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Pressemitteilung vom 30. Oktober 2026

Beim Tagesgeld keine Zinsen verschenken

Verbraucherzentrale Hamburg rät anlässlich des Weltspartags, Sparzinsen regelmäßig zu überprüfen und bei Aktionsangeboten genau hinzuschauen

Die Tagesgeldzinsen sind in den vergangenen Monaten wieder gestiegen. Laut Sparzinsvergleich der Verbraucherzentrale Hamburg bieten einzelne Banken inzwischen vier Prozent Zinsen oder mehr. Doch nicht alle Sparerinnen und Sparer profitieren davon. Während Banken Neukundinnen und Neukunden mit attraktiven Aktionszinsen locken, wird das Guthaben langjähriger Kundinnen und Kunden oft deutlich schlechter verzinst. Zum Weltspartag am 30. Oktober rät die Verbraucherzentrale Hamburg deshalb, die Konditionen bestehender Tagesgeldkonten zu überprüfen und gegebenenfalls zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Zinsunterschiede können mehrere hundert Euro ausmachen

Verbraucherinnen und Verbraucher, deren Geld seit Jahren auf demselben Tagesgeldkonto liegt, erhalten oft deutlich weniger Zinsen als bei anderen Banken. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt eine einfache Rechnung: Bei 10.000 Euro Guthaben bringen 0,5 Prozent Zinsen gerade einmal 50 Euro im Jahr. Bei 2,5 Prozent wären es dagegen 250 Euro – also 200 Euro mehr. Gerade bei größeren Rücklagen und deutlichen Zinsunterschieden lohnt es sich, über den Wechsel zu einem anderen Anbieter nachzudenken.

Verzinsung genau durchrechnen

Doch nicht jedes beworbene Zinsangebot ist die beste Wahl. Hohe Zinssätze gelten häufig nur für Neukundinnen und Neukunden und sind auf wenige Monate befristet. Danach sinkt die Verzinsung mitunter deutlich.

„Wer sein Geld anlegen möchte, sollte nicht nur auf den Aktionszins schauen. Entscheidend ist, welche Zinsen im weiteren Verlauf gezahlt werden und ob das Angebot dauerhaft zu den eigenen Sparzielen passt“, sagt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Wer 10.000 Euro für 90 Tage zu vier Prozent anlegt und danach für die restlichen 275 Tage nur noch 1,1 Prozent erhält, erzielt innerhalb eines Jahres rund 182 Euro Zinsen. Ein alternatives Angebot mit durchgehend 2,5 Prozent würde dagegen 250 Euro einbringen.

Anlegerinnen und Anleger, die bereit sind regelmäßig die Bank zu wechseln, können von kurzfristigen Angeboten profitieren. Für Menschen, die sich möglichst wenig um ihre Geldanlage kümmern möchten, ist dagegen ein dauerhaft attraktiver Zinssatz  sinnvoller.

Nicht nur auf die Zinsen achten

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten vor der Eröffnung eines Tagesgeldkontos neben der Höhe der Zinsen auch mögliche Höchstbeträge für die Verzinsung, zusätzliche Kosten und die Einlagensicherung prüfen. Bei Banken innerhalb der Europäischen Union sind Einlagen grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich geschützt. 

Da das Geld jederzeit verfügbar ist, eignet sich Tagesgeld besonders gut als finanzielle Rücklage für unerwartete Ausgaben. Die Zinskonditionen sollten Sparerinnen und Sparer jedoch im Blick behalten. „Tagesgeldzinsen sind grundsätzlich variabel und können sich jederzeit ändern“, erläutert Klug.

Vorsicht vor gefälschten Vergleichsportalen

Bei der Suche nach attraktiven Tagesgeldzinsen sollten Anlegerinnen und Anleger außerdem vor Betrugsversuchen auf der Hut sein. Kriminelle locken mit vermeintlich lukrativen Angeboten auf professionell gefälschten Internetseiten oder Vergleichsportalen. Wer dort Geld einzahlt, riskiert, seine Ersparnisse zu verlieren. „Hinterfragen Sie besonders hohe Zinsversprechen kritisch und prüfen Sie Angebote immer direkt bei der jeweiligen Bank“, rät Verbraucherschützerin Klug.

Unabhängiger Sparzinsvergleich hilft bei der Auswahl

Orientierung bietet der Sparzinsvergleich der Verbraucherzentrale Hamburg. Er enthält eine Übersicht der Zinssätze ausgewählter regionaler und überregionaler Banken und Sparkassen für Tagesgeld, Festgeld und weitere Sparformen. Die Konditionen werden in der Regel wöchentlich aktualisiert. Anders als viele Vergleichsportale nimmt die Verbraucherzentrale keine Kreditinstitute gegen Provision oder mit unzureichender Einlagensicherung in die Übersicht auf.

Der Sparzinsvergleich ist für 3 Euro als PDF-Dokument zum Herunterladen oder im Infozentrum der Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 22, erhältlich. Weitere Informationen unter www.vzhh.de/sparzinsvergleich.

Die Verbraucherzentrale Hamburg wird gefördert aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Justiz und Verbraucherschutz.


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