Kandidat 5: »Whiskas Knuspertaschen« von Mars

Das Wichtigste in Kürze

  1. Mars hat 2020 die Füllmenge seiner »Whiskas Knuspertaschen« reduziert. Statt 72 Gramm sind nur noch 60 Gramm in jeder Dose.
  2. Bei gleichem Preis im Handel hat sich das Produkt mit verschiedenen Geschmacksrichtungen meist um 20 Prozent verteuert. Verbraucher, die sich an die Fütterungsempfehlung halten, müssen sogar mit Mehrkosten von rund 50 Prozent rechnen.
  3. Hersteller Mars rechtfertigt die Preiserhöhungen mit gestiegenen Kosten.

Mars verkaufte seine »Whiskas Knuspertaschen« in Plastikdosen mit meist 72 Gramm Inhalt. Seit 2020 sind es nur noch 60 Gramm. Der Preis für das Produkt hat sich nach Recherchen der Verbraucherzentrale bei vielen Händlern nicht verändert, sodass das Katzenfutter durch die Füllmengenreduzierung 20 Prozent teurer ist.

Halten sich Katzenbesitzer an die Fütterungsempfehlung des Herstellers, müssen sie sogar noch tiefer ins Portemonnaie greifen. Mars hatte auf der alten Packung bis zu 11 »Whiskas Knuspertaschen« pro Tag vorgeschlagen; seit der Umstellung sind es 12. Gleichzeitig hat sich laut einer Stichprobe der Verbraucherzentrale offensichtlich das durchschnittliche Gewicht der einzelnen Knuspertasche erhöht. Die Packung ist bei gleicher Dosierung also viel schneller leer.

Die »Whiskas Knuspertaschen« im derzeitigen Gebinde reichen demnach nur für knapp 13 Tage, bei der alten waren es noch 19 Tage. Damit läge die tatsächliche Preiserhöhung sogar bei rund 50 Prozent.

Milchmädchenrechnung beim Plastikmüll

In einer Stellungnahme führt Mars aus, dass man wegen der neuen, kleineren Umkartons aus Pappe „jährlich 76 Tonnen Plastikmüll“ einsparen würde. Doch der Hersteller verschweigt, dass durch den geschrumpften Inhalt am Ende viel mehr Plastikmüll entsteht. Die neue Knuspertaschen-Dose wiegt nämlich nur unwesentlich weniger (unter 1 Gramm) als die alte, fasst aber deutlich weniger Futter.

Wenn etwa 1 Millionen Katzen ein Jahr lang nach den Vorgaben von Mars gefüttert werden, benötigt man rund 10 Millionen zusätzliche Plastikpackungen gegenüber dem Vorgängerprodukt. Dadurch entstehen über 100 Tonnen zusätzlicher Plastikmüll durch »Whiskas Knuspertaschen«

Stellungnahme des Herstellers

„Es ist richtig, dass wir bei einigen Produkten aus unserem Sortiment die Formate angepasst haben. Als Markenhersteller investiert Mars kontinuierlich in seine Produkte, Zutaten und Verpackungen. Die Umkartons unserer Whiskas Snacks sind zum Beispiel ab sofort in Deutschland und Österreich aus Pappe (und nicht mehr aus Plastik), wodurch wir jährlich 76 Tonnen Plastikmüll vermeiden. Damit möchten wir die Wünsche unserer Kunden erfüllen und auch in Zukunft höchste Produktqualität sicherstellen. Dadurch sind wir selbst mit steigenden Kosten konfrontiert, die wir, wo immer möglich, mit effizienteren Prozessen auszugleichen versuchen. Dennoch lässt es sich nicht immer vermeiden, sie an unsere Handelspartner weiterzugeben. Damit unsere Konsumenten bzw. ihre Vierbeiner unsere Produkte wie gewohnt genießen können, entscheiden wir uns in manchen Fällen für eine Reduktion der Größe oder Grammatur. (...)

Grundsätzlich haben wir als Hersteller ausschließlich Einfluss auf die Preise an unsere Handelspartner. Die Preisgestaltung im Markt liegt in der alleinigen Entscheidungsfreiheit des einzelnen Händlers. Die Verkaufspreise an den Verbraucher legt daher folglich der Handel fest. Da jeder sein Geschäft anders führt, werden am Markt durchaus unterschiedliche Preise verlangt. Diese bleiben für Kunden in jedem Fall transparent, da sich auf allen Packungen das Gewicht befindet und im Geschäft die Grundpreise ausgezeichnet werden müssen.“

(Auszug aus der Stellungnahme der Mars GmbH vom 5. Februar 2020)

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