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Was tun bei hohen Gaspreisen?

Wegen der angespannten Lage auf den Gasmärkten hat die Bundesregierung die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Preisanpassungsklausel, mit der Versorger höhere Preise direkt an ihre Kundinnen und Kunden weiterreichen könnten, ist jedoch nicht aktiviert. Da es derzeit so gut wie keine günstigen Angebote gibt, kann es sinnvoll sein, seinem Versorger treu zu bleiben.

Katze auf Heizkörper mit Decke

Das Wichtigste in Kürze

  1. Es gibt gerade kaum günstige Angebote. Eventuell ist es besser, in der Grundversorgung zu bleiben. Gerade für Kundinnen und Kunden, denen von ihrem Versorger außerplanmäßig gekündigt wurde.
  2. Sollten Sie einen neuen Vertrag abschließen wollen, sind die Kündigungsfristen zu beachten. Nicht immer ist ein zeitnaher Ausstieg möglich.
  3. Nutzen Sie immer mehrere Vergleichsportale für die Tarifsuche. Achten Sie auf kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen.
Stand: 23.06.2022

Der Großhandelspreis für Erdgas ist kräftig gestiegen. Zudem verteuert die CO2-Abgabe den fossilen Brennstoff. Deshalb geben fast alle Versorger diese Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Die Preissteigerungen sind teilweise sehr hoch und das Ende der Fahnenstange vermutlich noch nicht erreicht. Die Bundesregierung hat einen Heizkostenzuschuss verabschiedet. Für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld 2 oder Sozialhilfe ändert sich dadurch nichts. Ihre Heizkosten werden auch weiterhin in voller Höhe übernommen. 

Krieg in der Ukraine

Aktuell ist nicht absehbar, wie sich die Lage am Gasmarkt entwickelt. Die ergriffenen Maßnahmen der Bundesregierung verdeutlichen aber den Ernst der Lage. Prüfen Sie darum Ihren Energieverbrauch auf Einsparmöglichkeiten. Denn nicht nur durch die Auswahl eines günstigen Gaslieferanten können Sie Ihre Heizkosten senken, sondern auch indem Sie weniger Energie verbrauchen, beispielsweise durch richtiges Heizen und Lüften, eine ordentliche Wärmedämmung oder andere Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude und der Heizungsanlage. Über den Einsatz erneuerbarer Energien sollten Sie ebenfalls nachdenken.

Durch einen Wechsel des Gasversorgers konnten Sie in der Vergangenheit häufig Geld sparen. Das ist jedoch aufgrund der aktuellen Situation kaum mehr möglich. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich aber natürlich immer. Orientieren Sie sich dabei nicht am monatlichen Abschlag, sondern ausschließlich am Arbeitspreis und Grundpreis.

Grundsätzlich sollten Sie beim Wechsel des Gasversorgers einiges beachten:

Kündigungsfristen im Blick haben

Beim Anbieterwechsel sind Kündigungsfristen einzuhalten. Diese sind von Vertrag zu Vertrag verschieden.

  • Als Gaskunde sind Sie entweder im Grundversorgungstarif oder für die ersten drei Wochen in der Ersatzversorgung des örtlichen Stadtwerks oder eines großen Verbundunternehmens, das in Ihrem Gebiet die meisten Kunden beliefert. In diesem Tarif haben Sie in der Vergangenheit oft höhere Preise gezahlt. Aktuell muss das nicht sein! Preisänderungen sind grundsätzlich möglich. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen. In der Ersatzversorgung kann täglich gekündigt werden. Bitte beachten Sie! Aktuell kann ein Grundversorgungstarif günstiger sein als andere Tarife. Erkundigen Sie sich daher nach den aktuellen Preisen Ihres Grundversorgers.
  • Haben Sie einen anderen Tarif beim Grundversorger abgeschlossen oder sind bereits bei einem anderen Anbieter unter Vertrag, gelten die jeweils festgelegten Bedingungen. Hier zahlen Sie in der Regel einen günstigeren Preis und Preisänderungen können nur aufgrund einer wirksamen Preisanpassungsklausel vorgenommen werden. Meist gibt es in diesen Tarifen eine längere Vertragslaufzeit und der Vertrag verlängert sich automatisch um bis zu zwölf Monate, wenn Sie nicht fristgerecht kündigen. Bei einer Preiserhöhung ist auch eine vorzeitige Kündigung (Sonderkündigung) möglich.

