Roaming: Telefonieren im Ausland

Telefonieren, simsen und surfen können Sie seit dem 15. Juni im EU-Ausland zu den gleichen Kosten wie in Deutschland. Denn: Die Gebühren fürs Mobilfunk-Roaming sind endgültig abgeschafft. Doch worauf ist zu achten?

Junge Frau schaut auf ihr Smartphone

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Roaming-Gebühren für Mobiltelefonate innerhalb den Ländern der EU sowie Norwegens, Islands und Liechtensteins wurden abgeschafft.
  2. Bei der Mobilfunknutzung auf einem Kreuzfahrtschiff oder in einem Flugzeug sind weiterhin hohe Kosten möglich.
  3. Verbraucher sollten sich über die Roaming-Konditionen ihres Vertrags genau informieren. Einige neuere Mobilfunkverträge schließen Roaming komplett aus.

Seit 2007 sind die Entgelte fürs Roaming stetig gesunken – zu Ihrem Glück als Mobiltelefonnutzer. Seit dem 15. Juni 2017 sind die Kosten fürs Mobilfunk-Roaming innerhalb der Europäischen Union endgültig abgeschafft. Nun müssen wir fürs Surfen im Internet oder Telefonieren im EU-Ausland nicht mehr bezahlen als in unserem Heimatland.

Um einen Missbrauch der neuen Regelung zu vermeiden, müssen Sie jedoch im Zweifel nachweisen, dass sie sich „ausgiebig oft“ und „regelmäßig“ in dem Land aufhalten, in dem Sie einen Vertrag fürs Handy abgeschlossen haben.

Für welche Länder wurde das Roaming abgeschafft?

Die neue Regelung gilt nur, wenn Sie in Ländern der Europäischen Union, Norwegen, Island und Liechtenstein unterwegs sind und wenn Sie den „EU-Standard-Tarif” Ihres Anbieters nutzen. Bei Verträgen mit Auslandsoption variieren die Preise.

Erfragen Sie bei Ihrem Anbieter gezielt die Roaming-Preise Ihres Mobilfunkvertrags. Anderenfalls ergeht es Ihnen vielleicht wir Herrn B., der nach einem Urlaub in Südafrika über 9.000 Euro zahlen sollte.

Was gilt auf einem Kreuzfahrtschiff oder im Flugzeug?

Wenn Sie mit einem Kreuzfahrtschiff Urlaub machen, sollten Sie bei der Mobilfunknutzung besonders vorsichtig sein. Denn: Die günstigen Roaming-Gebühren gelten nur auf dem europäischen Festland. Da sowohl in Nordsee, Ostsee als auch an der Atlantikküste nicht auf Mobilfunkantennen zugegriffen werden kann, wird die Verbindung über Satellit aufgebaut– und das ist mit hohen Kosten verbunden.

Nutzen Sie Ihr Smartphone deshalb möglichst während eines Landgangs und lassen Sie sich von ihren Freunden und Verwandten lieber anrufen. Denn: Eingehende Anrufe sind in jedem Fall günstiger.

Erkundigen Sie sich auch nach den Preisen, die für die WLAN-Nutzung unterwegs erhoben werden. Dies gilt übrigens auch für die Handynutzung in der Luft – bei einigen Fluggesellschaften ist es inzwischen möglich, mit dem Handy zu surfen. Fragen Sie auf jeden Fall vor dem Flug, was das kostet.

Was ist mit neuen Verträgen?

Von bestimmten Anbietern werden neuerdings Verträge angeboten, mit denen man sehr günstig telefonieren kann, die aber ausschließlich in Deutschland nutzbar sind – also ein Roaming überhaupt nicht ermöglichen. Das ist natürlich nur für diejenigen etwas, die das Handy auf keinen Fall im Ausland nutzen wollen, für alle anderen aber nicht interessant.

Achten Sie beim Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrags auf die Konditionen in Sachen Roaming!

Unser Rat

In Sachen Roaming ist das Wichtigste, dass Sie sich vorher – bezogen auf das Land, in das Sie reisen wollen – ausreichend über Ihren Tarif und mögliche Alternativen zu günstigen Preisen informieren. Haben Sie das getan, kann im Urlaub in Sachen Roaming eigentlich nichts mehr schief gehen.

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