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Kandidat 4: »Frosties« von Kellogg

Das Wichtigste in Kürze

  1. Bei mehreren Cerealien-Produkten, unter anderem den »Frosties«, hat der Lebensmittelkonzern Kellogg die Füllmenge reduziert.
  2. Bei gleichem Preis im Handel verteuerten sich die Produkte auf diese Weise um bis zu 14 Prozent. Alte und neue Packungen waren zu Beginn kaum voneinander zu unterscheiden.
  3. Hersteller Kellogg verweigert eine detaillierte Stellungnahme.

Bei mehreren Cerealien-Produkten hat das Unternehmen Kellogg im Jahr 2019 den Inhalt geschrumpft – meistens von 375 auf 330 Gramm. Der Handel hat die Packungen in der Regel zum gleichen Preis weiter verkauft, z. B. bei Rewe mit 2,99 €. Betroffen sind die Sorten: »Frosties«, »Choco Krispies«, »Toppas«, »Honey Loops«, »Crunchy Nut«, »Smacks« und »Cornflakes«. Die versteckte Preiserhöhung beträgt unterm Strich bis zu 14 Prozent.

Nach unseren Recherchen im April 2019 waren vermutlich nur die Marken »Tresor« und »Froot Loops« nicht von dieser Preissteigerung betroffen. Hersteller Kellogg wollte uns jedoch keine detaillierte Auskunft dazu geben.

Identische Packungen im Verkauf

Das Unternehmen Kellogg versuchte, die Füllmengenreduzierung so gut als möglich zu kaschieren. Viele Packungen sahen in der Übergangszeit identisch aus, obwohl bis zu 12 Prozent weniger Inhalt drin steckten. Die Menge an Verpackungsmaterial blieb meist gleich groß. Nur wer beide Packungen nebeneinander stellte, konnte sehen, dass die auf der Vorderseite angegebene Anzahl der Portionen kleiner geworden war. Mittlerweile wurde meist das Design der Packungen umgestellt.

Cerealien weiterhin mit viel zu viel Zucker

Die Rezepturen der Cerealien haben sich im Zuge der Füllmengenreduzierung offensichtlich nicht geändert. Schade, hier haben die Verantwortlichen bei Kellogg eine Chance vertan.

Noch immer sind viele Produkte des Unternehmens richtige Zuckerbomben. Bei den Frosties sind 37 von 100 Gramm. Kinder, die also 80 Gramm »Frosties« essen nehmen ganze 30 Gramm Zucker zu sich, was einer Menge von rund 10 Zuckerwürfeln entspricht. Würde das Produkt den Nutri-Score tragen, bekämen die »Frosties« die zweitschlechteste Kategorie „D“.

Kellogg reagiert mit Floskeln

Unsere Anfrage beantwortet Hersteller Kellogg nur mit ein paar dürren Sätzen. Konkrete Fragen zu den tatsächlich betroffenen Produkten oder zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers (UVP) blieben offen.

„Die Endverbraucherpreise unserer Produkte liegen grundsätzlich im alleinigen Ermessen des Handels. Diese stellen sich über die letzten Jahre hinweg als durchweg stabil für den Verbraucher dar.

Qualität und die Stärkung unserer Marke KELLOGG besitzen für uns höchste Priorität, daher investieren wir stetig in die Produktentwicklungen und in Marketingaktivitäten. Um die unverbindliche Preisempfehlung pro Pack fortschreiben zu können, mussten wir aufgrund des allgemeinen Kostendrucks bei einigen Produkten unseres breiten Sortiments die Grammatur pro Packung anpassen.“

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