Klage gegen Generali

Verbrauchern mit einer Sofortrente der Generali empfehlen wir eine genaue Prüfung ihrer Verträge. Unsere Marktwächter sind auf eine unzulässige Klausel zum Wegfall der Rentengarantiezeit aufmerksam geworden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband klagt jetzt gegen den Versicherer.

Gebäude der Generali Versicherung in München

Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine Klausel in Rentenverträgen der Generali Versicherung benachteiligt Hinterbliebene der Versicherungsnehmer.

  2. Nach Ansicht der Marktwächter weist die Versicherungsgesellschaft zudem nur unzureichend auf diese Klausel hin.   

  3. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat eine Klage gegen Generali eingereicht.

Stand: 12.07.2017

Eine bestimmte Klausel zur Rentengarantiezeit in Sofortrentenverträgen der Generali benachteiligt nach Einschätzung unseres Marktwächter-Teams die Hinterbliebenen von Versicherungsnehmern. Zudem weist Generali im Versicherungsschein und den Allgemeinen Versicherungsbedingungen nach unserer Ansicht nur unzureichend auf diese Klausel hin.

Aufmerksam wurden die Experten durch einen Fall im Frühwarnnetzwerk der Marktwächter: Eine Krebspatientin im höheren Rentenalter hatte bei Generali eine Sofortrente gegen eine Einmalzahlung von 100.000 Euro abgeschlossen. Als die Kundin im Februar 2016 einen Teil des eingezahlten Kapitals entnahm, verringerte dies nicht nur folgerichtig die Höhe der Rentensumme, gleichzeitig wurde auch die Rentengarantiezeit des Vertrages gestrichen. Ein Verwandter, Begünstigter der Versicherungsleistung im Todesfal, erhielt dadurch nach dem Tod der Versicherungsnehmerin kein Geld aus dem Rentenvertrag.

Die Marktwächter meinen: Es handelt sich dabei um eine unzulässige Benachteiligung. Sie bemängeln, dass durch die Entnahme eines Teils der Gesamtsumme die komplette Versicherungsleistung erlischt. Dies sei nicht im Sinne eines solchen Produktes.

Außerdem kritisieren sie, dass Generali nur unzureichend auf diesen Nachteil in der Hinterbliebenenvorsorge hingewiesen hat. Der Versicherungsschein enthält zu der betreffenden Klausel keine Informationen und in den allgemeinen Versicherungsbedingungen wird diese Regelung nur beiläufig unter dem Punkt Kündigung erwähnt.

Normalerweise gilt: Stirbt ein Versicherter während der Rentengarantiezeit, wird die Rente über einen vertraglich vereinbarten Zeitraum an einen Hinterbliebenden weiterbezahlt, zum Beispiel den Ehepartner.

Generali verweigert Unterlassungserklärung

Bereits im Dezember 2016 hatten die Marktwächter den Versicherer Generali abgemahnt, die Klausel zur Rentengarantiezeit aus ihren Sofortrentenverträgen zu streichen. Generali weigerte sich, die eingeforderte Unterlassungserklärung abzugeben. Jetzt muss sich das Landgericht München mit dem Fall befassen.

Über den Marktwächter Finanzen

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert.

Weitere Informationen über das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

Unser Angebot

Wir helfen Ihnen weiter, wenn Sie Fragen zu Sofortrentenverträgen der Generali oder anderen Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungsverträgen haben.

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