Wohin mit den alten Klamotten?

Der Handel mit Altkleidern ist ein lukratives Geschäft, das auch unseriöse Kleiderhändler regelmäßig auf den Plan ruft. Für Verbraucher ist oft nicht ersichtlich, ob ihre Kleiderspende tatsächlich Bedürftigen, karitativen Organisationen oder zumindest seriösen gewerbs­mäßigen Sammlern  zugute­kommt. Wir erläutern zum Saisonwechsel im Kleiderschrank, worauf Sie beim Spenden alter Kleidung achten sollten.

Straßensammlungen

Wer seine Garderobe auf die aktuelle Jahreszeit umstellt und alte Sachen loswerden möchte, sollte Hand­zettel, die auf Straßen­sammlungen hinweisen, genau lesen und kritisch hinterfragen. Unseriöse Geschäfte­macher verschweigen gern Namen und Adresse oder die angegebene Telefonnummer entpuppt sich als nicht vergeben. Auf den Werbezetteln finden sich vielfach Symbole, die leicht mit Logos karitativer Orga­nisa­tionen zu verwechseln sind, sowie sehr emotionale Texte, die an Ihr Mitleid und Ihre Hilfs­bereitschaft appellieren.

Deshalb schauen Sie genau hin: Garantiert sicher und seriös ist das Label von FairWertung, das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) sowie das BVSE Qualitätssiegel Textilsammlung vom Bundes­verband Sekundär­rohstoffe und Entsorgung.

Logo Fairwertung

FairWertung ist ein anspruchsvolles Label, das wesentlich zu einer sozial verantwortlicheren Sammlung von Altkleidung beiträgt. Die Vergabekriterien des Labels werden von unabhängigen Stellen mitentwickelt, der Vergabeprozess ist transparent. Regelmäßige Kontrollen machen das Label glaubwürdig. Bei Verstößen gegen die Vergabe­kriterien des Labels, werden Sanktionen auferlegt. Die Informationen zum Label werden transparent dargestellt. Von den rund 100 Vertrags­partnern des gemeinnützigen Verbandes FairWertung finden sich in Hamburg bisher nur die Oxfam-Shops in der Hoheluftchaussee 58 und in der Wandsbeker Marktstraße 10.

 Logo DZI Das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) ist ein anspruchsvolles Label, das hilft, spenden­sammelnde Organisationen besser einzuschätzen. Das Zeichen erhalten nur Organisationen, die überregional Spenden sammeln und der eingehenden Prüfung des DZI standhalten. Die Liste aller Organisationen, die das Siegel verwenden dürfen, finden Sie auf der Internetseite des DZI.
 Logo BVSE

Das seit 2013 bestehende bvse-Qualitätssiegel Textilsammlung vom Bundesverband Sekundär­rohstoffe und Entsorgung garantiert, dass zertifizierte Entsorgungs­fachbetriebe „für Transparenz bei der Sammlung, nachvollziehbare Verwertungswege und den Schutz der Umwelt sorgen”. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird jährlich durch einen externen und unabhängigen Sachverständigen überprüft. Das individuell für jedes zertifizierte Unternehmen angefertigte Siegel nennt die Kontaktdaten des Sammlers und eine Siegelnummer. Diese Angaben sind auf der Siegel-Homepage nachprüfbar.


Kleiderkammern, Tauschbörsen, Paketspenden und konkrete Hilfsprojekte

Kleiderkammern vor Ort bieten sich jederzeit als Adresse an, um sich von abgelegter Kleidung zu trennen. Was hier ankommt, wird auch an Bedürftige weitergereicht. Direkte Unterstützung leisten auch Sammlungen für konkrete Hilfsprojekte im In- und Ausland. Informationen dazu kann beispiels­weise die zuständige Kirchen­gemeinde geben. Auch Altkleider­container von seriösen Anbietern können eine Alternative sein, ebenso wie Paketspenden, bei denen Sie ganz bequem zu Hause alte Kleidung aussortieren, in ein Paket packen und verschicken.

Bedenken Sie: Auch wenn mit lauteren Motiven gesammelt wird, kann Kleidung dennoch durchaus bei kommerziellen Verwertern stranden. Der Erlös aus dem Verkauf geht dann zumeist in die eigenen Aktivitäten der karitativen Organisationen. Fragen Sie nach!

Paketspenden:
Es gibt verschiedene Organisationen, die seit vielen Jahren nach den Standards des Dachverbandes FairWertung Altkleider sammeln, so zum Beispiel:

Brockensammlung Bethel
Saronweg 10
33617 Bielefeld

Die Pakete werden vor Ort sortiert und die gut erhaltenen Stücke zu Gunsten der Stiftung Bethel in Secondhand-Shops zu günstigen Preisen angeboten. Achten Sie beim Versand darauf, Ihr Paket ausreichend zu frankieren! Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Brockensammlung Bethel.

