Achtung, diese Streaming Dienste locken Sie in Abofallen!

Bei den Verbraucherzentralen reißen die Beschwerden zu unseriösen Streaming-Diensten nicht ab. Über 200 Internetseiten wurden bereits der Polizei und der Staatsanwaltschaft gemeldet. Wir sagen Ihnen, vor welchen Domains Sie sich in Acht nehmen sollten und warum.

Streaming Dienst: Mann schaut auf Laptop

Das Wichtigste in Kürze

  1. Verbraucher, die im Netz nach einem kostenlosen Streaming-Dienst suchen, landen leicht auf  dubiosen Internetseiten.
  2. Anstelle von Filmen und Serien erhalten Betroffene Rechnungen für angebliche Jahresabos, gefälschte Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen.
  3. Die Domainnamen der Streaming-Portale beinhalten oft die Wörter „flix“, „play“ oder „stream“. 
  4. Die Marktwächter der Verbraucherzentralen raten zur Vorsicht bei folgenden Unternehmen im Impressum: Turquoiz Limited, Lovelust Limited, Bizcon Limited, Anmama Limited, CIDD Limited, OLJO Ltd, SAFE4MEDIA Ltd, Kino Bino Limited und Kino Cinemas Ltd.
Stand: 26.03.2019

Die Marktwächter der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz konnten nach zahlreichen Beschwerden und eigenen Recherchen über 200 nahezu identisch aussehende, dubiose Streaming-Webseiten ausmachen – und regelmäßig kommen neue dazu. Die Portale unterscheiden sich lediglich durch die URL und den Namen im Logo. Aufgrund ihrer professionellen Aufmachung sind sie nur schwer von seriösen Angeboten zu unterscheiden. Verbraucher tappen leider immer wieder in die Falle und werden penetrant zur Kasse gebeten.

Die Domainnamen der dubiosen Streaming-Portale beinhalten oft die Wörter „flix“, „play“ oder „stream“ und im Impressum stehen britische Unternehmen mit dem Zusatz Limited / Ltd wie Turquoiz Limited, Lovelust Limited, Bizcon Limited, Anmama Limited, CIDD Limited, OLJO Ltd, SAFE4MEDIA Ltd, Kino Bino Limited und Kino Cinemas Ltd.

Domainnamen dubioser Streaming-Portale

A bis F

adostream.de, aloflix.de, amostream.de, appleflix.de, araplay.de

babaflix.de, baflix.de, bayplay.de, begostream.de, bigflix.de, bigostream.de, bigostream.com, binoflix.de, blueflix.de, boboflix.com, bobstream.de, bogoflix.de, bogostream.de, borastream.de, bokuflix.de, bonastream.de, bonostream.de, boxflix.de, braflix.de

cinemadome.net, cinemaflix.de, cinemaxx24.com, cineplex24.de, coflix.de

daflix.de, daftstream.de, dasflix.de, dasimax.de, dinoflix.de, dodoflix.com, dodoplay.de, doflix.de, dogostream.de, domstream.de, doxflix.de, drflix.de, duckplay.de

euroflix.de, evaflix.de

faceflix.de, faxflix.de, felixkino.com, filmpalast24.com, finflix.de, fixago.de, flexkino.com, flixabo.de, flixago.de, flixando.de, flixday.de, flixer.de, flixfox.de, flixguru.de, flixhd.de, flixking.de, flixkino.com, flixland.de, flixman.de, flixme.de, flixmex.de, flixtown, flixtv.de, flixway.de, flixwolf.de, flixwood.de, floplay.de, frogplay.de

G bis L

gagastream.de, gigaflix.de, gogostream.de, goldflix.de, goloflix.de, gonaflix.com, gonastream.de, goxflix.de

hdflix.de, hdtime.de, hdwelt.de, heroflix.de, hogostream.de, hugostream.de

ibostream.de, imaxcine.com, imaxdome.com, imaxfilme.com, imaxgo.de, imaxkino.com, imaxnet.de, imaxstream.de, imaxtime.com, imaxtv.de, imaxwelt.com, inflix.de

juhustream.de, justflix.de, justhd.de

kinobay, kinoflexx.com, kinolox.de, kinopalast24.com, kinoplay.de, kinoplexx.com, kinoroom.de, kinowelt24.com, kinoyama.de, kinozeit.net, kiwiflix.de

laflix.de, lexflix.de, lightflix.de, limeflix.de, lionflix.de, liteplay.de, lobostream.de, logflix.de, logostream.de, lolostream.de, lostream.de, loxflix.de, loxostream.de

M bis R

magaflix.de, mangoflix.de, matostream.de, maxxflix.de, megaflix.de, meinkinowelt.com, mexflix.com, mexkino.com, mexplay.de, mexstream.de, mogostream.de, modoflix.de, momoflix.de, momostream.de, monoflix.de, moodflix.de, moroflix.de, mostream.de, moxplay.de, myflixx.de

nexostream.de, noxflix.de

obiplay.de, ogoplay.de, olaflix.de, oliflix.de, oneflix.de, orangeflix.de

pinoplay.de, plabay.de, playago.de, playamba.de, playano.de, playomo.de, pokuflix.de

rayplay.de, rexflix.de, rexkino.de, robiflix.de, rostream.de, rotflix.de, roxflix.de

