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Selbst kochen oder Fertiggericht – was lohnt sich wirklich?

Fertiggerichte sparen Zeit. Die Hersteller sparen jedoch auch bei wertgebenden Zutaten. Teilweise sind Fertiggerichte doppelt so teuer wie die frisch gekochte Variante. Wir haben fünf beliebte Gerichte mit selbstgekochten Varianten verglichen. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede bei Preis, Zutaten und Geschmack.

Übersicht Produkte Marktchecke Fertiggericht Selbstgekocht

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat beliebte Fertiggerichte bezüglich Preis, Zutaten, Zeitaufwand und Geschmack mit selbstgekochten Varianten verglichen. 
  2. Die selbstgekochten Speisen zeichnen sich durch frische, hochwertige Zutaten und einen höheren Gemüseanteil aus. Die Fertiggerichte punkten mit kurzer Zubereitungszeit. 
  3. Die Fertiggerichte sind in zwei Fällen sogar deutlich teurer als das selbstgekochte Gericht. Die Preisunterschiede betragen bis zu 180 Prozent. Teilweise sind sie günstiger, dann wird allerdings auch an den wertgebenden Zutaten gespart. 
Stand: 19.10.2026

Um herauszufinden, ob sich Selbstgekochtes oder Fertiggerichte lohnen, haben wir fünf beliebte Gerichte in den drei Kategorien Preis & Zutaten, Aufwand und Geschmack verglichen: Pizza Margherita, Bolognese, Pfannkuchen, Linseneintopf und Wraps mit Thunfisch. 

Zunächst haben wir die Preise der Fertiggerichte in vier Supermärkten bzw. Discountern (Edeka, Aldi, Lidl, Penny) verglichen. Das jeweils günstigste Fertiggericht haben wir in den Marktcheck aufgenommen und im Anschluss Rezepte herausgesucht, die der Rezeptur der Fertiggerichte möglichst nahekamen. Die Zutaten kauften wir jeweils im gleichen Laden wie das Fertiggericht. Beide Varianten verkosteten unsere drei Teilnehmenden blind.  

Preis und Zutaten 

Bei zwei Gerichten war der Preisunterschied nur gering. Bei weiteren zwei der fünf Gerichte kostete das Fertiggericht ungefähr beziehungsweise deutlich mehr als doppelt so viel wie das Fertiggericht (Wrap, Preisunterschied + 93 Prozent, und Pfannkuchen, Preisunterschied + 180 Prozent), obwohl wir jeweils das günstigste Gericht im Handel zum Vergleich heranzogen. Einzig die Fertig-Bolognese war deutlich günstiger als die frische Variante. Das wirkte sich jedoch auf die Zutaten aus. So enthielt die Fertig-Bolognese rund 66 Prozent weniger Fleisch als die selbstgekochte Variante. 

Tierische Produkte wie Fleisch oder Käse tragen deutlich mehr zu hohen Preisen bei als beispielsweise Gemüse. Doch selbst am Gemüse wird bei den Fertigprodukten gespart. Für die selbstgekochten Gerichte kauften wir die üblichen Packungsgrößen, zum Beispiel Mehl in der Ein-Kilogramm-Packung. Die Preise verrechneten wir jeweils mit dem verwendeten Anteil. Beim Linseneintopf in der Dose war das günstigste auffindbare Produkt ein Bio-Produkt.

Zeit 

Der größte Vorteil der Fertiggerichte ist, dass sie sehr schnell zubereitet sind. Da wir den fertigen Wrap nur auspacken mussten, fiel die Zubereitungszeit hier komplett weg. Die anderen Fertiggerichte bereiteten wir in weniger als einer Viertelstunde zu. Beim Selbstkochen variierten die Zubereitungszeiten stark. Im Vergleich zu den Fertiggerichten dauerte die Vorbereitung bei den frisch gekochten Varianten länger. 

Die Kochzeiten variierten auch dadurch, dass wir mit dem Rezept größere Portionen zubereiten. Die Kochzeit relativierte sich, da wir zum Beispiel beim Eintopf mit dem verwendeten Rezept mehr als die doppelte Menge des Fertiggerichtes zubereiten. Das erhöhte die Kochzeit, die Menge reichte jedoch für deutlich mehr Mahlzeiten. Bei der Pizza war die Gehzeit des Hefeteigs maßgeblich. Diese konnten wir jedoch für andere Tätigkeiten nutzen. Wenn es schnell gehen soll, kann es ein guter Kompromiss sein, ein schnelles Fertiggericht mit einigen hochwertigen frischen Zutaten zu ergänzen.  

