Almased muss 50.000 Euro zahlen

Werbung mit konkreten Angaben über Dauer und Ausmaß einer Gewichtsreduktion muss die Almased Wellness GmbH seit Urteilen des Landgerichts Lüneburg (Urteil vom 2. April 2015, Az. 7 O 106/14) und des Oberlandesgerichts in Celle (Urteil vom 22. Oktober 2015, Az. 13 U 47/15) unterlassen. Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen. Almaseds wettbewerbswidrige Werbung war damit eigentlich verboten, doch der Schlankheitsmittelhersteller hat das Produkt „Almased Vitalkost“ auf seiner Internetseite weiterhin mit irreführenden Aussagen beworben. Nun muss Almased ein Ordnungsgeld von 50.000 Euro zahlen. Die Verfahren führte die Verbraucherzentrale Sachsen.

Almased-Werbung ist unzulässig, teilweise irreführend und damit gesetzeswidrig

Wenn es doch so einfach wäre, wie Almased verspricht. Auf der Internetseite des wohl bekanntesten Schlankheitsmittels wimmelt es nur so von Berichten über Abnehmerfolge mit Almased, wie beispielsweise „In wenigen Monaten von 75 auf 60 Kilo“. Die Produktverpackung deklariert „aktiviert den Stoffwechsel“ oder „reguliert nachweislich den Blutzuckerspiegel“. Auch in bekannten Fachzeitschriften heißt es in einer Anzeigenwerbung des Unternehmens, dass Almased sogar auch schmerzlindernd sein könne und bei Rheuma, Osteoporose und Diabetes unterstützend helfen würde.

Doch all diese Aussagen und Anpreisungen sind nach den Urteilen der beiden Gerichte unzulässig, teilweise irreführend und damit gesetzeswidrig.

Keine Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof

Das Oberlandesgericht Celle hat in zweiter Instanz gegen das Urteil keine Revision zugelassen. Die Almased Wellness GmbH hat daraufhin die Möglichkeit genutzt, Nichtzulassungsbeschwerde einzulegen, um eine Zulassung der Revision beim Bundesgerichtshof zu erreichen. Doch die Beschwerde wurde zurückgewiesen. Almased muss also die bereits gefällten Urteile akzeptieren.

Pulver gegen Pfunde?

Jeder, der schon einmal eine Radikaldiät ausprobiert hat, wird es bestätigen können: Schlankheitsmittel alleine führen langfristig nicht zu einer Gewichtsabnahme. Ein „Wundermittel“, das uns dauerhaft und sofort die Traumfigur beschert, existiert (leider) nicht.

Dass man mit Almased – zumindest kurzfristig – abnehmen kann, bestreiten wir nicht. Andere Schlankheitsmittel hingegen sind oft gänzlich unwirksam – im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich. Der Markt ist unüberschaubar, denn jeden Tag werden neue Wundermittel über Werbebriefe, Zeitschriftenannoncen und Internet angeboten.

Zum Weiterlesen

In unserem Beitrag „Schlankheitsmittel: Was ist dran an Pulvern und Pillen?“ geben wir Ihnen einen Überblick zu den verschiedenen Wirkstoffgruppen von Schlankheitsmitteln und ihren möglichen Risiken.

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Stand vom Mittwoch, 6. September 2017

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