Vodafone Kabel Deutschland: Bestellung bestätigt ohne Auftrag?

Am Telefon nichts bestellt und dennoch eine Auftragsbestätigung von Vodafone Kabel Deutschland über das Produkt Kabel Digital oder Video Select erhalten? Das kann nach einem Urteil des Landgerichts München I nun teuer für das Unternehmen werden. 

Mann auf dem Sofa liest Brief und telefoniert

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Verbraucherzentrale Hamburg ist erfolgreich gegen die Vodafone Kabel Deutschland GmbH vorgegangen.
  2. Das Landgericht München I hat dem Unternehmen verboten, Auftragsbestätigungen zu verschicken oder Rechnungen zu stellen, wenn keine Bestellung des Kunden vorliegt. Verstößt Vodafone Kabel Deutschland gegen das Urteil, kann das Gericht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro festsetzen.
  3. Verbrauchern, denen Verträge am Telefon untergeschoben wurden, können der Verbraucherzentrale ihre Erfahrungen schildern.
Stand: 13.12.2018

Mit der Kündigung eines DSL-Vertrags bei Vodafone Kabel Deutschland begann der Ärger für Herrn K., der seinen Anschluss wegen eines Umzugs hatte kündigen müssen. Weil er dachte, dass noch Fragen im Zusammenhang mit seiner Kündigung zu klären seien, rief er Kabel Deutschland nach einem verpassten Anruf zurück.

Im Telefongespräch bewarb der Mitarbeiter des Vodafone Kundenservice jedoch ausgewählte Produkte, auf die Kündigung von Herrn K. ging er nicht ein. Obwohl Herr K. während des Telefonats deutlich machte, dass seinerseits kein Interesse mehr an Produkten von Vodafone Kabel Deutschland besteht, erhielt er kurz nach Ende des Telefonats eine E-Mail mit der Überschrift „Ihre Bestellung haben wir bekommen“. Am Tag darauf folgte die Mitteilung, ein neues Gerät sei unterwegs. Später wurden Rechnungen über die Produkte „Kabel Digital“ und „Video Select“ zugestellt und die entsprechenden Entgelte von Herrn K.s Konto abgebucht.

Kabel Deutschland erst abgemahnt, dann verklagt

Aufgrund der Schilderung von Herrn K. haben wir die Vodafone Kabel Deutschland GmbH abgemahnt – und anschließend, da die geforderte Unterlassungserklärung ausblieb, Klage beim Landgericht München I eingereicht.

Das Gericht hat unsere Auffassung nun bestätigt und verurteilte Vodafone Kabel Deutschland am 9. August 2018 (Az. 17 HK O 301/18), es zu unterlassen, Verbrauchern den Abschluss eines Vertrages über das Produkt Kabel Digital und/oder Video Select zu bestätigen und/oder dem Verbraucher Entgelte für diese Produkte in Rechnung zu stellen, wenn keine entsprechende Bestellung des Verbrauchers vorliegt. 

Vodafone Kabel Deutschland darf Verbrauchern jetzt keine Verträge mehr unterschieben! Verstößt das Unternehmen gegen das Urteil des Landgerichts kann ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fällig werden.

Ärger mit Bestätigungen und Rechnungen

Wir meinen: Wer nichts bestellt, darf auch nicht zur Kasse gebeten werden. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch nicht alle Unternehmen halten sich daran.

Wir erhalten regelmäßig Beschwerden von Betroffenen, die Zeit und Nerven investieren müssen, um sich gegen Rechnungen zu wehren, für die es keine Vertragsgrundlage gibt. Denn eigentlich sind Verbraucher bei Erhalt einer Bestätigung über einen nicht bestehenden Vertrag gar nicht verpflichtet, tätig zu werden. Viele Anbieter meinen aber, dass ein Vertrag automatisch als abgeschlossen gilt, wenn auf eine als E-Mail verschickte Bestätigung keine Reaktion erfolgt.

Danke für Ihren Hinweis

Wenn Sie ähnlichen Ärger mit Vodafone Kabel Deutschland oder anderen Unternehmen der Telekommunikationsbranche haben – und Ihnen am Telefon ein Vertrag untergeschoben wurde, schildern Sie uns Ihren Fall gerne über unser Beschwerdeformular.

Wenn Sie Fragen zu diesem Sachverhalt haben oder unabhängigen Rat brauchen, nutzen Sie unser Beratungsangebot (siehe unten).

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