Kandidat 3: Mini Babybel von Bel

Die Fakten

  • Bei den bekannten Mini Babybel Käsekugeln hat Hersteller Bel die Füllmenge reduziert. In den Netzen ist meist eine Käsekugel weniger drin.
  • Die versteckte Preiserhöhung beträgt bei gleichem Verkaufspreis bis zu 20 Prozent.
  • Der Molkereikonzern verweist in seiner Stellungnahme auf eine höhere Qualität durch die Verwendung von Milch aus gentechnikfreier Fütterung.
Stand: 03.01.2019

Die verschiedenen Netze von Mini Babybel enthalten ein Käselaibchen weniger. Es sind nur noch fünf (100 Gramm) statt sechs Käsekugeln (120 Gramm) enthalten. Doch der Preis pro Netz lag beispielsweise in mehreren Edeka-Filialen in Hamburg im Juli 2018 meist weiterhin bei 1,89 Euro oder 1,99 Euro, was einer versteckten Preiserhöhung von 20 Prozent entspricht. Viele Verbraucherbeschwerden aus ganz Deutschland bestätigen unsere Beobachtungen.

Auch bei Discountern wie Netto oder Penny schrumpfte die Anzahl der Käsekugeln – und zwar von sieben (140 Gramm) auf sechs Stück (120 Gramm). Mit der Reduzierung der Füllmenge sank zwar auch der Verkaufspreis teilweise um 10 Cent, unterm Strich ist der Käse aber trotzdem teurer (10 Prozent).

Netz bleibt Netz

Die Füllmengenreduzierung bleibt in der Regel unerkannt, denn die Netze unterscheiden sich auf den ersten Blick eigentlich nicht. Zwar ist das Netz der Mini Babybels durchsichtig, doch die genaue Anzahl der Käsestücke werden Verbraucher kaum wahrnehmen. Wer regelmäßig Babybel Käse kauft, wird auch nicht immer die Anzahl der Käselaibchen im Netz und die Stückzahl auf dem Etikett überprüfen.

Bel verweist auf „Ohne Gentechnik“-Siegel

Der Hersteller des Käses, die Bel Deutschland GmbH, verweist in einer Stellungnahme darauf, dass „(…) ab Juli 2018 Mini Babybel mit dem anerkannten „Ohne Gentechnik“-Siegel des „Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.“ (VLOG) zertifiziert ist (...)“. Dies führe insgesamt zu höheren Produktionskosten.

Wir begrüßen den Umstieg auf Milch aus gentechnikfreier Fütterung, doch bei etlichen Milchprodukten von Discountern bekommen Verbraucher diesen Mehrwert auch ohne Preisaufschlag. Wir bezweifeln, dass eine Preiserhöhung von bis zu 20 Prozent für das „Ohne Gentechnik“-Siegel angemessen ist, denn laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) erhalten Milchbauern, die ihre Milch gentechnikfrei produzieren, nur 1 Cent mehr pro Kilogramm Milch – im Vergleich zu konventioneller Milch.

»Mogelpackung des Jahres 2018« wählen

Wir suchen die »Mogelpackung des Jahres 2018«. Fünf Kandidaten, bei denen die Hersteller versteckte Preiserhöhungen besonders dreist und raffiniert durchgesetzt haben, stehen zur Wahl. Die Mini Babybel Käsekugeln von Bel sind Kandidat 3.

Bis zum 20. Januar, 20 Uhr können Sie wählen. Am 21. Januar 2019 geben wir bekannt, wer den Negativpreis gewonnen hat. Machen Sie mit!