Reiserücktritt: Versicherer verweigern Leistung wegen Corona

Einigen Reiserücktrittsversicherern scheint der Corona Virus ein willkommener Anlass zu sein, ihren Kunden Leistungen zu verweigern. Uns liegen Fälle vor, in denen die Versicherer nicht zahlen wollen, obwohl die Reisen bereits vor der Corona-Krise ordnungsgemäß storniert wurden. Betroffene sollten sich gegen eine Absage wehren.

Kreuzfahrtschiff im Sonnenuntergang

Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine Reiserücktrittsversicherung muss zahlen, wenn der Versicherte eine Reise aufgrund eines versicherten Ereignisses (z.B. unerwartet schwere Krankheit, Tod eines nahen Angehörigen, Schwangerschaft …) nicht antreten kann.
  2. Einige Versicherer versuchen die weltweiten Reisewarnungen aufgrund der Corona-Krise zu nutzen, um Kunden Leistungen zu verweigern.
  3. Betroffene sollten einen abgelehnten Leistungsantrag nicht akzeptieren.
Stand: 30.04.2020

Jeder kennt sie: die Sorge, vor einer großen Reise zu erkranken und diese nicht antreten zu können. Mit dem Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung soll zumindest der finanzielle Schaden aufgefangen werden. Darauf ist in Zeiten der Corona-Pandemie aber leider nicht immer Verlass: Ein Verbraucher berichtete uns von der unfallbedingten Knie-OP seiner Frau, aufgrund dessen das Ehepaar eine gebuchte Kreuzfahrt am 9. März schweren Herzens stornieren musste. Einige Tage später sprach das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine weltweite Reisewarnung aus. Daraufhin sagte der Veranstalter die Reise offiziell ab. Die Stornokosten reichte der Verbraucher bei seiner Versicherung ein, die eine Zahlung ablehnte. Begründung: Die Reise sei ja eh abgesagt worden.

Aus unserer Sicht eine dreiste Argumentation

Zu dem Zeitpunkt der Stornierung war die weitere Entwicklung nicht absehbar. Nach unserer Auffassung muss die Rechtslage zum Zeitpunkt der Stornierung gelten. Viele Versicherer schließen in ihren Bedingungen die Leistungspflicht bei Pandemien aus. In unserem Fall hat der Verbraucher aber gar nicht wegen einer Pandemie storniert, sondern weil eine versicherte unerwartet schwere Erkrankung eingetreten war. Nach unser Auffassung hat er einen Anspruch darauf, die Stornokosten erstattet zu bekommen.

Eine Ablehnung sollten Sie nicht akzeptieren

Lassen Sie sich von einer Leistungsverweigerung Ihres Versicherers nicht verunsichern. Wenn Sie vor der Corona-Krise aufgrund eines versicherten Ereignisses ordnungsgemäß storniert haben, haben Sie einen Anspruch auf eine Erstattung der Kosten. Wir beraten Sie gerne bei allen Fragen zum Thema Reiserücktrittsversicherung – unabhängig und kompetent. Unsere Experten sind schriftlich oder am Telefon für Sie da.

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