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20. Februar 2012
Nach wie vor gibt es Rückstandsprobleme bei japanischen Lebensmitteln, aktuell konnte z.B. in einer örtlichen Nudespezialität Okinawa Soba 258 Bq Cäsium pro kg an radioaktivem Cäsium nachgewiesen werden. Die Nudeln wurden offensichtlich bei der Zubereitung durch Holzkohle aus der Präfektur Fukushima radioaktiv belastet. Es gelangen allerdings so gut wie keine belasteten Lebensmittel (Ausnahme: z.B. Grüner Tee) auf den Deutschen Markt. Trotzdem ist weiterhin Wachsamkeit angesagt, Behörden und Lebensmittelfirmen sollten die Untersuchungen auf jeden Fall weiterführen. Erfreulicherweise will Japan die Grenzwerte für belastete Lebensmittel im eigenen Land ab April 2012 senken: Lebensmittel dürfen dann nur noch 100 Bq, Milch und Babynahrung 50 Bq und Trinkwasser 10 Bq radioaktives Cäsium enthalten.
Die Untersuchungsergebnisse der japanischen Gesundheitsbehörde und weiterer Organisationen haben wir in einer Tabelle für Sie zusammengestellt.
12. Dezember 2011: Radioaktivität in Babynahrung
Es kommt immer schlimmer. Jetzt ist auch in der Babynahrung (Milchpulver) radioaktives Cäsium gefunden worden. Mit rund 31 Bq/kg wird zwar der Grenzwert von 200 Bq/kg nicht erreicht, doch viele Wissenschaftler fordern zu Recht, dass Babynahrung unbelastet bleiben muss. Die Säuglingsnahrung wurde vom Markt gezogen.
Auch die Atomkatastrophe von Tschernobyl wirft noch immer lange Schatten, selbst nach 25 Jahren werden noch immer Grenzwerte überschritten, insbesondere in Süddeutschland bei Pilzen und Wildfleisch. Die erschreckenden Ergebnisse finden Sie in folgender Tabelle.
Die aktuellen Grenzwerte finden Sie in folgender Tabelle.
29. November 2011: Zuviel radioaktives Cäsium im Reis
Japanische Behörden haben den Verkauf von Reis aus Fukushima verboten, die Belastung lag mit 1270 bzw. 630 Bq deutlich über dem Grenzwert von 500 Bq. Nach wie vor werden auch in anderen Lebenmsitteln erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Die EU hat daher das Importverbot von Lebensmitteln bis zum 31.3.2012 verlängert, wenn diese den Grenzwert überschreiten. Inzwischen ist der Chef des zerstörten Kraftwerks von Fukushima aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, er ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt.
21. November 2011: TV-Moderator an Leukämie erkrankt
Der Moderator Norikazu Otsuka wollte den Landwirten im Norden Japans helfen und verspeiste vor laufender Kamera Lebensmittel aus der Gegend um Fukushima, um deren Unbedenklichkeit zu beweisen. Jetzt ist er an Leukämie erkrankt. Es ist fraglich, ob diese Symptome unmittelbar auf dem Verzehr der belasteten Lebensmittel zurückzuführen sind. Ein kausaler Zusammenhang wird sich nicht eindeutig belegen lassen und ist eher unwarscheinlich, aber er kann auch nicht völlig ausgeschlossen werden: Denn bereits geringe Mengen an Radioaktivität können Schäden im Erbgut anrichten und bewirken, dass Zellen entarten. Erhöhte Cäsium-Werte wurden aktuell wieder im Reis gemessen.
2. November 2011: Fragwürdige PR-Aktion - Politiker trinkt Fukushima-Wasser
Die Raktoren sind immer noch nicht vollständig unter Kontrolle, offensichtlich findet zurzeit in einem Block wieder eine unkontrollierte Kernspaltung statt. Erhöhte radioaktive Werte sind offenbar nicht gemessen worden. Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass ca. doppelt so viel radioaktives Cäsium in die Umwelt gelangt ist, wie die japanische Regierung gleich nach der Katastrophe berechnet hatte. Ein Politiker machte durch ein skurriles Verhalten von sich reden. Er trank vor laufenden Kameras im japanischen Kabinettsbüro ein Glas dekontaminiertes Wasser, das aus einer Pfütze in Fukushima stammte. Welch eine billige PR-Aktion! Stattdessen wäre die Veröffentlichung der Messwerte von wirklichem Nutzen gewesen. Der Umgang der japanischen Regierung mit der Lebensmittelbelastung und dem gesundheitlichen Verbraucherschutz ist nach wie vor sehr leichtsinnig.