Geschmack 

Im Geschmackstest siegten mit einer Ausnahme die frisch zubereiteten Varianten. Nur beim Wrap kam es zu einem Unentschieden. Bei den frischen Varianten lobten unsere Testpersonen je nach Produkt die angenehmere Konsistenz, die Würzung und den höheren Anteil an Fleisch und Gemüse. Beim Fertiggericht gab es Kritik, aber auch Lob an Konsistenz und Würzung. Mehrheitlich überzeugen konnte jedoch keines der Fertiggerichte. 

Hinweis: Die Ergebnisse unseres Checks und die Angaben zu Preisen, Zutaten und Zeitaufwand haben wir in einer Tabelle für Sie zusammengestellt. Diese finden Sie auch verlinkt in den folgenden Abschnitten der einzelnen Gerichte. 

Pfannkuchen 

Preis und Zutaten: Die Pfannkuchen, die wir mit der Backmischung zubereiteten, kosteten, nach Packungsanweisung mit Milch und Öl zubereitet, deutlich mehr als doppelt so viel wie die selbstgemachten Pfannkuchen. Im Fertigprodukt war Vollei-Pulver enthalten. Es ist zwar lange haltbar, kann gegenüber frischen Eiern aber Geschmack und Textur beeinträchtigen und durch die Sprühtrocknung hitzeempfindliche Vitamine verlieren. 

Aufwand: Die Fertigvariante benötigte 28 Minuten für insgesamt vier Pfannkuchen – rund sieben Minuten pro Pfannkuchen. Die Zubereitung bei der selbstgekochten Variante dauerte mit 57 Minuten insgesamt länger. Wir konnten mit dem Teig aber sieben Pfannkuchen backen, so dass die Zeit pro Pfannkuchen mit etwa acht Minuten kaum länger war. 

Geschmack: Beim Geschmackstest schlug die selbst gekochte Variante das Fertiggericht. Die selbstgemachten Pfannkuchen empfanden unsere Testpersonen als süßer. Geschmacklich überzeugte das Fertigprodukt nicht: Der Teig war zäh und gummiartig, ließ sich nicht dünn ausgießen und schmeckte wenig süß. 

Fazit: Das Fertiggericht war deutlich teurer als die selbstgekochte Variante. Zahlen & Fakten finden Sie noch einmal übersichtlich in einer Tabelle zusammengestellt. 

Pizza Margherita 

Preis und Zutaten: Obwohl die frische Pizza deutlich mehr wertgebende Zutaten wie frisches Basilikum, Olivenöl und mehr Mozzarella enthielt, war die Fertigpizza aus dem Dreierpack gerade mal 7,5 Prozent günstiger. Auf der Fertigpizza befanden sich 66,6 Gramm Tomatenpüree sowie jeweils 20,1 Gramm Edamer und Mozzarella. Der Hersteller ersetzte also die Hälfte des Mozzarellas durch den günstigeren Edamer. Hätten wir für die selbstgemachte Variante die gleiche Menge Käse wie beim Fertiggericht genommen (13,4 Prozent), läge die selbstgemachte Variante deutlich unter dem Kilopreis der Fertigpizza. Die selbstgemachte Pizza enthielt 200 Gramm Dosentomaten (24,5 Prozent) und 250 Gramm Mozzarella (30,6 Prozent).  

Geschmack: Beim Geschmackstest fiel der feste Teig und geringe Geschmack der Fertigpizza auf. Den selbstgemachten Teig empfanden unsere Testpersonen als fluffig. Die selbstgebackene Variante war der einstimmige Gewinner im Geschmackstest. 

Aufwand: Nach zehn bis zwölf Minuten im vorgeheizten Ofen war die Tiefkühlpizza fertig. Für die selbstgebackene benötigten wir insgesamt 113 Minuten, davon 82 Minuten für den Teig. 75 Minuten davon waren reine Gehzeit, also Zeit, in der wir nicht aktiv in der Küche stehen mussten. 

