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Mittel, die die Welt nicht braucht

Sie sind wieder da, als Waschmittelzusatz, in Schimmelentfernern, Allzweckreinigern, Fuß- und Schuhspray, als Desinfektionsflüssigkeiten, Hand-Gel, Tücher oder „Hygienespray“. Zur Krönung gibt es nun auch noch den Desinfektionsspender – ausgestattet mit Sensortechnik. Erneut versuchen Hersteller, die überflüssigen und gefährlichen Desinfektions­mittel auf den Markt zu bringen. Nach dem Motto: Vielleicht merkt es diesmal ja kein Verbraucher­schützer?

Bereits im November 2000 meldete die Stiftung Warentest, Desinfektions­mittel seien im Haushalt „grundsätzlich überflüssig“. Diese Einschätzung teilt auch das Umweltbundesamt, das Bundesinstitut für gesund­heitlichen Verbraucher­schutz und das Robert-Koch-Institut. Die führenden Gesundheits­institutionen in Deutschland betonen einhellig: Desinfektions­mittel im Haushalt belasten die Umwelt und bergen gesundheitliche Risiken!

Argumente gegen den Einsatz von Desinfektionsmitteln

  1. Durch Abwässer gelangen Desinfektionsmittel in die Kläranlagen. Dort zerstören sie das Zusammenspiel einer Vielzahl von Bakterienstämmen und mindern oder vernichten sogar deren Reinigungswirkung!
  2. Bestimmte Pilz- und Bakterienstämme gehören ins natürliche, biologische Umfeld von Menschen und auch in den menschlichen Organismus. Diese Bakterien sind also natürlicher Bestandteil eines empfindlichen Gleichgewichts. Desinfektionsmittel zerstören dieses Gleichgewicht. Ferner bringen sie die natürlichen Bakterien dazu, Resistenzen gegenüber Antibiotika zu entwickeln. Antibiotische Mittel gegen Infektionskrankheiten zum Beispiel verfehlen dann ihre Wirkung.
  3. Besonders gefährlich sind Desinfektionsmittel aus Druck-Spraydosen. Die verteilten Tröpfchen sind so fein, dass sie trotz der Schleimhäute in Nase und Rachen bis in die Atemwege des Brustraumes wandern können. Tröpfchengrößen von fünf Mikrometer sind sogar „lungengängig“, das heißt, sie dringen bis in die Lungenbläschen vor.
  4. Desinfektionsmittel enthalten Stoffe, die Allergien und Ekzeme auslösen können.

Werbeargumente der Hersteller?

  1. Angeblich sollen manche Mittel eine H1N1-Infektion (Schweine­grippe) verhindern. Bereits im Februar 2005 wies jedoch die Stiftung Warentest darauf hin, dass Putzmittel mit anti­bakteriellen Wirkstoffen Infekte nicht verhindern können. Das bestätigt auch eine amerikanische Langzeit­studie: In den Haushalten mit Desinfektionsmitteln gab es genauso oft Husten, Schnupfen, Heiserkeit wie in Haushalten mit normalen Allzweck­reinigern.
  2. Manche werben damit, dass ihre Desinfektions­mittel 99,9 % der Bakterien entfernen. Diese Mittel zerstören also auch unser natürliches biologisches Gleich­gewicht.

Normales Putzen genügt für ausreichende Sauberkeit – und dient Ihrer Gesundheit und der Umwelt

  • Hände mit Seife waschen – mindestens vor und nach dem Zubereiten des Essens sowie nach jedem Toilettengang, etwa eine halbe Minute lang mit milder Seife unter fließendem Wasser.
  • Einfache Putzmittel wie milde Allzweckreiniger verwenden.
  • Nach dem Kochen alle Arbeitsflächen und Werkzeuge gut abwaschen, Holzbretter heiß abspülen, abbürsten und gut trocknen lassen. Anschließend Hände waschen.
  • Tücher, Lappen und Bürsten nach Gebrauch gut trocknen lassen, regelmäßig waschen. Küchenschwämme und Schwammtücher spätestens entsorgen, sobald sie stinken.
  • Den Kühlschrank regelmäßig mit Essigreiniger säubern und Angeschimmeltes umgehend in den Müll werfen.
  • Den Abfalleimer häufig leeren.
  • Bad, Küche und WC trocken halten.

 

Hier finden Sie unsere Liste der überflüssigen Desinfektionsmittel.

Stand vom Freitag, 8. Juli 2011

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