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Kandidat 5: »Goldbären« von Haribo

Mogelpackung des Jahres: Kandidat 5 Goldbären von Haribo (2022/2023)

Das Wichtigste in Kürze

  1. Haribo hat 2022 den Inhalt seiner Goldbären geschrumpft – von 200 auf 175  Gramm pro Tüte. Die versteckte Preiserhöhung beträgt bis zu 14 Prozent.
  2. Auch zahlreiche andere Produkte des Unternehmens werden seit letztem Jahr in kleineren Tüten mit weniger Inhalt verkauft.
  3. Haribo macht die Füllmengenreduzierung gegenüber Kundinnen und Kunden etwas transparenter als andere Hersteller, doch viele vermutlich trotzdem in die Weniger-drin-Falle getappt.

 

Haribo feierte 2022 sein 100-jähriges Jubiläum und hatte ein „tolles“ Geburtstagsgeschenk für seine Kundinnen und Kunden parat. Der Hersteller schrumpft die Füllmenge seiner »Goldbären« von 200 auf 175 Gramm. Bei gleichem Preis im Handel wurden die Fruchtgummis dadurch um 14 Prozent teurer.

 

Doch damit nicht genug, Haribo schrumpft quer durchs Sortiment noch viele andere Sorten der beliebten Süßwaren. Insgesamt sollen laut Hersteller etwa 75 Produkte betroffen sein. In früheren 200-Gramm-Tüten stecken nur noch 175 Gramm. Aus 175-Gramm-Beuteln werden 160-Gramm-Packungen. Das Produkt Roulette verzeichnet mit 17 Prozent den höchsten Preisanstieg.

Sorten Alte Füllmenge
Alter Preis
Neue Füllmenge
Neuer Preis
Preiserhöhung
Goldbären
Colorado
Tropifrutti
Kinder Schnuller
200 g
0,99 €
175 g
0,99 €
+ 14 %
Pico-Balla
Bunte Schnecken
Hey Kakao!
175 g
0,99 €
160 g
0,99 €
+ 9 %
Roulette 175 g (7 Stück)
0,99 €
150 g (6 Stück)
0,99 €
+ 17 %
Fruitilicious 160 g
0,99 €
150 g
0,99 €
+ 7 %

In einer Stellungnahme verweist das Unternehmen Haribo auf die stark gestiegenen Kosten: Die wertgebenden Bestandteile unserer Produkte (Glukose, Zucker, Gelatine usw.), Folien, Verpackungsmaterialien, Kartonage sowie auch Energie haben sich in einem nie gekannten Ausmaß erhöht.“

Haribo macht die Füllmengenreduzierung ein bisschen transparenter als andere Hersteller. So findet sich auf der Internetseite des Unternehmens im Bereich Fragen & Antworten ein Hinweis auf die neuen Packungsgrößen. Auch die Beutel selbst wurden etwas verkleinert. Dennoch haben sicher nicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf sofort bemerkt, dass der Inhalt der Fruchtgummis verringert wurde.

Kleinere Tüten allein helfen nicht wirklich weiter

Haribo hat im Zuge der Füllmengenreduzierung die Tüten der Produkte verkleinert. Knapp zwei Zentimeter kürzer sind die Beutel in der Höhe; in der Breite hingegen bleibt alles beim Alten. Was erst einmal gut klingt, hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern in Sachen Transparenz nur wenig weiter, denn die kleineren Tüten sind als solche nur im direkten Vergleich mit den alten Packungen zu erkennen. Doch diese liegen nicht mehr im Regal. Ein zusätzlicher, auffälliger Hinweis auf der Verpackung, der explizit auf die Füllmengenreduzierung hinweist, wäre kundenfreundlicher gewesen.

Auch der Umwelt bringen die kleineren Beutel nicht übermäßig viel. Manchmal steigt der Verpackungsaufwand nämlich trotz kleinerer Packungen. Pro Tonne Fruchtgummis sind je nach Füllmenge zwischen gut 500 und knapp 1.000 Tüten mehr notwendig. Dieser zusätzlich Materialbedarf lässt sich nicht immer durch die kleineren Tüten ausgleichen.

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