Überweisungen: Bummeln nicht erlaubt!

Banken und Sparkassen dürfen bei Überweisungen nicht bummeln. Für den Geldtransfer gibt es klare Fristen, doch immer wieder kommt es vor, dass Tage ins Land gehen bis Geld auf einem anderen Konto gutgeschrieben wird.

Frau mit Smartphone in der Hand vor einem Laptop
Stand: 01.03.2017

Banken und Sparkassen dürfen bei Überweisungen nicht bummeln. Einen Überweisungsauftrag müssen sie „baldmöglichst“ ausführen. So schreibt es das Bürgerliche Gesetzbuch vor (§ 676a BGB). Das Gesetz sieht außerdem strenge Fristen vor, die auf jeden Fall eingehalten werden müssen.

Doch Verbraucher müssen immer wieder feststellen, dass manche Überweisungen Tage brauchen, bis sie beim Empfänger gutgeschrieben sind. Damit sichern sich die Geldhäuser – gesetzwidrig! – Zusatzgewinne.

Im Grunde ist der Zahlungsverkehr zwischen Banken und Finanzdienstleistern eine schnelle Angelegenheit. Durch den technischen Fortschritt können Transferleistungen innerhalb von Sekunden durchgeführt werden. Auf den Börsenplätzen ist das auch eine Selbstverständlichkeit – nicht aber im täglichen Geschäft mit dem Kunden.

Fristen für Überweisungen

  1. Nach dem BGB muss die Bank eine Überweisung zu einem anderen Bankinstitut innerhalb eines Bankgeschäftstages ausgeführt haben (§ 675s).
  2. Für beleghafte Überweisungen (Überweisungsauftrag in Papierform) darf die Frist noch einen weiteren Tag dauern. Maximal dürfen zwei Tage ins Land gehen, bis eine Überweisung vollständig abgewickelt sein muss.
  3. Eine gesonderte Frist für die Gutschrift ergibt sich aus § 675t. Danach darf das Geld noch einen Tag später gutgeschrieben werden, solange die Wertstellung zum Vortag erfolgt.

Fordern Sie Geld für Bummelei!

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Bank die Frist nicht eingehalten hat, können Sie für die Verzögerung einen Verzugszins in Höhe des sogenannten Basiszinssatzes (- 0,88 Prozent seit 1. Juli 2016) plus 5 Prozent für die Dauer der Verspätung in Rechnung stellen. Das macht also 4,12 Prozent.

Wenn Sie infolge einer verzögerten Überweisung Nachteile erlitten haben, können Sie außerdem Schadensersatz fordern, sofern Sie Ihrer Bank ein Verschulden (Fahrlässigkeit oder Vorsatz) nachweisen können.

Danke für Ihren Hinweis

Bummelt auch Ihre Bank oder Sparkasse bei Überweisungen, dann berichten Sie uns darüber! Wir werden die Missstände öffentlich machen.

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