die ihren Firmensitz in Deutschland haben und über das Internet Lebensmittel für türkisch- und russischstämmige Verbraucher anbieten. Dabei wurden die Seiten der Anbieter www.turkmarketi.de, www.saraymarket.de, www.orient-feinkost.de, www.sabawa-shop.eu, www.intermarkt24.de und www.dovgan.de stichprobenartig darauf überprüft, ob sie die gesetzlichen Regelungen für Fernabsatzgeschäfte und die Vorschriften der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) für 21 dauerhaltbare Lebensmittel einhalten.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert und von der Verbraucherzentrale Berlin in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Bremen und Hamburg durchgeführt. Ziel des Projektes war es, türkisch- und russischstämmige Konsumenten über Verbraucherrechte und Beratungsangebote in digitalen Märkten aufzuklären.

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