Wie zahlen beim Kauf von Möbeln und Küchen?

Wer Möbel oder eine Einbauküche kauft, ist nicht verpflichtet, eine Anzahlung zu leisten. Viele Händler fordern solche Anzahlungen mit den abenteuerlichsten Begründungen und behaupten, das sei so üblich oder gar gesetzlich vorgeschrieben.

Das ist falsch. Das Gesetz sagt sogar das Gegenteil: Die Zahlung ist erst bei der Lieferung bzw. nach dem Einbau fällig.

Für Sie als Kunden sind Anzahlungen in Höhe von oft einigen Tausend Euro ein hohes Risiko:

  • Geht der Händler pleite, ist das Geld weg, obwohl keine Möbel geliefert werden.

  • Für die oft einige Monate dauernde Lieferzeit gibt der Kunde dem Händler einen zinslosen Kredit.

Unser Rat: Verweigern Sie Anzahlungen grundsätzlich. Wenn der Händler darauf besteht: Kaufen Sie die Möbel notfalls woanders!

Übrigens: Sogar dann, wenn im Vertrag eine Anzahlung festgelegt wurde, kann man dies verweigern und Lieferung ohne Anzahlung verlangen. Hat nämlich der Händler darauf bestanden, gilt die Vereinbarung einer Anzahlung als „allgemeine Geschäftsbedingung (das Kleingedruckte). Und per „Kleingedrucktem darf man Anzahlungen nicht kassieren so haben Gerichte (zum Beispiel LG Potsdam, Az. 8 O 627/94, OLG Dresden Az. 21 U 3679/97 für 20 Prozent Anzahlung, OLG Zweibrücken, Urteil vom 4. Oktober 2001, Az. 4 U 115/00 Fenster- und Türenhersteller/ 80 Prozent bei Lieferung, 20 Prozent nach Montage) entschieden.

Auch die Vereinbarung „Restzahlung vor Lieferung“ ist ungültig! (BGH Urteil vom 10. März 1999, Az. VIII ZR 204/98).

Haben Sie noch Fragen?

Mehr zum Thema Bezahlarten lesen Sie auch in unserem Beitrag „Wie zahlen beim Online-Shopping?“ Sie möchten sich gern beraten lassen, hier finden Sie eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten.

Stand vom Freitag, 21. Februar 2014

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