fuuze.com: Da hört der Spaß auf!

Unbegrenztes Streamen von Videos, Musik und Sport sowie eine umfangreiche E-Book-, Games- und Software-Bibliothek. Klingt interessant für Sie? Fallen Sie nicht darauf rein! Der Entertainment-Dienst fuuze.com lockt Verbraucher über versteckte Werbebanner und Pop-Up-Fenster in die Abofalle.

Frau mit Kopfhörern

Das Wichtigste in Kürze

  1. Der Entertainment-Dienst fuuze.com lockt Verbraucher im Internet in kostenpflichtige Abonnements.
  2. Verbraucher sollten wachsam sein, wenn sie ihre Kreditkartendaten im Internet preisgeben.
  3. Die Marktwächter der Verbraucherzentralen warnen vor weiteren dubiosen Internetseiten: onlinefuntime.com, blizzardtime.com, volterak.com und polakita.com.
Stand: 04.12.2019

Lassen Sie sich von den verlockend klingenden Leistungen von fuuze.com nicht täuschen. Das Ziel dieses sogenannten Entertainment-Dienstleisters sind Ihre Kreditkartendaten. Genauer gesagt: ein kostenpflichtiges Abonnement. Dafür lassen sich die Betreiber der Seite – die CMind BV mit Sitz in den Niederlanden – so einiges einfallen. 

Verbraucher berichten, dass sie gerade eine Online-Umfrage erstellten, eine App installierten oder eine Gebrauchsanweisung aus dem Internet herunterladen wollten, als plötzlich ein neues Fenster aufgepoppt sei. Dies forderte sie auf, eine kostenlose Mitgliedschaft einzugehen und sich mitsamt ihren Kreditkartendaten zu registrieren. Die Betroffenen glaubten, sie müssten die Daten eingeben, um den ursprünglichen Vorgang fortsetzen zu können. Dass sie stattdessen ein Abonnement beim Entertainment-Dienst-Betreiber CMind BV abschlossen, sei nicht ersichtlich gewesen. Doch kurze Zeit später fanden alle Betroffenen eine Abbuchung von 49 Euro auf ihrer Kreditkartenabrechnung. Abgerechnet wurde über eigene Zahlungsdienstleister wie sayopay.com, cebapay.com, ginapay.com oder fuzpay.com.

Anbieter verletzt Informationspflichten

Nach der Registrierung erhielten die Verbraucher nur einen Testzugang, der automatisch in ein Premium-Abonnement überging – und das bereits nach zwei Stunden oder einem Tag. Der Anbieter informierte darüber vor Abschluss der vermeintlich kostenlosen Mitgliedschaft nicht in ausreichender Weise. Ebenso fehlten Informationen zur Laufzeit und Kündigungsfrist. Damit verletzt der Betreiber seine gesetzlichen Informationspflichten. Eine so kurze Testphase und intransparente Informationen zu einem kostenpflichtigen Abonnement legen den Schluss nahe, dass den Verbrauchern ein Abo untergeschoben werden soll.

Weitere dubiose Entertainment-Dienste

Die Marktwächter der Verbraucherzentralen sind auf weitere Internetseiten gestoßen, die vollkommen identisch aussehen wie der Internetauftritt von fuuze.com. Sie unterscheiden sich lediglich durch die URL und den Namen im Logo. Hierbei handelt es sich um onlinefuntime.com, blizzardtime.com, volterak.com und polakita.com. Auch wenn im Impressum der vier Seiten verschiedene Betreiber genannt werden, handelt es sich vermutlich um die gleiche Abzockmasche.

Unser Rat

Seien Sie sehr vorsichtig, wenn Sie Ihre Kreditkartendaten auf einer unbekannten Website eingeben sollen. Sind die Daten einmal übermittelt, können Anbieter von Ihrem Konto Geld abbuchen. Haben Sie bereits ungewollt ein Abonnement im Internet abgeschlossen, zahlen Sie nicht! Wir beraten Sie persönlich und unabhängig.

Über den Marktwächter Digitale Welt

Der Marktwächter Digitale Welt ist ein Frühwarnsystem mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den digitalen Markt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucherbeschwerden, empirische Untersuchungen und ein interaktives Onlineportal. Mit dem Marktwächter Digitale Welt können auch Aufsichts - und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesnetzagentur (BNetzA) bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Der Marktwächter Digitale Welt setzt sich aus fünf Schwerpunktverbraucherzentralen zusammen, die jeweils ein Handlungsfeld des digitalen Marktes näher untersuchen: Bayern – Digitale Dienstleistungen, Brandenburg – Digitaler Wareneinkauf, Nordrhein-Westfalen – Nutzergenerierte Inhalte, Rheinland-Pfalz – Digitale Güter und Schleswig- Holstein - Telekommunikationsdienstleistungen. Der Marktwächter Digitale Welt wird finanziell gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Bücher und Broschüren