Telefonieren in die EU seit 15. Mai günstiger

Telefonieren, simsen und surfen im EU-Ausland kostet schon länger genauso viel wie in Deutschland. Doch Telefongespräche von Deutschland aus in Länder der Europäischen Union konnten noch immer richtig teuer werden. Damit ist seit Mitte Mai Schluss!

Mädchen mit Smartphone

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Kosten für Telefonate und SMS von Deutschland ins europäische Ausland werden seit Mitte Mai gedeckelt.
  2. Die Regelung betrifft Tarife, bei denen Auslandstelefonate und SMS pro Einheit abgerechnet werden.
  3. Verbraucher, die Telefonverträge mit internationalen Freiminuten abgeschlossen haben, sollten prüfen, ob diese weiterhin lukrativ sind und ihrem Anbieter gegebenenfalls mitteilen, dass die Konditionen bestehen bleiben sollen oder auch nicht.
Stand: 16.05.2019

Die Kosten für Telefongespräche, die Sie von Deutschland aus ins europäische Ausland führen, und für SMS, die Sie dorthin schicken, werden seit dem 15. Mai 2019 gedeckelt. Für die sogenannte Intra-EU-Kommunikation gelten damit Preisobergrenzen. Egal, ob Sie über Ihren Festnetzanschluss oder aus dem Mobilfunknetz telefonieren,

  • Auslandstelefongespräche dürfen maximal 19 Cent pro Minute und
  • eine SMS höchstens 6 Cent kosten. 

Die Preise gelten jeweils plus Mehrwertsteuer und werden in Deutschland bei 23 Cent für Telefonate und bei 7 Cent für SMS liegen.

Flatrates prüfen

Achtung, die neue Regelung betrifft nur nutzungsabhängige Tarife – also Tarife, bei denen die geführten Auslandstelefonate oder verschickten SMS pro Einheit abgerechnet werden. Bei Tarifen mit Auslandsoptionen (z.B. Flatrates, Minutenpakete) gelten die neuen Preise erst nach dem Verbrauch der internationalen Freieinheiten.

Beispiel

Sie zahlen in Ihrem Tarif für Telefonate nach Spanien und Polen 5 Euro für 60 Minuten. Ab der 61. Minute dürfen Ihnen nur noch 0,19 Euro pro Minute (ohne MwSt.) berechnet werden. Haben Sie hingegen eine Flatrate ohne Einschränkungen für Spanien und Polen abgeschlossen, greifen die Preisobergrenzen nicht. Die Telefonate werden nicht gesondert berechnet.

Lohnen sich Ihre Sonder­konditionen für Auslandstelefonate und -SMS trotz der geringeren Kosten, sollten Sie Ihrem Anbieter schnellstmöglich mitteilen, dass Sie diese weiterhin nutzen möchten. Tun Sie das nicht, werden Sie zum 15. Juli 2019 automatisch in einen regulierten Tarif umgestellt.

Länder und Regionen im Blick haben

Nicht in allen Regionen Europas gilt die neue Roaming-Verordnung. Je nach Anbieter können daher beispielsweise für Telefonate in die Schweiz (kein EU-Land), zu den britischen Kanalinseln oder auf die Färöer Inseln, nach Andorra oder Grönland weiterhin hohe Kosten anfallen. Achten Sie daher genau auf die Hinweise Ihres Telefonanbieters.

Erfreulich ist, dass die gedeckelten Kosten auch bei Telefonaten in Übersee-Départements wie Martinique oder Französisch-Guyana zum Tragen kommen.

Gut zu wissen

Im Juni 2017 fielen die Kosten fürs Roaming im europäischen Ausland. Das bedeutet: Telefonieren, Kurznachrichten verschicken und im Netz surfen kostet Sie – auch mit einem deutschen Telefonvertrag – im europäischen Ländern genauso viel wie in Deutschland, vorausgesetzt Sie befinden sich nicht gerade auf einem Kreuzfahrtschiff.

Anders verhielt es sich bislang bei Telefonaten von Deutschland ins EU-Ausland. Einige Anbieter verlangten fürs Telefonieren ins ausländische Netz horrende Minuten­preise. Diese Kosten sind seit dem 15. Mai 2019 nun begrenzt. 

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