Vorsicht Abschnacker!

Achtung, unseriöse Geschäftemacher wollen Verbrauchern ihre Lebensversicherung abkaufen und ihnen dafür windige Geldanlagen andrehen, die den Totalverlust bedeuten können.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Verbraucher mit Lebensversicherungen werden immer wieder Opfer windiger Geschäftsmacher, die ihnen Policen abkaufen.
  2. Das Kapital fließt zumeist in riskante Geldanlagen wie partiarische Darlehen, Nachrangdarlehen und Mezzaninekapital.
  3. Verbraucher können so ihre ganzen Ersparnisse verlieren.
Stand: 23.03.2015

Die Kapitallebensversicherung ist eine schlechte Geldanlage und keine gute Altersvorsorge. Doch wenn man auf die Sprüche der Versicherer hereingefallen ist und einen solchen Vertrag abgeschlossen hat, sollte man ihn möglichst bis zum Ende durchhalten. Das schafft nur jeder vierte Versicherungsnehmer. Wer vorzeitig kündigt, erhält nur den kümmerlichen Rückkaufswert. So weit so schlecht.

Die Aufkäufer sind unterwegs

Doch es geht noch schlimmer. Verbraucher mit Lebensversicherungen werden immer wieder Opfer windiger Geschäftsmacher, die ihnen die Lebensversicherungen abkaufen und die Betroffenen auch noch um den kümmerlichen Rest des Kapitals bringen.

Das geht so: Die Aufkäufer behaupten, sie könnten die Lebensversicherungen aufwerten, sie würden nach der Kündigung der Verträge höhere Rückkaufswerte bei den Versicherungsunternehmen herausholen, als wenn der Verbraucher selbst kündigt. Dabei berufen sich manche sogar auf die von uns gegen Versicherungsunternehmen erstrittenen Urteile. Nach diesen Gerichtsurteilen ist die Verrechnung der Abschlusskosten und der Stornoabzug rechtwidrig zulasten der Versicherten erfolgt, was vielen Menschen Nachforderungen ermöglicht. Tatsächlich ist diese Behauptung ein Vorwand, um an die Auszahlungen aus den Verträgen zu kommen.

Riskante Alternativen

Mit dem ausgezahlten Kapital sollen Versicherte dann nach dem Willen der „Abschnacker“ riskante Geldanlagen wie partiarische Darlehen, Nachrangdarlehen und Mezzaninekapital erwerben. Diese Anlageformen werden bald durch das Kleinanlegerschutzgesetz reguliert sein. Bis dahin nutzen derzeit die Abschnacker aber noch den rechtlosen Zustand und gefährden dadurch die Ersparnisse der Verbraucher. Entweder werden sie in firmeneigene Anlageprodukte gesteckt oder es wird eine verzögerte Auszahlung des Kaufpreises für die Policen vereinbart. Immer wird die Nachrangigkeit der Forderungen vereinbart, damit die Produkte nicht der Finanzaufsicht unterfallen. Nachrangigkeit bedeutet, dass der Verbraucher im Falle der Insolvenz des Unternehmens mit seinen Auszahlungsansprüchen erst nach allen übrigen Gläubigern bedient wird.

Für die Betroffenen hat dies zur Konsequenz, dass sie ein staatlich überwachtes Finanzprodukt gegen ein völlig unbeaufsichtigtes Produkt eintauschen, bei dem sie befürchten müssen, ihr Geld vollständig zu verlieren.

Unser Rat

Lassen Sie sich nicht von überzogenen Gewinnerwartungen täuschen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Unternehmen weniger in Ihrem, sondern vielmehr im eigenen Interesse handeln.

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