Homeoffice mit Hund?

Immer mehr Menschen kommen auf den Hund. Gerade in Zeiten von Corona, Homeoffice und Kurzarbeit spielen viele mit dem Gedanken, sich einen Hund anzuschaffen. Leider machen sich auch kriminelle Hundehändler diesen Trend zu Nutze, um – ohne Rücksicht auf das Leiden der Tiere – hohe Gewinne zu erzielen. Das sollten Sie wissen.

Illegaler Welpenhandel: Kleiner Hund auf buntem Teppich

Das Wichtigste in Kürze

  1. Über Kleinanzeigen im Internet werden Welpen zu günstigen Preisen angeboten.
  2. Der Verkauf  junger Hunde aus dem „Kofferraum“, auf einem Bahnhof oder an einer Autobahnraststätte deutet auf kriminelle Händler hin.
  3. Besteht der Verdacht auf illegalen Welpenhandel, sollten Betroffene die Polizei informieren. Gewährleistungs-, Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche für die oft kranken Tiere lassen sich in der Regel nicht durchsetzen.
Stand: 16.07.2020

Sie sind seit der Corona-Pandemie viel zu Hause und wollen einen kleinen Hund kaufen? Achtung, auch beim Hundekauf gilt: Ein Schnäppchen ist nicht unbedingt die beste Wahl. Fallen Sie nicht auf skrupellose Welpenhändler herein!

Über Kleinanzeigen im Internet werben kriminelle Verkäufer mit Fotos von niedlichen Hundebabys, die zu einem weitaus günstigeren Preis als bei anderen (seriösen) Züchtern abzugeben sind. Tatsächlich werden die Tiere im Ausland unter erbärmlichen Bedingungen „gezüchtet“, viel zu früh von der Mutter getrennt (denn jeder Tag ist teuer und schmälert den Profit) und oftmals ernsthaft krank (Staupe, Parvovirose, Würmer, Parasiten) über Tausende Kilometer nach Deutschland transportiert.

Indizien für illegalen Welpenhandel

  • Der Verkäufer bietet Ihnen Welpen mehrerer Hunderassen an.
  • Der Händler ist bereit, den Hundewelpen an jeden beliebigen Ort zu liefern.
  • Die Welpen werden „aus dem Kofferraum“ eines Autos verkauft.
  • Sie haben keine Möglichkeit, sich von den Haltungsbedingungen und dem Gesundheitszustand des Muttertiers zu überzeugen.
  • Der Preis für den kleinen Hund liegt unter dem üblichen Marktpreis für Welpen dieser Rasse.
  • Die Bilder und die Beschreibung im Anzeigentext stimmen nicht mit dem tatsächlichen Hund überein.
  • Der Händler kann keine Begleitpapiere für den Welpen vorlegen.

Ein seriöser Züchter hat nur wenige Zucht- und Jungtiere. Er wird Ihnen gern die Haltung seiner Tiere zeigen. Um sicherzugehen, dass seine Welpen in gute Hände kommen, wird er auch mehr über Ihre Lebensumstände und Beweggründe wissen wollen. Und natürlich kann er nachweisen, dass alle tierärztlichen Untersuchungen durchgeführt wurden, und Ihnen die notwendigen Papiere vorlegen. All das ist bei illegalen Welpenhändlern nicht der Fall.

Gut zu wissen

In der Europäischen Union müssen alle Hunde über einen EU-Heimtierausweis und ein tierärztliches Gesundheitszeugnis verfügen. Sie müssen mit einem Mikrochip gekennzeichnet und dürfen aus tierseuchenrechtlichen Gründen erst in einem Alter von rund 15 Wochen nach Deutschland eingeführt werden. Achtung, die vorgelegten Papiere können auch gefälscht sein!

Viel Geld für den Tierarzt, kein Schadensersatz

Die Käufer, die die oft kranken und meist zu jungen Hunde erwerben, sehen sich im Nachhinein in vielen Fällen mit immens hohen Behandlungskosten konfrontiert. Doch selbst ein Tierarzt kann den schmerzhaften Tod der Welpen nicht immer verhindern. Eine Tragödie für die Betroffenen. Wer aber Gewährleistungs-, Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche durchsetzen will, schaut in die Röhre. Denn die Hunde-Händler sind längst über alle Berge und reagieren auf Nachfragen einfach nicht.

Glauben Sie, dass Ihr Händler ein illegaler Welpenhändler ist, informieren Sie die Polizei. Das Geschäft mit jungen Hunden boomt seit Jahren und bringt den Verkäufern jede Menge Geld ein. So verdient ein illegaler Händler laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten mit nur einem Transport von 20 Chihuaha-Welpen, die in Ungarn geboren wurden, über 15.000 Euro.

Unser Rat

Überlegen Sie vor dem Kauf eines Hundes genau, ob Sie in den nächsten Jahren genug Zeit für das Tier haben werden. Die Lebensdauer eines Hundes ist länger als das coronabedingte Homeoffice oder die Kurzarbeit. Auch die finanziellen Kosten, die ein solcher Vierbeiner üblicherweise mit sich bringt, sollten Sie im Blick haben und stemmen können. Fragen Sie sich, ob es wirklich ein Welpe vom Züchter sein muss. Auch in örtlichen Tierheimen warten etliche Hunde – von Welpen bis Senioren, von klein bis groß, Rassehund und Mischling – auf ein neues Zuhause (www.hamburger-tierschutzverein.de | www.franziskustierheim.bmtev.de)  

Kaufen Sie auf keinen Fall Welpen von illegalen Händlern – auch nicht aus Mitleid. Denn: Mit dem Kauf befürworten Sie auch die Qualen der Mutter-(Vermehrer-)tiere  und den finanziellen Gewinn der kriminellen Händler auf Kosten der Tiere.

Bücher und Broschüren