10. Oktober 2011: Neue Lebensmittelkontrollen nach erhöhten Radioaktivitätswerten
Bei einer in der Nähe von Fukushima geernteten Probe Reis wurde eine Belastung von 500 Becquerel gemessen. Daraufhin hat die japanische Regierung weitere Kontrollen angeordnet. Zuvor waren 400 Proben gezogen worden, dabei lag der Höchstwert noch bei 136 Becquerel.
In Nameko-Pilzen aus der Stadt Soma, die 40 Kilometer nördlich von Fukushima liegt, wurde der Grenzwert von 500 Becquerel sogar um das Neunfache überschritten. Diese Pilze dürfen nun nicht mehr geerntet werden.
Aufgrund der kürzlichen Funde von belastetem Grüntee und Algen, haben wir unsere Liste der Firmenreaktionen noch einmal überprüft und aktualisiert. Das werden wir auch weiterhin tun, so dass Verbraucher die Möglichkeit haben, sich über eventuell belastete Lebensmittel zeitnah zu informieren. Wir können diese Angaben nicht kontrollieren oder ihren den Wahrheitsgehalt überprüfen, trotzdem möchten wir sie Ihnen nicht vorenthalten.
14. September 2011: Europäische Union wil japanische Lebensmittel bis Jahresende kontrollieren
Die Europäische Union wird mindestens bis zum Jahresende an den Kontrollen für japanische Lebensmittel aus 13 Präfekturen festhalten. Das heißt weiterhin: Diese Lebensmittel dürfen nur dann importiert werden, wenn Zertifikate aus Japan belegen, dass keine erhöhte Strahlenbelastung vorliegt. Darüber hinaus wird ein Teil dieser Sendungen aus Japan auch in der EU stichprobenartig kontrolliert. Nach Jahresende soll monatlich entschieden werden, ob die Schutzmaßnahmen weiterhin notwendig sind. Aus Sicht der Verbraucherzentrale sind diese Maßnahmen unbedingt erforderlich - auch noch viele Jahre nach der Katastrophe, denn radioaktive Stoffe lagern sich sehr langfristig in Lebenmsitteln an.
29. August 2011: Verkauf und Transport von Rindfleisch aus Fukushima, Tochigi und Iwate wieder erlaubt
Der Verkauf und der Transport von Rindfleisch in den japanischen Präfekturen Fukushima, Tochigi und Iwate ist seit dem 19. August wieder erlaubt worden. In den betroffenen Regionen werden weiterhin stichprobenartige Untersuchungen durchgeführt, z.B. eine Kuh pro Betrieb und Quartal, schwerpunktmäßig in den Schlachthöfen. Zum Hintergrund: Das kontaminierte Fleisch von rund 1500 Tieren war vorher landesweit in den Handel gekommen. Die Aufhebung des Verkaufsverbot ist kaum verständlich, zumal die Kontrolldichte auf grund der geringen Probenzahl sehr niedrig ist.
9. August 2011: Kritik an Informationspolitik der japanischen Regierung
In H amburg wurden seit Mai diesen Jahres 65 Lebensmittel aus Japan kontrolliert (Tee, Sojaprodukte und Meeresprodukte), diese waren nicht radioaktiv belastet. Dagegen hat der japanische Außenminister angeordnet, dass seine Botschaften und diplomatische Vertretungnen im Ausland nicht mehr sagen dürfen, dass die Produkte sicher seien. Die Glaubwürdigkeit der japanischen Informationspolitik wurde von vielen Akteuren in Frage gestellt. Die behördlichen Organisationen wurden angewiesen, auf die Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen hinzuweisen. Diese scheinen auch dringend nötig, denn in den Reaktorruinen sind wieder sehr hohe Radioaktivitätswerte nachgewiesen worden. Die japansiche Bevölkerung versucht sich zurzeit mit Reis aus der alten Ernte einzudecken. Weitere Einschränkungen: Der weitere Verkauf und Transport von Rindfleisch aus weiteren Präfekturen (seit dem 28. Juli aus Miyagi, seit dem 1. August aus Iwate und seit dem 2. August aus Tochigi) wurde verboten.
