Pressemitteilung vom 29. September 2021

Mehr Obst und Gemüse hat eine zweite Chance verdient

Verbraucherzentralen untersuchen Angebot an nicht perfekter Ware im Einzelhandel

Eine Delle im Apfel? Eine braune Stelle an der Banane? Ein welker Salat? Häufig wird sehr reifes oder nicht mehr perfektes Obst und Gemüse vom Handel einfach aussortiert. Doch etwas mehr als jeder vierte Supermarkt oder Discounter bietet solche Produkte mittlerweile zu einem reduzierten Preis an. Zu diesem Ergebnis kommen die Verbraucherzentralen nach einem bundesweiten Marktcheck im Einzelhandel. Deutschlandweit wurde das Angebot in den Obst- und Gemüseabteilungen von insgesamt 25 Filialen der Einzelhändler Rewe, Edeka, Kaufland, Globus, Aldi, Lidl, Alnatura, Denn’s Biomarkt, Netto Marken-Discount und Penny stichprobenartig unter die Lupe genommen.

Alle Supermärkte und Discounter sollten nachziehen

„Es ist gut, dass der Handel  in Sachen Lebensmittelverschwendung anscheinend endlich umdenkt“, so Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Nun ist es wichtig, dass sich dieser Trend flächendeckend durchsetzt. Lebensmittel mit kleinen Makeln müssen überall angeboten und ansprechend präsentiert werden“, fordert die Verbraucherschützerin anlässlich der Aktionswoche »Deutschland rettet Lebensmittel!«. Ein Umdenken bei den Verbraucherinnen und Verbrauchen habe längst stattgefunden. Viele Menschen seien bereit, Obst und Gemüse sowie andere Lebensmittel mit kleinen Macken zu kaufen. „Start-ups zeigen, wie man Kundinnen und Kunden attraktive Angebote unterbreitet.“

Politik muss Handel bei Pflichtkennzeichnung unterstützen

Unklare Regelungen zur Kennzeichnungspflicht erschweren teilweise das Retten von Lebensmitteln im Einzelhandel. Beim Verkauf von Obst und Gemüse muss unter anderem über die Herkunft der Ware informiert und die Sorte genannt werden. „Hat ein Apfel braune Stellen und landet in einer Kiste für preisreduzierte Lebensmittel, fehlen die notwendigen Pflichtangaben“, so Fischer. Hier wünscht sich die Verbraucherzentrale Hamburg klare Anweisungen für den Handel, die von der Politik initiiert werden und im Einklang mit der Lebensmittelüberwachung stehen. „Es ist wichtig, Hemmschwellen abzubauen, doch gleichzeitig müssen Verbraucherinnen und Verbraucher vor Irreführung und Täuschung geschützt werden“, sagt Fischer.

Weitere Informationen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen sind zu finden auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de/lebensmittel-retten

Die Veröffentlichung wurde gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.


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