Rechnet sich eine Photovoltaikanlage noch?

Die Einspeisevergütung für selbst erzeugten Solarstrom ist in den letzten Jahren schrittweise gesunken. Trotzdem sind Photovoltaikanlagen noch immer eine sinnvolle Investition. Denn: Der eigene Strom vom Dach muss nicht gekauft werden. Das sollten Sie beachten, wenn Sie mit einer PV-Anlage liebäugeln.

Installation einer Photovoltaikanlage

Das Wichtigste in Kürze

  1. Selbst erzeugter Solarstrom ist klimafreundlich, weil CO2-frei, und für Verbraucher eine besonders günstige Art der Stromversorgung.
  2. Vor allem wenn viel Strom im eigenen Haushalt verwendet wird, rechnet sich die Investition in eine Photovoltaikanlage.
  3. Nicht nur der Anlagenpreis, der Standort und die Neigung der Dachfläche sind ausschlaggebend für die Entscheidungsfindung, sondern auch der Eigenverbrauch und ein mögliche Batteriespeicher sollten in die Überlegungen einbezogen werden.
  4. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale unterstützt Ratsuchende, die Solarstrom erzeugen möchten, mit dem sogenannten Eignungs-Check Solar.
Stand: 16.09.2020

Noch vor einigen Jahren galten Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) wegen der hohen Einspeisevergütung für den erzeugten Strom als sehr lukrativ. Heute meinen viele, eine Investition in die klimafreundliche Stromerzeugung würde sich wegen der deutlich niedrigeren Vergütung nicht mehr lohnen. Doch die Technik ist nach wie vor wirtschaftlich, wenn viel Strom selbst verbraucht und die Installation der Anlage gut geplant wird. Unsere Energieberater unterstützen Sie bei der Entscheidungsfindung.

1. Geeigneten Standort wählen

Für Solarmodule ist die Ausrichtung zur Sonne wichtig. Optimal ist eine Südaufstellung, aber auch West- und Ostausrichtungen können sinnvoll sein. Ebenfalls wichtig: die Verschattung. Bereits ein kleiner Schattenwurf kann zum Einbruch der Stromproduktion führen, denn die PV-Module sind in Reihe geschaltet und das schwächste Modul entscheidet über den Ertrag der gesamten Anlage. Durch eine geschickte Verschaltung der Module kann dieser Effekt allerdings abgemildert werden.

2. Eigenverbrauch durchrechnen

Da selbst erzeugter Strom wesentlich günstiger ist als Strom vom Energieversorger, lohnt sich eine PV-Anlage besonders dann, wenn möglichst viel des Solarstroms auch selbst verbraucht wird. Allerdings wird die optimale Eigennutzung dadurch erschwert, dass der Strom vom Dach nicht zur gleichen Zeit erzeugt und verbraucht werden kann. Es ist daher wichtig, einen genauen Blick auf den Stromverbrauch des Haushalts zu werfen und den zukünftigen Bedarf abzuschätzen, bevor eine Anlage installiert wird.

Rechenbeispiel

4-Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage mit Jahresstromproduktion von 3.600 Kilowattstunden (in Norddeutschland) bei 30 Prozent Eigenverbrauch und 70 Prozent Einspeisung

  • Investitionskosten: ca. 6.300 Euro
  • Kosten pro Jahr (Wartung, Stromzähler, Versicherung): ca. 150 Euro
  • Eingesparte Stromkosten pro Jahr: 324 Euro
  • Einspeisevergütung pro Jahr: 210 Euro

3. Batteriespeicher richtig planen

Mit einem Batteriespeicher lassen sich Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad zwar deutlich erhöhen, doch sinkt dadurch gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Gründe hierfür sind die Anschaffungskosten für den Speicher sowie die begrenzte Lebensdauer der Batterien. Batteriespeicher müssen daher passend zur Höhe des Stromverbrauchs und zur Größe der Photovoltaikanlage dimensioniert werden. Zu große Speichersysteme verursachen unnötig hohe Kosten, denen ein geringer Nutzen gegenübersteht.

4. Förderung nutzen

Photovoltaik-Anlagen werden aktuell bei der Anschaffung und auch im Betrieb gefördert. Für die Neuanschaffung einer PV-Anlage gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen zinsgünstigen Kredit. Voraussetzung für die Förderung ist allerdings, dass ein Teil des produzierten Stromes eingespeist wird.

Für ins Netz eingespeisten Strom erhalten Anlagenbetreiber im Rahmen der EEG-Förderung derzeit rund neun Cent pro Kilowattstunde. Diese Einspeisevergütung ist eine staatlich festgelegte Förderung, die aus dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme sowie Größe und Art der Anlage errechnet wird und die für 20 Jahre garantiert ist. Zwar ist der „Solardeckel“, der das Ende der Einspeisevergütung bedeutet hätte, im Sommer abgeschafft worden, allerdings ist die weitere Entwicklung dieser Förderung nach wie vor unsicher. Da die Fördersätze in den vergangenen Jahren erheblich gesunken sind, spielt der Eigenverbrauch eine größere Rolle bei der Rentabilität Ihrer Anlage.

Unser Angebot

Im Rahmen eines „Eignungs-Checks Solar“ geben wir Ihnen einen ersten Überblick über die „Solartauglichkeit“ Ihrer Immobilie. Oder Sie nehmen am 21. September an unserem kostenlosen Online-Vortrag „Sonnenenergie nutzen – gewusst wie!“ teil.

Am Mittwoch, 23. September haben Sie im Rahmen eines kostenfreien Aktionstages in der Verbraucherzentrale auch die Möglichkeit, sich individuell und unabhängig zum Thema Photovoltaik beraten zu lassen. Bitte vereinbaren Sie dafür vorab telefonisch einen Termin über die Hotline der Hamburger Energielotsen: (040) 24832-250.

Über die Energieberatung

Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte interessenneutrale Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Seit 1978 begleitet sie private Verbraucher mit derzeit rund 600 Energieberatern und an mehr als 800 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Jedes Jahr werden mehr als 100.000 Haushalte zu allen Energiethemen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise Energiesparen, Wärmedämmung, moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien.

Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale, einschließlich ihrer Energie-Checks, wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dank einer Kofinanzierung durch die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft sind die Energie-Checks für Haushalte in der Freien und Hansestadt Hamburg komplett kostenfrei.

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