Nebenverdienst? Sie zahlen drauf!

Angebote über Nebenverdienste in Kleinanzeigen, im Internet oder unter Ihrem Scheibenwischer sind fast immer unseriös oder betrügerisch. Der Trick: Bevor Sie auch nur einen Cent verdienen, müssen Sie Vorkasse leisten. Manchmal nur durch einen teuren Telefonanruf bei einer 0900-Nummer, unter der Sie nichts erfahren, sich sinnlose Bandansagen anhören müssen oder minutenlang unnötige Angaben machen sollen.

Übrigens wird oft verschleiert, dass Sie eine teure Mehrwertdienste-Rufnummer anrufen sollen, wenn zum Beispiel erst eine normale Ortswahl-Nummer angegeben ist, die auf eine teure Nummer verweist. Oder Sie sollen ein paar Euro Gebühren für Informationsmaterial bezahlen. Oder es sind sogar einige hundert oder tausend Euro fällig für den Einstieg in ein vermeintlich besonders lukratives Geschäft.

Daran erkennen Sie ein unseriöses Angebot

  • Weder Firmennamen noch Firmenzweck sind aus der Annonce ersichtlich.

  • Die Annoncen klingen besonders verlockend („wenig Arbeit”, leichte Arbeit, Arbeit von zu Hause aus).

  • Die Verdienstmöglichkeiten sind übertrieben hoch angesetzt. Mit einigen Stunden Arbeit pro Woche kann man nicht 1.000 Euro verdienen!

  • Ihnen wird ein guter Verdienst in Aussicht gestellt. Vielleicht sind Sie nicht gänzlich gutgläubig. Aber Sie hoffen im Stillen, dass die Hälfte oder ein Viertel davon ja auch ganz nett wäre. Doch Sie verdienen bei unseriösen Anbietern nicht nur weniger, als in Aussicht gestellt, sondern gar nichts.

  • Die Tätigkeit wird so unklar beschrieben, dass Sie in Wahrheit nicht verstehen, worum es geht.

  • Es wird Vorauskasse gefordert. Wäre das Angebot seriös, könnte man ja die Kosten von Ihrem ersten Verdienst abziehen!

  • Die Vorkasse wird nicht für Vermittlung einer Tätigkeit verlangt, sondern für wertloses Informationsmaterial. Das erkennt man beim genauen Lesen!

  • Es ist nur eine Telefonnummer oder eine Postfachadresse für den Kontakt angegeben.

  • Es ist nur eine 0900-Nummer für den Kontakt angegeben.

  • Unter der angegebenen Telefonnummer aus dem Ortsnetz wird auf eine 0900-Nummer verwiesen.

  • Sie sollen Erklärungen unterschreiben, nichts über die Geschäftsbeziehung auszuplaudern.

  • Sie sollen als Voraussetzung für den Einstieg in den Nebenverdienst auf Ihre Kosten an einem Lehrgang teilnehmen.

  • Sie sollen Geräte oder Waren kaufen und diese dann auf eigenes unternehmerisches Risiko weiter veräußern.

  • Sie sollen „Kugelschreiber zusammenbauen, Prospekte falten usw. (Haben Sie sich nicht schon einmal gewundert, wie viele Kugelschreiber angeblich zusammengebaut werden müssen, und warum es dafür nicht schon längst Maschinen gibt?)

  • Sie sind angeblich für eine Filmproduktion im Ausland ausgewählt worden und Sie sollen um weitere Unterlagen zu erhalten schon mal die Hälfte des Flugpreises überweisen. Auch hier verlieren Sie Ihr Geld und aus den Träumen, ein Filmstar zu werden, wird nichts.

  • Sie werden als Anlagevermittler geködert, sollen aber erst einmal selbst eine nicht unerhebliche Einlage in einen dubiosen Fonds machen.

  • Sie sollen als Mitarbeiter, Mitglied oder Kunde neue Mitarbeiter, Mitglieder oder Kunden werben, die ihrerseits wieder als neue Mitarbeiter etc. werben sollen. Geld wird Ihnen für die Anwerbung neuer Teilnehmer in Aussicht gestellt. Dabei kann es sich um ein Schneeballsystem oder einen Kettenbrief handeln, wenn nicht wirklich werthaltige Waren oder Dienstleistungen verkauft werden.

  • Sie sollen als Fotomodell, Filmstatist oder Begleitperson Geld verdienen, zuvor müssen Sie aber in einen Fotokatalog aufgenommen werden. Selbstverständlich müssen sie den (teuren) Fotografen zahlen.

  • Sie werden für einen Heimverdienst mit Ihrem PC geworben. Problem: Das dafür benötigte Computerprogramm kostet einige tausend Euro und muss von Ihnen erworben werden.

  • „Junge Leute für Reisetätigkeit gesucht oder Beifahrer/Produktionshelfer gesucht – dahinter verstecken sich oft Vertriebsfirmen, die ihre Drückerkolonnen mit arglosen jungen Leuten auffüllen möchten. Mit einem raffinierten System an Druck und Bindung (durch Verleitung zum Schuldenmachen) wird man gezwungen, Verbrauchern mit Schwindeleien Zeitschriftenabos oder sinnlose Vereinsmitgliedschaften aufzudrücken.


Trifft einer der oben genannten Punkte oder mehrere davon auf ein Angebot zu, heißt es: Finger weg!

Grundsätzlich gilt: Niemand hat etwas zu verschenken. Je verlockender das Angebot, desto größer sollte Ihr Misstrauen sein. Sind Sie unsicher, fragen Sie Ihre Verbraucherzentrale.

Liste mit „schwarzen Schafen”

Die Liste enthält die Anbieter, die uns in den letzten Jahren bekannt geworden sind. Achtung, die Aufzählung ist nicht abschließend! Finden Sie „Ihre” Firma, haben Sie einen Anhaltspunkt, finden Sie sie nicht, heißt das nicht automatisch, dass die Firma seriös ist. Auf diesem Markt tummeln sich derart viele Anbieter, dass uns nicht alle bekannt sein können. Möglicherweise sind auch einige der genannten Firmen nicht mehr oder unter einem anderen Namen mit den beschriebenen oder ähnlichen Methoden tätig.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Rechtsberatung. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten.

Stand vom Montag, 18. Januar 2016

zurück