Deutsche Kleiderstiftung
Sie möchten alte Kleidung verschicken? Drucken Sie einfach über die Internetseite der Deutschen Kleiderstitung ein Paketlabel aus und geben Sie das Paket bei der Post/DHL oder einem Hermes-Shop auf. Der Versand Ihrer abgelegten Garderobe ist für Sie ist kostenfrei. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Deutschen Kleiderstiftung.

Paketspenden sind auch über die OTTO Kleiderspende – Platz schaffen mit Herz möglich.
Aus Ihrer Kleiderspende wird eine Wertspende, die die Welthungerhilfe, NABU und Cotton made in Africa unterstützt. Ihre aussortierte Kleidung und Schuhe packen Sie in einen Karton, drucken den kostenlosen Paketaufkleber aus und geben das Paket bei der Hermes- oder Postfiliale ab.
Paketaufkleber und mehr Infos finden Sie auf: www.platzschaffenmitherz.de


Standorte mit Altkleidercontainern in Hamburg betrieben von:

Malteser Hilfsdienst e.V. (Karitative Organisation), FWS GmbH (Wirtschaftsbetrieb), Textil-Recycling K. u. A. Wenkhaus GmbH (Wirtschaftsbetrieb), alsterarbeit gGmbH (Karitative Organisation), Kolpingwerk Deutschland (Karitative Organisation)

Eichenlohweg 24,
22309 Hamburg
Michael-Hering-Weg,
22119 Hamburg
Nincoper Str. 6,
21129 Hamburg
Conventstraße 8,
22089 Hamburg
Durchschnitt 32,
20146 Hamburg
Alsterdorfer Markt 10,
22297 Hamburg
Robert-Koch-Str. 20,
20249 Hamburg
An der Falkenbek 10,
21149 Hamburg
Westphalensweg 7,
20099 Hamburg
Bonifatiusstr. 6,
21107 Hamburg
Winsener Str. 36,
21077 Hamburg
 


Kleiderkammern betrieben von Kirchengemeinden oder dem Deutschen Roten Kreuz:

Kleiderkammer & Bücherstube der
Kirchengemeinde Eidelstedt
,
Eidelstedter Dorfstr. 19, 22527 Hamburg

Tel. (040) 57193103

Herz As Hamburg,
Norderstr. 50, 20097 Hamburg

Tel. (040) 232622

Ev.-luth. Kirchengemeinde Hamburg-Veddel,
Wilhelmsburger Str. 71, 20539 Hamburg

Di., 15 Uhr

Steilshooper Str. 2, 22309 Hamburg

Mo. bis Mi., 9 – 15 Uhr
Do., 10 – 19 Uhr
Fr., 9 – 14 Uhr

Julius-Vosseler-Str. 2, 22529 Hamburg

Mo.,  10 – 18 Uhr
Di. bis Do., 8:30 – 12 Uhr und 12:30 – 15 Uhr
Fr., 08:30 – 12 Uhr

Behringstr. 38, 22763 Hamburg                 

Mi., 14 – 16 Uhr

 

Bornheide 99, 22549 Hamburg                      

Mo., 10 – 12 Uhr
Mi., 13 – 16 Uhr
Do., 09 – 12 Uhr

Gustav-Adolf-Str. 88, 22043 Hamburg

Mi., 8 – 12 Uhr
(jeden letzten Mittwoch im Monat 15 – 18 Uhr)
 

Maretstr. 73, 21073 Hamburg

Do., 8 –11 Uhr


Grundsätzlich sollten Sie beim Kleiderkauf auf Klasse statt Masse setzen, denn das schont die Umwelt und spart langfristig Geld. Secondhandläden, Flohmärkte und Tauschbörsen bieten hervorragende Möglichkeiten, um hochwertige aussortierte Kleidung gut weiterzureichen

Tauschkisten:

Paulinenplatz
20359 Hamburg
Virchowstraße/Chemnitzstraße,
22767 Hamburg
Paul-Gerhardt-Kirche
Bei der Paul-Gerhardt-Kirche 2,
22761 Hamburg
 

 

Die Stadtreinigung Hamburg hat flächendeckend Sammelcontainer für Alttextilien, Glas, Papier, Wertstoffe und Elektrokleingeräte und aufgestellt. Alt­kleider­container stehen an den gleichen Standplätzen wie die Depot­container für Elektro­kleingeräte, die im vergangenen Jahr auf­ge­stellt worden sind. Um den nächsten Standplatz in der Nähe zu finden, können die Hamburgerinnen und Hamburger die Containersuche-Funktion auf www.stadtreinigung.hamburg nutzen. 

Übrigens: Jedes Jahr werden bundesweit etwa 1,1 Millionen Tonnen Textilien aussortiert, davon gelangen rund 750.000 Tonnen in Altkleider­sammlungen. In Hamburg fallen pro Einwohner über 9 Kilogramm Altkleider im Jahr an. Das ergibt ein Sammel­volumen von ungefähr 16.000 Tonnen pro Jahr. Davon ist die Hälfte noch tragbar und demnach noch gut genug, um Geschäfte zu machen.

Stand vom Freitag, 28. August 2015

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