Ärger mit Vodafone Kabel Deutschland

Ob nach dem Besuch eines Servicetechnikers oder nach einem Telefonat mit dem Kundenservice – regelmäßig melden uns Verbraucher, dass Vodafone Kabel Deutschland ihnen Rechnungen über Leistungen geschickt hat, die sie gar nicht haben wollten. Wir sind bereits zum zweiten Mal gegen das Unternehmen vorgegangen. Hatten Sie auch Ärger mit Vodafone Kabel? Informieren Sie uns!

Fernseher mit Fernbedierung

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Verbraucherzentrale Hamburg ist erneut erfolgreich gegen die Vodafone Kabel Deutschland GmbH vorgegangen.
  2. Das Unternehmen hat sich uns gegenüber verpflichtet, es zu unterlassen, Verbrauchern den Abschluss eines Vertrages über die Produkte „VodafoneTV Connect“ und/oder „Vodafone Giga TV inkl. HD Premium Cable“ zu bestätigen, wenn diese gar nicht bestellt wurden.
  3. Verbrauchern, denen Verträge untergeschoben wurden, können der Verbraucherzentrale ihre Erfahrungen schildern.
Stand: 08.04.2019

Die Vodafone Kabel Deutschland GmbH hat sich verpflichtet, keine Auftragsbestätigungen mehr über die beiden Produkte „Vodafone TV Connect“ oder „Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable“ an Verbraucher zu verschicken, wenn diese die Leistungen nicht bestellt haben. Es ist bereits das zweite Mal, dass wir wegen untergeschobener Verträge gegen Vodafone Kabel vorgegangen sind.

Auftragsbestätigung nach Besuch des Servicetechnikers

Als Mitte Februar 2019 ein von Vodafone Kabel Deutschland beauftragter Mitarbeiter unangemeldet an der Haustür einer Hamburger Wohngemeinschaft klingelte, begann der Ärger für zwei junge Männer. Weil sie es seltsam fanden, dass jemand ihre Kabelbuchse vermessen wollte, ohne vorab einen Termin vereinbart zu haben, wiesen sie den Servicetechniker ab und ließen ihn nicht in ihre Wohnung. 

Nur fünf Minuten später erhielt einer der WG-Bewohner eine E-Mail von Vodafone Kabel Deutschland, in der man ihm mitteilte, dass seine Bestellung eingetroffen sei. Kurze Zeit später folgte eine schriftliche Auftragsbestätigung über die Produkte „Vodafone TV Connect“ und „Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable“ zum Preis von 29,99 Euro pro Monat zuzüglich einem einmaligen Bereitstellungsentgelt in Höhe von 49,99 Euro.

Bestätigt das Unternehmen künftig wahrheitswidrig den Abschuss von Verträgen über die Produkte  „Vodafone TV Connect“ oder „Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable“, wird eine Vertragsstrafe fällig.

Auftragsbestätigung nach Telefonat mit Kundenservice

Das Erlebnis der Hamburger Wohngemeinschaft ist leider kein Einzelfall. Herr K. hatte seinen DSL-Vertrags bei Vodafone Kabel Deutschland wegen eines Umzugs kündigen müssen. Weil er dachte, dass noch Fragen im Zusammenhang mit seiner Kündigung zu klären seien, rief er Kabel Deutschland nach einem verpassten Anruf zurück.

Im Telefongespräch bewarb der Mitarbeiter des Vodafone Kundenservice jedoch ausgewählte Produkte, auf die Kündigung von Herrn K. ging er nicht ein. Obwohl Herr K. während des Telefonats deutlich machte, dass seinerseits kein Interesse mehr an Produkten von Vodafone Kabel Deutschland besteht, erhielt er kurz nach Ende des Telefonats eine E-Mail mit der Überschrift „Ihre Bestellung haben wir bekommen“. Am Tag darauf folgte die Mitteilung, ein neues Gerät sei unterwegs. Später wurden Rechnungen über die Produkte „Kabel Digital“ und „Video Select“ zugestellt und die entsprechenden Entgelte von Herrn K.s Konto abgebucht.

Aufgrund der Schilderung von Herrn K. haben wir die Vodafone Kabel Deutschland GmbH abgemahnt – und anschließend, da die geforderte Unterlassungserklärung ausblieb, Klage beim Landgericht München I eingereicht.

Das Gericht hat unsere Auffassung bestätigt und verurteilte Vodafone Kabel Deutschland am 9. August 2018 (Az. 17 HK O 301/18), es zu unterlassen, Verbrauchern den Abschluss eines Vertrages über das Produkt Kabel Digital und/oder Video Select zu bestätigen und/oder dem Verbraucher Entgelte für diese Produkte in Rechnung zu stellen, wenn keine entsprechende Bestellung des Verbrauchers vorliegt. Verstößt das Unternehmen gegen das Urteil des Landgerichts kann ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fällig werden.

Immer wieder Ärger mit Bestätigungen und Rechnungen

Wir meinen: Wer nichts bestellt, darf auch nicht zur Kasse gebeten werden. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch nicht alle Unternehmen halten sich daran.

Wir erhalten regelmäßig Beschwerden von Betroffenen, die Zeit und Nerven investieren müssen, um sich gegen Rechnungen zu wehren, für die es keine Vertragsgrundlage gibt. Denn eigentlich sind Verbraucher bei Erhalt einer Bestätigung über einen nicht bestehenden Vertrag gar nicht verpflichtet, tätig zu werden. Viele Anbieter meinen aber, dass ein Vertrag automatisch als abgeschlossen gilt, wenn auf eine als E-Mail verschickte Bestätigung keine Reaktion erfolgt.

Danke für Ihren Hinweis

Wenn Sie ähnlichen Ärger mit Vodafone Kabel Deutschland oder anderen Unternehmen der Telekommunikationsbranche haben – und Ihnen am Telefon ein Vertrag untergeschoben wurde, schildern Sie uns Ihren Fall gerne über unser Beschwerdeformular unter www.vzhh.de/beschwerde.

Wenn Sie Fragen zu diesem Sachverhalt haben oder unabhängigen Rat brauchen, nutzen Sie unser Beratungsangebot (siehe unten).

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