Kandidat 3: »KitKat« von Nestlé

Mogelpackung des Jahres Kitkat Nestle

Das Wichtigste in Kürze

  1. Nestlé hat 2021 den Inhalt des „KitKat Sammelpacks“ geschrumpft. Statt fünf enthält dieser nur noch vier Packungen mit je 41,5 Gramm.
  2. Bei gleichem Preis von meist 1,99 Euro im Handel wurde der Schokoriegel aufgrund der Füllmengenreduzierung fast unbemerkt um 25 Prozent teurer. Bei KitKat wie auch bei anderen Marken aus dem Süßwarensortiment von Nestlé hat der Konzern in den letzten Jahren wiederholt versteckt die Preise erhöht.
  3. Nestlé begründet den Preisanstieg vor allem mit höheren Produktionskosten.

Der Kitkat Sammelpack“ gibt es seit 2021 nicht mehr mit fünf Riegeln (5 x 41,5 Gramm), sondern nur noch mit vier (4 x 41,5 Gramm). Im Handel kostet die Packung trotzdem weiterhin meist 1,99 Euro. Dadurch wurden die Schokoriegel um 25 Prozent teurer. Wer nicht ganz genau auf die Packung schaute, hat kaum etwas von der Reduzierung mitbekommen, denn Design und Optik des Produkts haben sich nicht geändert.

Nestle führt höhere Kosten an

In einer Stellungnahme begründet Nestlé die Preissteigerung mit höheren Produktionskosten:

 „ (…) Mit dieser Anpassung reagieren wir auf gestiegene Kosten in den letzten Jahren. Beispielsweise investieren wir in unsere Produktionsanlagen – etwa um die Waffelqualität bei KitKat weiter zu erhöhen. Außerdem haben wir auch kontinuierlich Kosten durch Initiativen und Kooperationen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, beispielsweise im Kakaoanbau (…)“

Beim Kakao verwundern uns die höheren Kosten etwas. Der Kakao für die KitKat-Riegel beispielsweise stammt seit Jahren von Bauern, die die Vorgaben des Nestlé Cocoa Plans erfüllen müssen. Das Nachhaltigkeitsprogramm steht immer wieder in der Kritik. Seit letztem Jahr muss der geerntete Nestlé-Kakao sogar nicht mehr Fairtrade sein, sondern lediglich die Standards von Rainforest Alliance erfüllen. Diese sind weniger streng. Außerdem spart Nestlé die Fairtrade-Prämien, die bisher an die Bäuerinnen und Bauern zu zahlen waren.

KitKat, immer wieder KitKat

Es war nicht das erste Mal, dass der Konzern beim Sammelpack von KitKat versteckt die Preise erhöht hat. Vor fast genau fünf Jahren ist Nestlé noch gewiefter vorgegangen. Damals wurden die Schokoriegel fast unmerklich geschrumpft, denn sie enthielten plötzlich statt 45 nur noch 41,5 Gramm. Ganz ähnlich sieht es bei anderen Sorten der Marke KitKat aus. Bei den „KitKat Minis“ werden seit Frühjahr 2021 nur noch 13 Riegel (217 Gramm) statt 15 Riegel (250 Gramm) meist zum identischen Preis verkauft. Das entspricht einem Preisanstieg von gut 15 Prozent. Auch „Kitkat Chunky“ ist immer wieder Gegenstand von versteckten Preiserhöhungen.

Häufig das „halbe“ Süßwarensortiment betroffen

Nestlé wendet Füllmengenreduzierungen regelmäßig als Methode der Wahl an, um versteckt die Preise zu erhöhen – vor allem im Süßwarensortiment. Denn auch bei den Schokolinsen der Marke „Smarties“ und den Schokoriegel von „Lion“ ist die Masche regelmäßig zu beobachten. So auch im Frühjahr 2021.

»Mogelpackung des Jahres« wählen

Immer wieder melden sich Menschen bei uns, weil sie sich über Mogelpackungen ärgern. Wir informieren regelmäßig über die Übeltäter, nennen Ross und Reiter.

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