Was für ein Müll!

Was passiert eigentlich, nachdem ich meinen Müll in den Mülleimer geworfen habe? Welche Auswirkungen hat mein Lebensstil auf meine Umwelt? Muss Gemüse im Supermarkt in Plastik verpackt sein? Welche Alternativen gibt es?

Besichtigung einer Müllverwertungsanlage
Stand: 29.01.2018

Schülerinnen und Schüler eines Profilkurses aus Jahrgang 11 am Hamburger Albrecht-Thaer-Gymnasium, am Gymnasium Dörpsweg und dem Corvey Gymnasium beschäftigten sich während eines zweitägigen Workshops mit Fragen des nachhaltigen Konsums. Dabei lernten sie mit Unterstützung unserer Umweltexperten an mehreren Stationen mehr über Mülltrennung, Verpackungsmaterialien und Lebensstil.

Müllverwertungsanlage besucht

Am ersten Tag besichtigten die Jugendlichen die Müllverwertungsanlage in der Borsigstraße im Osten Hamburgs. Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg erklärten, wie richtige Mülltrennung eigentlich funktioniert und wie die Müllverbrennung abläuft. Bei einem Rundgang durch die Müllverwertungsanlage durften sich die Schüler auch herausgefilterte Metallgegenstände aussuchen, um diese später im Kunstunterricht weiter zu verwenden. Im Zentrum des Besuchs stand ein neuartiger Zugang zu Wissen und die sinnliche Erfahrung.

„Das war cool, da auf dem Müllberg rumzuklettern“, sagte eine Schülerin nach dem Besuch.

Verpackungsmaterialien unter der Lupe  

Der zweite Tag des Workshops fand in der Verbraucherzentrale statt. Hier wurden die Probleme von bestimmten Verpackungsmaterialien, wie beispielsweise Aluminium, näher beleuchtet. Dass bei der Gewinnung des Metalls große Mengen an toxischem Rotschlamm entstehen, war den allermeisten Schülern vollkommen neu. Bilder vom Dammbruch eines Rotschlammbeckens in Ungarn 2010 schockierten und regten dazu an, das eigene Konsumverhalten zu überdenken.

Die Jugendlichen nahmen Verpackungsarten von Lebensmitteln aus dem Supermarkt genauer unter die Lupe und fanden selbstständig heraus, was an den Verpackungen problematisch oder auffällig ist. Dabei ging es zum Beispiel um fehlende Mehrwegverpackungen. Oder um unnötige Mehrfachverpackungen, die lediglich dem Marketing dienen, um Werbetricks auf und mit Verpackungen, um die unzureichende Kennzeichnung von Verpackungen und auch um die Probleme bei der Rückgabe von Verpackungen wie Flaschen oder Dosen. Vertiefend setzten sich die Schüler mit den Themen Coffee to go, Aluminium, Kleidung, Einweg, Mehrweg und Pfand auseinander. Auch alternative Einkaufsmöglichkeiten wie Unverpackt-Läden, die mittlerweile in immer mehr Orten - so auch in Hamburg - zu finden sind, standen auf der Agenda des Workshops.

Ausstellungsbesuch zum Abschluss

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit ging es in die Ausstellung „Pure Gold“ des Museums für Kunst und Gewerbe (MKG), in der Designerstücke aus Recycle-Materialien zu sehen waren.

„Der heutige Tag hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Die Kombination mit der Ausstellung ist sehr zu empfehlen!“, schreibt die begleitende Lehrerin in der Nachbereitung.

Über das Projekt „Hamburger Verbraucherschulen“

Im Rahmen des Projektes „Hamburger Verbraucherschulen“ vermittelt die Verbraucherzentrale Hamburg Schülerinnen und Schülern an vier ausgewählten Hamburger Schulen Konsum- und Alltagskompetenzen in den Bereichen Ernährung und Gesundheit, Finanzen und Verbraucherrecht, Medien und nachhaltiger Konsum. Die Kinder und Jugendlichen sollen so besser für ihr Alltagsleben gewappnet sein.

Das Projekt wird gefördert von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz.

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