Abofalle Routenplaner

Es war lange ruhig rund um d­ie klassischen Abofallen im Internet – doch gänzlich verschwunden sind die Betrüger nicht. Vor allem mit unseriösen Routenplanern wird fleißig Kasse gemacht. Die Kriminellen drohen sogar mit dem „Inkasso Außendienst Team“. Zahlen Sie trotzdem nicht!

Mann beim Autofahren

Das Wichtigste in Kürze

  1. Unseriöse Anbieter von Routenplanern zocken Verbraucher ab und drohen sogar mit Inkassounternehmen.
  2. 24 Monate Mitgliedschaft können bis zu 500 Euro kosten.
  3. Die Forderungen der Internetseitenbetreiber sind dann hinfällig, wenn der Button zum Kauf nicht richtig beschriftet ist.
Stand: 03.07.2017

Per E-Mail erhalten Verbraucher die Nachricht, sie hätten sich auf einer Website mit einem Routenplaner zur Zahlung verpflichtet. Die unseriösen Anbieter sind im Internet unter verschiedenen URLs wie maps-routenplaner.com oder maps-routenplaner.net, maps-routenplaner.online, routenprofi.net und neuerdings maps-routenplaner.pro unterwegs. Und ihre Vorgehensweise wird immer dreister, zum Beispiel drohen sie mit dem „Inkasso Außendienst Team“.

Erst registrieren, dann Inkasso

Zunächst war der Bestell-Button noch mit „kostenpflichtig bestellen“ beschriftet. Dann hieß es dort nur „registrieren“. Was das eigentlich bedeutet, wurde nirgends erklärt. Von den Nutzungsbedingungen fehlte jede Spur. Doch sobald man sich „registriert“ hatte, kam prompt per E-Mail eine Zahlungsaufforderung über 500 Euro für 24 Monate. Gezahlt werden sollte mit Amazon-Gutscheinen.

Der Schreck angesichts der Summe ist bei vielen Betroffenen natürlich groß – insbesondere, da im Fall des Widerrufs auch sofort eine Drohkulisse mit negativem Schufa-Eintrag, Kosten im oberen dreistelligen Bereich, Lohn- und Kontenpfändung, Zwangsvollstreckung und so weiter aufgebaut wird.

Manchmal wird sogar damit gedroht, dass das „Inkasso Außendienst Team“ zu Besuch nach Hause kommt, „um Ihre Wertgegenstände zu pfänden“. Die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich jemand bei Ihnen vorbeischaut, geht gegen null. Trotzdem werden manche Menschen unsicher und bekommen Angst. Das geht eindeutig zu weit!

Wir meinen: Solche Drohbriefe sind bereits strafrechtlich relevant und sollten bei der Polizei angezeigt werden. Unsere rechtliche Einordnung der Drohkulisse – alles Quatsch!

Zahlen Sie nicht!

Lassen Sie sich keine Angst einjagen, Ihr Blutdruck kann sich direkt wieder senken, denn:

Die Forderungen haben weder Hand noch Fuß. Sie haben durch die Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse keinen Vertrag geschlossen, denn die Anbieter der Websites erfüllt in der Regel die gesetzlichen Anforderungen der Buttonlösung nicht, die seit 2012 strenge Regeln bei der Aufklärungspflicht zu kostenpflichtigen Bestellungen im Internet vorsieht.

Die im Impressum genannten Unternehmen sind im zentralen deutschen Handelsregister nicht aufgeführt und aus den jeweiligen Adressen gehen keine ladungsfähigen Anschriften hervor. Ein gerichtliches Vorgehen gegen die Betreiber der Seiten ist somit nicht möglich.

Eine Strafanzeige gegen den Anbieter könnte trotzdem nützlich sein, damit nicht zahlreiche Nachahmer – weil sie keine Sanktionen befürchten müssen – mit derselben Methode andere Verbraucher schädigen.

Unser Rat

  • In so einem krassen Fall der Missachtung aller Gesetze müssen Sie dem Anbieter gegenüber überhaupt nicht reagieren, denn ein Vertrag zwischen Ihnen und dem Anbieter ist schlichtweg nicht zustande gekommen.
     
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch wenn die Drohungen gefährlich klingen.

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