Fazit: Der Aufwand für eine selbstgemachte Pizza war hoch, aber sie konnte geschmacklich überzeugen. Die selbstgebackene Pizza zeigte, dass ein günstiger Preis beim Fertiggericht durch das Weglassen hochwertiger Zutaten entsteht. Der selbstgemachte Teig lohnt sich besonders, wenn man größere Mengen herstellt und portionsweise einfriert. Zahlen & Fakten finden Sie noch einmal übersichtlich in einer Tabelle zusammengestellt. 

Linseneintopf 

Preis und Zutaten: Der selbstgekochte Linseneintopf war etwas günstiger und enthielt deutlich weniger Salz und wesentlich mehr Gemüse. Er punktete mit einem Gemüseanteil von insgesamt 89,5 Prozent, während das Fertiggericht nur knapp zur Hälfte aus Gemüse bestand (48,4 Prozent). 

Aufwand: Nach vier bis sechs Minuten Erwärmen war das Fertiggericht fertig. Die Zubereitung der selbstgekochten Variante dauerte 52 Minuten, davon entfielen 15 Minuten auf das Köcheln, währenddessen wir andere Dinge erledigen konnten. 

Geschmack: Den Geschmackstest gewann die selbstgekochte Variante einstimmig. Das Gericht aus der Dose überzeugte weniger: Berichtet wurden eine matschige Konsistenz und ein recht salziger Geschmack. Das Fertiggericht enthielt im Gegensatz zu der frischen Variante zugesetzten Zucker. Die selbstgemachte Version empfanden unsere Testpersonen als angenehmer, weil sie mehr Stücke zum Kauen bot.  

Fazit: Die Zubereitung des frisch gekochten Eintopfes ist etwas zeitaufwändiger. Das lohnt sich jedoch, da dieser günstiger ist und mehr Gemüse enthält. Der selbstgekochte Linseneintopf lässt sich gut in größeren Mengen kochen, schmeckt am nächsten Tag oft noch besser und lässt sich portionsweise einfrieren. Zahlen & Fakten finden Sie noch einmal übersichtlich in einer Tabelle zusammengestellt. 

Wraps 

Preis und Zutaten:  Die fertig gekauften Thunfisch-Wraps kosteten pro Kilogramm fast doppelt so viel wie die frisch gefüllten Wraps. Fast die Hälfte des Gewichts der Fertigwraps entfiel auf den Weizenfladen. Die selbstgemachte Variante dagegen kam auf zwei Drittel Füllung, während der Teigfladen nur ein Drittel ausmachte. Beim frisch belegten Wrap bestand die Füllung aus Thunfisch, Mais, frischen Tomaten, Salat sowie mit Gewürzen und Milch angerührtem Frischkäse. Bei der Fertigvariante wurde der Thunfisch statt mit frischem Gemüse mit eingelegten Sorten und Mayonnaise ergänzt. Außerdem enthielt die Fertigvariante mehr Zusatzstoffe.  

Aufwand: Ohne Zubereitungszeit konnten unsere Testpersonen die Fertig-Wraps direkt essen. Die Zubereitung der frisch belegten Wraps dauerte 22 Minuten. 

Geschmack: Der Geschmackstest endete unentschieden. Unsere Testpersonen beschrieben die fertigen Wraps als trocken, aber „ganz lecker“. Bei den selbstgemachten hoben unsere Testpersonen den höheren Gemüseanteil und den leckeren Geschmack hervor.

Fazit: Bei den Wraps war der Zeitvorteil des Fertiggerichts am größten, sie kosteten jedoch fast das doppelte der selbstgemachten Variante. Wer die Kosten für die selbstgemachte Variante weiter senken möchte, kann den teuren Thunfisch beispielsweise durch Hülsenfrüchte, Falafel oder Ei ersetzen. Auch Vollkorn-Wraps können das schnelle Gericht aufwerten, sie kosteten teilweise genauso viel wie die Weizenvariante. Zahlen & Fakten finden Sie noch einmal übersichtlich in einer Tabelle zusammengestellt. 

