Warnung vor dubiosen Reiseversicherungen von FASI

Sie haben als treuer Zeitschriftenabonnent einen Reiseversicherungsschutz aufgedrängt bekommen, der sich als teure Abofalle entpuppt hat? Damit sind Sie nicht allein. Der Anbieter FASI schiebt Verbrauchern anscheinend Versicherungsprodukte unter.

Idyllischer Strand

Das Wichtigste in Kürze

  1. Vermeintlich kostenloser Reiseversicherungsschutz der Flight Ambulance Services International GmbH (FASI) entpuppt sich als teure Abofalle.
  2. Untergeschobene Testmitgliedschaft verlängert sich automatisch in kostenpflichtige Police.
  3. Verbraucher sollten Auslandsreisekrankenversicherung bei einem seriösen Versicherer abschließen.
Stand: 14.12.2016

Sie sind Zeitschriftenabonnent und haben als treuer Kunde einen vermeintlich kostenlosen Reiseversicherungsschutz aufgedrängt bekommen, der sich jedoch als teure Abofalle entpuppt hat? Damit sind Sie nicht allein. Der Anbieter Flight Ambulance Services International GmbH (FASI) aus Limburg treibt Betroffene anscheinend ohne deren Einverständnis in fragwürdige Versicherungsprodukte. Das zeigen Fälle aus Verbraucherzentralen in nahezu allen Bundesländern, die unser Marktwächter-Team zusammentragen hat. 

Vom Angebot über die Test-Mitgliedschaft zur kostenpflichtigen Police

In Briefen der Wolfgang Klenk Abonnentenverwaltung wird dem „treuen Leser“ eine auf drei Monate befristete Test-Mitgliedschaft für eine In- und Auslandsreise-Rückholversicherung sowie eine Auslandsreise-Krankenversicherung durch den Kooperationspartner FASI angeboten. Doch auch wenn Verbraucher darauf nicht reagierten, erhielten sie eine Woche später von FASI die Bestätigung einer Testmitgliedschaft. Kündigten die Betroffenen nicht spätestens sechs Wochen vor Ablauf des dreimonatigen Probezeitraums, verlängerte sich die Police automatisch und wurde mit 69 Euro pro Jahr kostenpflichtig.

Nach Recherchen unseres Marktwächter-Teams war für Betroffene anhand der mitgeschickten Unterlagen und der Internetseite des Unternehmens nicht ersichtlich, welche Leistungen der Versicherungsschutz tatsächlich umfasste.

Sie müssen nicht zahlen: Aus Sicht unserer Versicherungsexperten ist dieses Geschäftsgebaren von FASI unlauter. Das Unternehmen gibt vor, es habe einen Vertragsschluss gegeben, doch dieser ist nie zustande gekommen, da die betroffenen Verbraucher keinerlei Willenserklärung abgegeben haben. Anders gesagt: Wenn Sie von FASI eine Rechnung für eine Versicherung erhalten, die sie nicht abgeschlossen haben, dann brauchen Sie auch nicht zu zahlen.

Marktwächter informieren Aufsichtsbehörde

Unser Marktwächter-Team hat das Unternehmen schriftlich aufgefordert, die unseriösen Geschäftspraktiken zu unterlassen. FASI sagte daraufhin zu, die eigenen Werbemaßnahmen anders zu gestalten, um „Kollisionen“ mit dem Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb zu vermeiden.

Danach wurden im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen jedoch neue Vertriebsmethoden bekannt: FASI-Mitarbeiter nahmen unter dem Vorwand eines Datenabgleichs telefonisch Kontakt zu Verbrauchern auf. Die Betroffenen fanden wenige Tage später auch das Angebot für die kostenlose Reiseversicherung im Briefkasten. Inzwischen haben wir die Industrie- und Handelskammer Limburg als zuständige Aufsichtsbehörde informiert.

Das Vorgehen des Unternehmens erinnert an die fragwürdigen Verkaufsmethoden Wolfgang Klenks, der etwa mit einem Video-Club und einer Vertriebsfirma für Zeitschriften-Abos in den vergangenen Jahren wiederholt negativ aufgefallen ist. Die Wolfgang Klenk Abonnentenverwaltung und FASI scheinen eng miteinander verbandelt zu sein. Beide Anbieter haben in ihren Briefen dieselbe Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Faxnummer angegeben.

Sinnvoller Versicherungsschutz für die Reise

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist eine sinnvolle und wichtige Versicherung. Sie sollten diese jedoch bei einem Versicherer abschließen und nicht bei einem dubiosen Anbieter, der ihnen für einen vergleichsweise hohen Mitgliedsbeitrag einen unklaren Versicherungsschutz verspricht.

Gute Auslandsreisekrankenversicherungen sind bereits für rund zehn Euro zu haben. Sie übernehmen neben den oft sehr hohen Kosten eines Rücktransports auch die Kosten für die medizinische Behandlung vor Ort.

Über den Marktwächter Finanzen

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert.

Weitere Informationen über das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

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