Kandidat 2: Leerdammer (Bel Deutschland GmbH)

Leerdammer - Der Name ist Programm

Stand: 21.12.2015

Wenn Leerdammer so weiter macht, sind die Käsepackungen bald leer. Denn der Hersteller, die Bel Deutschland GmbH, hat den Inhalt verschiedener Käsesorten wie „Leerdammer Original“, „Leerdammer Caractère“, „Leerdammer Léger“, „Leerdammer Léger Caractère“ und „Leerdammer Delacrème“  wiederholt reduziert – bei unveränderten Preisen im Einzelhandel versteht sich.

So schrumpfte die Packung vom „Leerdammer Original“ und „Leerdammer Léger“ beispielsweise von 160 auf 140 Gramm. Bei gleich bleibendem Preis entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 14,3 Prozent. Noch deutlicher fällt der Preisaufschlag bei den Produkten „Leerdammer Caractère“, „Leerdammer Léger Caractère“ und „Leerdammer Delacrème“ aus: Sage und schreibe 20 Prozent Preiserhöhung macht die Verkleinerung der Packung von 150 auf 125 Gramm aus.

Stellungnahme des Herstellers
Der Hersteller Bel begründet sein Vorgehen wie folgt: „Im vergangenen Jahr sind die Milchpreise in ganz Europa erneut massiv angestiegen und haben teilweise historische Höchststände erreicht. Aktuell liegt der Preis für einen Liter Milch über 25 Prozent höher als noch im Vorjahr. Auf diese Entwicklungen müssen wir leider reagieren und zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten auf das Produkt umlegen und somit an den Konsumenten weitergeben. Dies würde eigentlich zu einer Preiserhöhung pro Packung führen. Verbraucherbefragungen haben jedoch ergeben, dass Konsumenten eine maximale Scheibenanzahl bei niedrigstmöglichem Preis pro Verpackung bevorzugen.”

Bel ist Wiederholungstäter

Der Käserei-Konzern trickste aber nicht zum ersten Mal bei den Füllmengen. Vor rund drei Jahren wurden beispielsweise die Füllmenge von „Leerdammer original“ und „Leerdammer Léger“ von 200  auf 160 Gramm reduziert. Dabei ging das Unternehmen ganz subtil vor, indem die Anzahl der Scheiben pro Packung gleich blieb, jede einzelne Scheibe aber dünner wurde: 8 Scheiben Leerdammer Léger wogen vorher 200 Gramm, danach nur noch 160 Gramm. Für die Verbraucher blieb so auf den ersten Blick alles beim Alten, obwohl sie hinters Licht geführt wurden. Beide Füllmengenreduzierungen – die aktuelle und die von vor drei Jahren – führen bei identischem Verkaufspreis immerhin zu einer versteckten Preiserhöhung von 43 Prozent. Ein gutes Geschäft für den Käserei-Konzern und den Handel!

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