Unbestellte Pflanzensamen im Restmüll entsorgen

Unbekannte Absender aus Asien verschicken weltweit Pflanzensamen an Verbraucher ohne Kennzeichnung oder Informationen. Bestellt wurde die Ware nicht. Empfänger der ominösen Sendungen sollten den Inhalt im Restmüll entsorgen.

Mülltonnen für Restmüll

Das Wichtigste in Kürze

  1. Verbraucher erhalten zurzeit Postsendungen mit Saatgut, das sie gar nicht bestellt haben.
  2. Die Pflanzensamen stammen vermutlich aus China, Singapur oder anderen Staaten in Asien. Der Grund für die Lieferungen ist bislang unklar.
  3. Empfänger der Ware sollten die Samen im Restmüll entsorgen und sie keinesfalls aussäen oder in die Biotonne geben.
Stand: 20.08.2020

Hatten Sie auch unbestellte Pflanzensamen aus Fernost in der Post? Rund um den Globus erhalten Menschen zurzeit Saatgutsendungen, die sie gar nicht bestellt haben – auch in Deutschland. Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, das Julius Kühn-Institut, warnt ausdrücklich davor, die Samen auszusäen. Die Ware gehöre in den Restmüll. Das Saatgut sollte keinesfalls in die Erde, die Biotonne oder auf den Kompost gelangen. Warum die Samen verschickt werden, ist bislang nicht geklärt. Ersten Vermutungen zufolge könnte es sich um eine Betrugsmethode handeln.

Die Briefumschläge, die bereits Verbrauchern in verschiedenen Bundesländern zugestellt wurden, stammen von unbekannten Absendern aus China, Singapur oder anderen Staaten in Asien. Sie enthalten kleine transparente Samentütchen mit Barcode-Stickern. Das Portal Mimikama hat ein Foto der Postsendungen veröffentlicht.

Gut zu wissen

Wenn Sie Fragen zu den bedenklichen Sendungen haben oder möglicherweise selbst angeschrieben wurden, wenden Sie an den in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst. In Hamburg ist das  die Oberste Pflanzenschutzbehörde innerhalb der Behörde für Wirtschaft und Innovation.

Um welche Art von Pflanzen es sich handelt, erfahren die Empfänger der Ware nicht. Ein sogenanntes Pflanzengesundheitszeugnis fehlt. Laut Julius Kühn-Institut könnte es sich um nicht-heimische invasive Pflanzenarten bzw. Unkräuter handeln, die für Gärten, Parks, Wälder und Felder hierzulande möglicherweise eine Gefahr darstellen – auch weil sie eventuell mit Viren, Bakterien oder Pilzen verseucht sind. Welche Auswirkungen das haben kann, wird in diesem Kurzfilm erläutert.

Ob Unterwäsche, Münzen oder Ginkgo-Präparate – immer wieder erhalten Verbraucher Päckchen oder Pakete mit Warensendungen, die sie nicht bestellt haben. Eine Pflicht zur Bezahlung oder Rücksendung der Ware besteht grundsätzlich nicht. Bei Rückversand ohne Porto müssen Betroffene im schlimmsten Fall Kosten von bis zu 50 Euro tragen.

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