S bis Z

saflix.de, savaflix.de, segastream.de, sobastream.de, sobostream.de, soflix.de, sogostream.de, soloflix.de, soyaflix.de, streamago.de, streamba.de, streambull.de, streamday.de, streamdome.de, streamex.de, streamflix.de, streamfy.de, streamgogo.de, streamino.de, streamlox.com, streamnox.com, streamogo.de, streamore.de, streamoro.de, streamtime.de, streamtoto.de, streamtox.com, streamzeit.de

tapeflix.de, teleflix.de, tideplay.de, tobiflix.de, toflix.de, topflix.de, tostream.de, toxflix.de, tutoflix.de

unoflix.de

voxstream.de

wayplay.de, weflix.de, windflix.de, woplay.de, wowflix.de, wowplay.de

yalastream.de, yobaflix.de, yoflix.de, yogostream.de, yostream.de

zazaplay.de

Andere

24flix.de

Masche Nr. 1: Werben mit kostenlosem Probeabo

Die Betreiber der Streaming-Dienste versuchen Internetnutzer mit vorgetäuschten kostenlosen Angeboten in eine Abofalle zu locken. Die betroffenen Verbraucher gelangen über ein Pop-up-Fenster auf eine der Webseiten der Betreiber, müssen sich dort registrieren und neben Adressdaten eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben. 

Doch nach der Registrierung kann man weder die beworbenen Filme oder Serien schauen, noch kommt eine Vertragsbestätigung per E-Mail, in der man über die Kosten eines automatisch verlängerten Jahresabos informiert wird. Dafür erhalten Betroffene – teils sogar Minderjährige – eine Rechnung über bis zu 360 Euro für ein Jahresabo. Und nur kurze Zeit später wird nicht nur per E-Mail, sondern auch am Telefon aggressiv angemahnt, den Betrag umgehend zu begleichen.

Masche Nr. 2: Druck aufbauen

Falsche Inkassoschreiben, Pfändung und Youtube-Filme: Geht kein Geld ein, verschicken die Betrüger falsche Inkassoschreiben mit Zahlungsaufforderungen, zum Teil auch E-Mails mit konkreten Pfändungsterminen. Doch so gefährlich die Drohkulisse auch scheinen mag, alle diese Druckmittel entbehren jeglicher rechtlichen Grundlage. Es geht einzig und alleine darum, Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Sogar für den Fall, dass Betroffene im Netz nach Informationen suchen, haben die Betreiber der Webseiten vorgesorgt: Auf YouTube erklären vermeintliche „Anwälte“, die Forderungen seien rechtmäßig, da die Nutzungsbedingungen akzeptiert worden seien.

Masche Nr. 3: Fremde Identitäten nutzen

Fortlaufend stellen die Betrüger neue Streaming-Portale online. Dabei erfinden sie für das Impressum Namen oder missbrauchen fremde Identitäten. Hierbei handelt es sich um Firmen, die tatsächlich existieren, jedoch nichts mit den betrügerischen Maschen zu tun haben.

Nach Erkenntnissen der Marktwächter verwenden die Kriminellen bei den vermeintlichen Inkassoschreiben und Pfändungsandrohungen ebenfalls Namen existierender Inkassobüros und Kanzleien. So entsteht bei Verbrauchern der Eindruck, es handele sich um eine echte Forderung.

Unser Rat

Seien Sie bei Streaming-Diensten besonders vorsichtig! Informieren Sie sich vorab genau über den Anbieter, auf dessen Website Sie sich registrieren möchten.

Wenn Sie eine Rechnung über ein Jahresabo erhalten haben, ohne dass eine Leistung erbracht wurde, müssen Sie die Rechnung natürlich nicht bezahlen. Lassen Sie sich durch die Inkassobriefe nicht einschüchtern und stellen Sie Strafanzeige bei der Polizei.

Über den Marktwächter Digitale Welt

Der Marktwächter Digitale Welt ist ein Frühwarnsystem mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den digitalen Markt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucherbeschwerden, empirische Untersuchungen und ein interaktives Onlineportal. Mit dem Marktwächter Digitale Welt können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesnetzagentur (BNetzA) bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Der Marktwächter Digitale Welt setzt sich aus fünf Schwerpunktverbraucherzentralen zusammen, die jeweils ein Handlungsfeld des digitalen Marktes näher untersuchen: Bayern – Digitale Dienstleistungen, Brandenburg – Digitaler Wareneinkauf, Nordrhein-Westfalen – Nutzergenerierte Inhalte, Rheinland-Pfalz – Digitale Güter und SchleswigHolstein - Telekommunikationsdienstleistungen. Der Marktwächter Digitale Welt wird finanziell gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Weitere Informationen über das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

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