Bolognese 

Preis und Zutaten: Die frisch gekochte Bolognese war wegen des deutlich höheren Anteils an wertgebenden Zutaten – insbesondere Fleisch – doppelt so teuer wie die Fertigsauce aus dem Glas. Die Fertigsauce enthielt nur 16 Prozent Rindfleisch, während das Rezept für die selbstgemachte Variante rund 46 Prozent Fleisch vorsah. Auch der Gemüseanteil war bei der selbstgemachten Variante höher. Hätten wir die gleiche Menge Rinderhack wie beim Fertiggericht verwendet, wäre der Preisunterschied zwischen den beiden Varianten deutlich geringer ausgefallen.  

Aufwand: Die frisch gekochte Bolognese benötigte insgesamt 67 Minuten Kochzeit, wobei 50 Minuten davon die Soße lediglich köchelte und wir die Zeit somit für andere Tätigkeiten nutzen konnten. Das Fertiggericht wärmten wir in vier bis fünf Minuten auf. 

Geschmack: Beim Geschmackstest schlug die selbst gekochte Variante das Fertiggericht. Die Fertigbolognese enthielt zugesetzten Zucker, während das frisch gekochte Gericht ohne Zuckerzusatz auskam. 

Fazit: Bei der Bolognese war das Fertigprodukt deutlich günstiger, während die selbstgekochte Soße vor allem bei den Zutaten punktete. Wer die selbstgekochte Variante günstiger machen möchte, kann einen Teil oder sogar das gesamte Hackfleisch durch rote Linsen ersetzen. Eine selbstgemachte vegetarische Variante würde nur noch etwa ein Drittel von der Variante mit Fleisch kosten. Außerdem eignet sich Bolognese hervorragend zum Vorkochen und Einfrieren. Zahlen & Fakten finden Sie noch einmal übersichtlich in einer Tabelle zusammengestellt. 

UNSERE TIPPS 

Selbst kochen: Wer regelmäßig selbst kocht, kann in den meisten Fällen Geld sparen, hochwertigere Zutaten verwenden und die Gerichte genau an den eigenen Geschmack anpassen. Besonders Bolognese und Linseneintopf eignen sich zum Vorkochen: Größere Mengen zubereiten, portionsweise aufbewahren oder einfrieren – so kostet das Kochen zwar Zeit, spart aber später Aufwand. 

Fertiggerichte als praktische Ausnahme: Im stressigen Alltag können Sie durch Fertiggerichte meist viel Zeit einsparen. Entscheidend ist, dass diese nicht dauerhaft die Basis der Ernährung bilden. Wer sehr häufig stark verarbeitete Produkte mit viel Salz, Zucker und künstlichen Aromen isst, kann sich an intensive Geschmäcker gewöhnen und natürliche Lebensmittel anschließend als fad empfinden. Selbst kochen bedeutet außerdem, besser kontrollieren zu können, welche Zutaten tatsächlich im Essen landen. 

Der Mittelweg: Gesund und schnell schließen sich nicht aus. Ein guter Mittelweg besteht darin, ein möglichst schlichtes Fertigprodukt mit frischen Zutaten aufzuwerten. Eine Tiefkühl-Gemüsepfanne ohne Sauce lässt sich beispielsweise mit frischen Kräutern, Nüssen und einer passenden Proteinquelle ergänzen. Auch unbedenkliche Convenience-Produkte wie vorgekochte Kichererbsen aus der Dose oder passierte Tomaten können die Küchenarbeit deutlich verkürzen, ohne dass man komplett auf selbst zusammengestellte Mahlzeiten verzichten muss. 

Zutatenliste als Einkaufshilfe nutzen: Ein Blick auf die Rückseite der Packung kann viel verraten. Ist die Zutatenliste sehr lang oder tauchen viele Zusatzstoffe und Aromen auf, die man in der eigenen Küche normalerweise nicht verwenden würde – etwa Carboxymethylcellulose, Hefeextrakt oder Glukosesirup –, sollten Sie das Produkt kritisch hinterfragen. Als Faustregel gilt: Je kürzer und verständlicher die Zutatenliste, desto näher liegt das Produkt an einer einfachen, natürlichen Zubereitung. Auch Bio-Produkte sind teilweise günstiger als erwartet und können eine Alternative mit weniger Zusatzstoffen sein. 

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