Frauen zahlen mehr

Gruppenbild von den Produkten, die die Verbraucherzentrale für die Aktion "Frauen zahlen mehr" eingekauft hatAm 8. März war Frauentag. Für uns ein schöner Anlass, um nochmals auf das Phänomen der sogenannten Pink Tax hinzuweisen. Demnach müssen Frauen für gleiche Produkte wie Rasierklingen, Kosmetik oder sogar Laptoptaschen deutlich mehr zahlen als Männer. Hersteller und Händler nutzen offenbar aus, dass Frauen bereit sind, mehr Geld für bestimmte Produkte auszugeben.

Bei einer aktuellen Erhebung haben wir Preisaufschläge  – die sogenannte Pink Tax – von bis zu 200 Prozent ausfindig gemacht. Rasierutensilien wie Einwegrasierer, Nachfüllklingen oder Rasierschaum für Frauen kosteten bei unserem Marktcheck im Durchschnitt etwa 60 Prozent mehr. Auch Parfüms oder Deos waren für Frauen durchweg teurer.

Puls TV vom Bayerischen Rundfunk hat das Thema aufgeriffen und darüber berichtet. Hier können Sie sich die Sendung anschauen.

Wenn Sie weitere Produkte kennen, für die Frauen tiefer ins Portemonnaie greifen müssen, informieren Sie uns – am besten per E-Mail. Wir ergänzen unsere Liste dann entsprechend.

Seit Jahren die gleiche Masche

Bereits 2015 hatten wir „männliche“ und „weibliche“ Versionen verschiedener Produkte miteinander verglichen. Damals waren bei neun unterschiedlichen Rasierprodukten aus Drogeriemärkten die Preise durchschnittlich über 40 Prozent höher für die Frauenvariante. Warum ein baugleicher Rasierer, der sich nur in der Farbe unterscheidet, für Frauen deutlich mehr kosten soll, ist für uns nicht nachvollziehbar.

Preisunterschiede beim Friseur hatten wir ebenfalls festgestellt. Das ist dann nachvollziehbar, wenn – wie häufig bei Frauen – die Haargestaltung aufwendiger ist. Wir können aber nicht verstehen, dass Frauen für einen einfachen Kurzhaarschnitt bis zu 40 Prozent mehr zahlen sollen als Männer.

Auch bei der Reinigung von Textilien wird kräftig abkassiert. So kostete das Säubern einfacher Frauenblusen zwischen 60 und 80 Prozent mehr als das von Männerhemden. Die Blusen sollen laut Anbieter aufwändiger zu reinigen sein. Positiv: Bei den Kaufpreisen von Kleidung hatten wir in unserer 2015er-Stichprobe kaum Unterschiede festgestellt.

Wir fordern Hersteller und Einzelhändler auf, die Preisdiskriminierung von Frauen zu unterlassen. Denn Frauen werden mit diesen Tricks doppelt benachteiligt, weil sie darüber hinaus meist noch weniger Geld verdienen als Männer.

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Stand vom Dienstag, 10. Mai 2016

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