Gut zu wissen

Wollen Sie Ihren Gasversorger wechseln, sollten Sie sich zunächst einen neuen Anbieter suchen und erst dann dem alten kündigen. Normalerweise kündigt der neue Energieversorger für Sie Ihren bisherigen Vertrag, wenn Sie ihm eine entsprechende Vollmacht erteilen. Der Wechsel des Lieferanten findet nur auf dem Papier statt.

Endet Ihre Kündigungsfrist bald und verlängert sich Ihr Vertrag dann automatisch, so nehmen Sie die Sache lieber selbst in die Hand. So kann Ihr neuer Gasversorger die Kündigungsfrist nicht verpassen. Eigenes Handeln ist auch bei Sonderkündigungen nach Preiserhöhungen gefragt. Nicht alle Anbieter führen unter diesen Umständen einen Kündigungswechsel durch. Informieren Sie Ihren neuen Gasanbieter, wenn Sie bereits selbst gekündigt haben. Oft gibt es auf den Auftragsformularen sogar einen entsprechenden Vermerk zum Ankreuzen.

Wichtig: Achten Sie darauf, vor Beginn des neuen Vertrags unbedingt den Zählerstand abzulesen und diesen Ihrem alten und neuen Anbieter mitzuteilen.

Günstigeren Gasversorger finden

Bereits ein günstigerer Tarif beim Grundversorger bringt meist schon eine spürbare Ersparnis. Eine Informationsquelle sind Vergleichsportale im Internet. Hier müssen Sie allerdings die richtigen Voreinstellungen in der Suchfunktion vornehmen.
Wählen Sie den Tarif Ihres Gasanbieters mit diesen Einstellungen aus:

  • höchstens 12 Monate Erstlaufzeit
  • maximal 1 Monat Verlängerung nach Erstlaufzeit
  • höchstens 1 Monat Kündigungsfrist
  • einmaligen Bonus nicht in die Kosten einrechnen (die meisten Vergünstigungen gibt es nur unter bestimmten Bedingungen und im ersten Vertragsjahr)
  • Wenn gewünscht: Preisgarantie mit Erstlaufzeit von maximal 1 Jahr wählen (viele Preisgarantien sind eingeschränkt und beinhalten nicht gesetzlich regulierte Preisbestandteile wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben oder Umlagen, was am Ende zu einer Preiserhöhung führen kann)
  • alle Tarife anzeigen lassen (nicht nur die mit Wechseloption über das Portal)
  • einen Tarif pro Anbieter auflisten

Tipp: Vergleichen Sie die ermittelten Preise immer sowohl mit den Ergebnissen anderer Vergleichsportale (am besten zwei bis drei Vergleichsrechner nutzen) als auch mit den Angaben auf der Website des jeweiligen Energieunternehmens.

Gut zu wissen

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben in den letzten Jahren schlechte Erfahrungen mit Energieanbietern gemacht. Falsche Rechnungen, drastisch erhöhte Preise nach Vertragsabschluss, verweigerte Bonuszahlungen und verzögerte Guthabenerstattungen sind die Ärgernisse, mit denen man unter Umständen konfrontiert ist. Manchmal ist der Service mies oder die Unternehmen sind bei Problemen kaum erreichbar. Schauen Sie sich daher auch die Kundenbewertungen auf den Vergleichsportalen an und informieren Sie sich über den Energieanbieter, zum Beispiel beim Bund der Energieverbraucher.

Heizkosten für Mieterinnen und Mieter

Nur wer im eigenen Haus lebt, kann seinen Gasversorger selbst auswählen. Mieterinnen und Mieter dürfen ihren Anbieter nur dann selbst bestimmen, wenn eine Gastherme in der Wohnung installiert ist.

Wenn Sie keinen eigenen Gasliefervertrag haben und bei der Wahl des Gasversorgers auf Ihren Vermieter angewiesen sind, empfehlen wir, das Gespräch zu suchen und den Wechsel in einen günstigeren Tarif anzuregen. Aufgrund des sogenannten Wirtschaftlichkeitsgebots ist es Vermietern rechtlich untersagt, überhöhte Preise per Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umzulegen.

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