Pink Tax: Frauen zahlen mehr

Frauen sollten beim Kauf von Drogerieartikeln wie Rasierklingen, Deos oder Parfüms besser sehr genau hinschauen. Denn: Hersteller und Händler langen bei „weiblichen“ Produkten kräftig zu. Sie kosten fast immer mehr als die Versionen für Männer. Auch für einen Haarschnitt beim Friseur oder die Reinigung von Textilien müssen Frauen oft mehr Geld auf den Tisch legen. Hersteller und Händler nutzen offenbar aus, dass Frauen bereit sind, für bestimmte Produkte oder Dienstleistungen mehr zu zahlen als Männer.

Pink Tax: Preisdiskriminierung nach Geschlecht
  • Frauen müssen für etliche Produkte (insbesondere Drogerieartikel) und Dienstleistungen (z.B. Friseur oder Textilreinigung) höhere Preise zahlen als Männer.

  • Die Aufschläge betragen bis zu 200 Prozent.

  • Die Preise unterscheiden sich, obwohl die Produkte meist baugleich sind und nur die Farbgebung anders ist.


Pink Tax abschaffen: Wir fordern Hersteller und Einzelhändler auf, die Preisdiskriminierung von Frauen zu unterlassen. Denn Frauen werden mit diesen Tricks doppelt benachteiligt, weil sie darüber hinaus meist noch weniger Geld verdienen als Männer.

Schwarze Schafe nennen: Wenn Sie weitere Produkte und Dienstleistungen kennen, für die Frauen tiefer ins Portemonnaie greifen müssen, informieren Sie uns – am besten per E-Mail. Wir führen unsere Listen fort.


Neuigkeiten zum Thema


1. Oktober 2016: Politik will gegen Gender Pricing vorgehen
Unsere Untersuchungen tragen schon erste Früchte: Die Verbraucherschutzministerkonferenz war sich einig, die Hersteller und den Einzelhandel aufzufordern, die Preisdiskriminierung bei Produkten wie beispielsweise Rasierschaum oder Einwegrasierern zu unterlassen. Darüber hinaus ist ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, um den Sachverhalt genauer zu untersuchen, bestehende Gesetzeslücken zu ermitteln und zu schließen.

7. März 2016: Frauen zahlen immer noch mehr
Am 8. März war Frauentag. Für uns ein schöner Anlass, um nochmals auf das Phänomen der sogenannten Pink Tax hinzuweisen. Bei einer Erhebung haben wir Preisaufschläge von bis zu 200 Prozent ausfindig gemacht. Rasierutensilien wie Einwegrasierer, Nachfüllklingen oder Rasierschaum für Frauen kosteten bei unserem Marktcheck im Durchschnitt etwa 60 Prozent mehr. Auch Parfüms oder Deos waren für Frauen durchweg teurer.

Mai 2015: Frauen zahlen mehr
Bei einem Marktcheck im Mai 2015 haben wir herausgefunden: Für Rasierklingen, Rasierschaum, Kosmetik, Parfum, Friseur und Reinigung zahlen Frauen einen Aufschlag von bis zu 100 Prozent. Bei im Wesentlichen gleichen Produkten kostete die rosa Variante deutlich mehr.

Gruppenbild von den Produkten, die die Verbraucherzentrale für die Aktion "Frauen zahlen mehr" eingekauft hatSo waren bei neun unterschiedlichen Rasierprodukten aus Drogeriemärkten die Preise durchschnittlich über 40 Prozent höher für die Frauenvariante. Warum ein baugleicher Rasierer, der sich nur in der Farbe unterscheidet, für Frauen deutlich mehr kosten soll, ist für uns nicht nachvollziehbar.

Preisunterschiede beim Friseur hatten wir ebenfalls festgestellt. Das ist dann nachvollziehbar, wenn – wie häufig bei Frauen – die Haargestaltung aufwendiger ist. Wir können aber nicht verstehen, dass Frauen für einen einfachen Kurzhaarschnitt bis zu 40 Prozent mehr zahlen sollen als Männer.

Auch bei der Reinigung von Textilien wird kräftig abkassiert. So kostete das Säubern einfacher Frauenblusen zwischen 60 und 80 Prozent mehr als das von Männerhemden. Die Blusen sollen laut Anbieter aufwändiger zu reinigen sein. Positiv: Bei den Kaufpreisen von Kleidung hatten wir kaum Unterschiede festgestellt.

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Stand vom Mittwoch, 9. November 2016

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