26. Juli 2011: Verkauf und Transport von Rindfleisch aus Fukushima gestoppt
Verkauf und Transport von Rindfleisch aus Fukushima sind gestoppt worden! Mehr als 1349 Kühe hatten kontaminiertes Reisstroh bzw.Heu gefressen, das Fleisch einer Stichprobe war deutlich über dem Grenzwert belastet, im Schnitt mit 1750 Becquerel radioaktivem Cäsium (Grenzwert: 500 Becquerel). Zukünftig soll der Urin von Kühen auf Radioaktivität getestet werden, zusätzlich bekommen die belasteten Kühe Futtermittel aus den westlichen, weniger belasteten Regionen Japans, damit sie weniger radioaktive Stoffe aufnehmen. Das Fleisch wurde im gesamten Land verzehrt, die Regierung versprach verstärkte Messungen, bisher fehle allerdings das Personal dafür. Unser Kommentar: Eine bessere Lebensmittelkontrolle ist aus Verbrauchersicht unerläßlich!
Auch der Vertrieb von Shiitake Pilzen aus Gewächshäusern in Date-Shi und Motomiya-shi wurde am 19. Juli verboten.
Weltweite Importbeschränkungen, die für japanische Lebensmittel gelten, haben wir in dieser Tabelle für Sie zusammen gefasst.
15. Juni 2011: Erhöhte Cäsium-Werte im Tokioter Trinkwasser
Im Trinkwasser von Tokio wird seit einiger Zeit radioaktives Cäsium-137 nachgewiesen, die Werte waren mit 0,21 Becquerel (April) und 0,14 Becquerel (Juni) zwar sehr gering, aber trotzdem ist jede zusätzliche Belastung problematisch. So konnte bei 10 japanischen Kleinkindern bereits Radioaktivität im Urin nachgewiesen werden. Die besonders strahlenempfindlichen Kleinkinder werden offenbar mit kontaminierter Nahrung oder Trinkwasser belastet. In einer weiteren Präfektur (Gunma) ist der Verkauf von grünem Tee von dem japanischen Gesundheitsministerium verboten worden.
3. Juni 2011: Grüner Tee aus vier japanischen Präfekturen zurückgerufen
Das japanische Gesundheitsministerium hat laut Kyodo News Grünen Tee aus vier Präfekturen verboten und bereits ausgelieferte Bestände zurückgerufen. Es handelt sich dabei um Teile der Regionen Tochigi, Chiba und Kanawaga sowie aus der gesamten Ibaraki-Präfektur. In Kanawaga waren bereits Anfang Mai 570 Becquerel radioaktives Cäsium pro Kilogramm Tee gefunden worden. Der Grenzwert liegt bei 500 Becquerel.
1. Juni 2011: Weitere Kontrollen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan
Zehn Wochen sind bereits seit dem schweren Erdbeben und der Reaktorkatastrophe in Fukushima vergangen. Aus der Ruine tritt jedoch immer noch Radioaktivität aus. Wann die Lage unter Kontrolle gebracht werden kann, ist derzeit noch unklar. Nun haben sich die Mitgliedstaaten der EU darauf geeinigt, die Kontrollen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan bis zum 30. September 2011 zu verlängern. Danach soll die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen erneut überprüft werden. Die neue Verordnung trat am 25. Mai 2011 EU-weit in Kraft. Aufgrund eines Fundes von radioaktiv belasteten Teeblättern in der Präfektur Kanagawa hat die EU ihre Schutzmaßnahmen auf diese Region ausgeweitet. Sämtliche Lebensmittel aus nun 13 Präfekturen müssen untersucht werden, bevor sie für den Export in die EU-Länder zugelassen werden.
Alle Lieferungen aus Japan werden weiterhin vorbeugend aus Gründen des Verbraucherschutzes an den Außenkontrollstellen der EU angehalten und überprüft. Waren aus den betroffenen Regionen dürfen nur dann eingeführt werden, wenn ein Untersuchungsbericht aus dem Herkunftsland Japan bescheinigt, dass keine erhöhte radioaktive Belastung vorliegt. Zusätzlich werden Stichproben zur weiteren analytischen Kontrolle in der EU gezogen.
In Deutschland ist bei amtlichen Kontrollen von Lebensmittelimporten aus Japan bislang keine erhöhte Strahlenbelastung festgestellt worden.
28. April 2011: Wie schädlich ist radioaktive Strahlung?
Inzwischen stuft auch die Weltgesundheitsorganisation die radioaktive Belastung in Japans Lebensmitteln als sehr ernstes gesundheitliches Problem ein. Ionisierende Strahlung kann die Bausteine von Zellen und insbesondere die Erbsubstanz (DNS) verändern oder zerstören. Der Körper besitzt zwar die Fähigkeit, geschädigte Zellen zu erkennen und zu reparieren, je nach Intensität der Strahlung können jedoch Schäden zurückbleiben. Besonders gefährlich ist das radioaktive Cäsium. Es reichert sich in der Nahrungskette an und gelangt z. B. auch in alle Nahrungsmittel, die auf kontaminierten Böden angebaut werden. Radioaktivität in Lebensmitteln wird in Becquerel gemessen. Ein Becquerel (Bq) bedeutet, dass in dem jeweiligen Produkt ein Atomkern pro Sekunde zerfällt. Je höher der Bq-Wert, umso höher die Strahlung, die im schlimmsten Fall krebserregend wirkt
Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem die Strahlung gefährlich wird. Das Strahlenschutzvorsorgegesetz legt fest, dass die Strahlenexposition der Menschen und die radioaktive Kontamination der Umwelt "... so gering wie möglich zu halten..." sind. Kinder, Schwangere oder Menschen mit eingeschränktem Immunsystem sind besonders gefährdet.
Zum Vergleich: Wir haben Belastungssituationen gegenübergestellt.
8. April 2011: Europäische Kommission legt strengere Grenzwerte fest
Nachdem die Europäische Kommission die Grenzwerte nach der Reaktorkatastrophe auf unverantwortliche Weise herauf gesetzt hatte, sind diese seit dem 8. April 2011 wieder gesenkt worden. Genauso wie in Japan gilt für Cäsium ein Grenzwert für Milch und Milchprodukte von 200 Becquerel pro Kilogramm (zuvor 1000), für andere Lebensmittel 500 Becquerel pro Kilogramm (zuvor 1250) und für Getränke 200 Becquerel pro Kilogramm (zuvor 1000). Diese Tabelle stellt alle aktuell gültigen Werte gegenüber.
Weiterhin werden alle Lieferungen aus Japan an den Grenzen gesondert überprüft. Die Ankunft muss zwei Tage zuvor angemeldet werden. Waren aus den betroffenen Regionen muss ein Zertifikat beigefügt werden, dass bescheinigt, dass keine erhöhte Belastung vorliegt. 10 Prozent dieser Zertifikate werden nachkontrolliert. Bei den Kontrollaktionen sollten gerade auch die Herkunftsangaben einer kritischen Prüfung unterzogen werden.
6. April 2011: Warum sind kontaminierte Lebensmittel so gefährlich?
Das radioaktive Cäsium wird vom Körper mit Kalium verwechselt und teilweise in den Körper eingelagert. Dadurch findet eine langfristige radioaktive Belastung statt. Die Halbswertszeit beträgt 30 Jahre. Radioaktiv belastete Lebensmittel bergen deshalb über lange Zeit ein großes Gefährdungspotentzial und müssen ständig überwacht werden.
Lebensmittel, die aufgrund der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch immer höher belastet sind, zeigt diese Übersicht.
Wie hoch war die Lebensmittelbelastung nach Tschernobyl? Hier finden Sie Vergleichswerte nach dieser atomaren Katastrophe.
5. April 2011: Welche Lebensmittel könnten zukünftig belastet sein?
Nach dem Erdbeben zogen radioaktive Wolken hauptsächlich über Japan und über den Pazifik. Kontaminiertes Wasser aus den Reaktorruinen wurde von der Betreiberfirma Tepco ins Meer gepumpt. Daher könnten Fische, Algen oder Meeresfrüchte belastet sein. Die Herkunft von Fischen – frisch, tiefgefroren oder geräuchert – wird auf den Verpackungen und an der Theke mit dem Fanggebiet gekennzeichnet werden. Der Nordwestpazifik grenzt an Japan und ist nach den Vorgaben der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) das Fanggebiet 61. Auch die Beringsee bei Russland gehört zu diesem Fanggebiet. Hier werden vor allem Alaska-Seelachs (daraus werden Fischstäbchen hergestellt), Wildlachs, Seeteufel, pazifische Scholle oder pazifische Kabeljau gefangen: www.fischinfo.de.
Der Nordostpazifik – Fanggebiet 67 - westlich der USA (Golf von Alaska und Beringsee) könnte zukünftig ebenfalls betroffen sein. Weitere Aussagen zur Radioaktivität in Lebensmitteln hängen von Verdünnungseffekten, der Windrichtung und der weiteren Wetterlage (z. B. Regengebiete) vor Ort ab.
Wir fordern
- Schaffung von Transparenz, d. h. Nennung der belasteten Produkte inklusive Namen und Hersteller.
- Fortführung der Untersuchungen für mindestens zehn Jahre, insbesondere in den Fanggebieten 61 und 67
Stand vom Montag, 20. Februar 2012
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