Gas zu teuer? Anbieter wechseln!

Wenn das Heizen immer teurer wird, kann man seinen Gasversorger wechseln. Das spart bares Geld und beruhigt die Nerven. Der Aufwand ist überschaubar und Sie werden nicht im Kalten sitzen. Versprochen! Worauf Sie beim Anbieterwechsel achten sollten.

Katze auf Heizkörper mit Decke

Das Wichtigste in Kürze

  1. Durch den Wechsel des Gasversorgers können Verbraucherinnen und Verbraucher jedes Jahr bei den Heizkosten sparen.
  2. Beim Abschluss eines neues Vertrags sind die Kündigungsfristen zu beachten. Nicht immer ist ein zeitnaher Ausstieg möglich.
  3. Für die Tarifsuche sollte man immer mehrere Vergleichsportale mit den richtigen Einstellungen nutzen. Vor allem kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen sind wichtig.
Stand: 12.10.2021

Der Großhandelspreis für Erdgas ist kräftig gestiegen. Zudem verteuert die CO2-Abgabe den fossilen Brennstoff. Energieversorger werden die höheren Kosten wohl an ihre Kundschaft weitergeben und die Gaspreise anheben. Manche haben dies schon angekündigt.

Durch einen Wechsel Ihres Gasversorgers können Sie die Situation entschärfen und Geld sparen. Die Gastarife unterscheiden sich in ihrer Höhe oft beträchtlich und es gibt (noch) viele günstige Angebote am Markt. Die Suche nach einem neuen Anbieter lohnt sich also – gerade weil Privathaushalte in nächster Zeit vermutlich mit weiteren Preissteigerungen rechnen müssen. Doch Achtung, beim Wechsel des Gasversorgers ist einiges zu beachten.

Kündigungsfristen im Blick haben

Beim Anbieterwechsel sind Kündigungsfristen einzuhalten. Diese sind von Vertrag zu Vertrag verschieden.

  • Als Gaskunde sind Sie entweder im Grundversorgungstarif des örtlichen Stadtwerks oder eines großen Verbundunternehmens, das in dem jeweiligen Gebiet die meisten Kunden beliefert. In diesem Tarif zahlen Sie oft besonders hohe Preise, Preisänderungen sind grundsätzlich möglich. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen.
  • Haben Sie einen anderen Tarif beim Grundversorger abgeschlossen oder sind bereits bei einem anderen Anbieter unter Vertrag, gelten die jeweils festgelegten Bedingungen. Hier zahlen Sie in der Regel einen günstigeren Preis und Preisänderungen können nur aufgrund einer wirksamen Preisanpassungsklausel vorgenommen werden. Meist gibt es in diesen Tarifen eine längere Vertragslaufzeit und der Vertrag verlängert sich automatisch um bis zu zwölf Monate, wenn Sie nicht fristgerecht kündigen. Bei einer Preiserhöhung ist auch eine vorzeitige Kündigung (Sonderkündigung) möglich.

Gut zu wissen

Wollen Sie Ihren Gasversorger wechseln, sollten Sie sich zunächst einen neuen Anbieter suchen und erst dann dem alten kündigen. Normalerweise kündigt der neue Energieversorger für Sie Ihren bisherigen Vertrag, wenn Sie ihm eine entsprechende Vollmacht erteilen. Der Wechsel des Lieferanten findet nur auf dem Papier statt.

Endet Ihre Kündigungsfrist bald und verlängert sich Ihr Vertrag dann automatisch, so nehmen Sie die Sache lieber selbst in die Hand. So kann Ihr neuer Gasversorger die Kündigungsfrist nicht verpassen. Eigenes Handeln ist auch bei Sonderkündigungen nach Preiserhöhungen gefragt. Nicht alle Anbieter führen unter diesen Umständen einen Kündigungswechsel durch. Informieren Sie Ihren neuen Gasanbieter, wenn Sie bereits selbst gekündigt haben. Oft gibt es auf den Auftragsformularen sogar einen entsprechenden Vermerk zum Ankreuzen.

Wichtig: Achten Sie darauf, vor Beginn des neuen Vertrags unbedingt den Zählerstand abzulesen und diesen Ihrem alten und neuen Anbieter mitzuteilen.

Günstigeren Gasversorger finden

Bereits ein günstigerer Tarif beim Grundversorger bringt meist schon eine spürbare Ersparnis. Oft sind andere Anbieter noch deutlich günstiger. Eine Informationsquelle sind Vergleichsportale im Internet. Hier müssen Sie allerdings die richtigen Voreinstellungen in der Suchfunktion vornehmen.

Wählen Sie den Tarif Ihres Gasanbieters mit diesen Einstellungen aus:

  • höchstens 12 Monate Erstlaufzeit 
  • maximal 1 Monat Verlängerung nach Erstlaufzeit
  • höchstens 1 Monat Kündigungsfrist
  • einmaligen Bonus nicht in die Kosten einrechnen (die meisten Vergünstigungen gibt es nur unter bestimmten Bedingungen und im ersten Vertragsjahr)
  • (wenn gewünscht) Preisgarantie mit Erstlaufzeit von maximal 1 Jahr wählen (viele Preisgarantien sind eingeschränkt und beinhalten nicht gesetzlich regulierte Preisbestandteile wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben oder Umlagen, was am Ende zu einer Preiserhöhung führen kann)
  • alle Tarife anzeigen lassen (nicht nur die mit Wechseloption über das Portal)
  • einen Tarif pro Anbieter auflisten

Tipp: Vergleichen Sie die ermittelten Preise immer sowohl mit den Ergebnissen anderer Vergleichsportale (am besten zwei bis drei Vergleichs­rechner nutzen) als auch mit den Angaben auf der Website des jeweiligen Energieunternehmens.

Gut zu wissen

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben in den letzten Jahren schlechte Erfahrungen mit Energieanbietern gemacht. Falsche Rechnungen, drastisch erhöhte Preise nach Vertragsabschluss, verweigerte Bonuszahlungen und verzögerte Guthabenerstattungen sind die Ärgernisse, mit denen man unter Umständen konfrontiert ist. Manchmal ist der Service mies oder die Unternehmen sind bei Problemen kaum erreichbar. Schauen Sie sich daher auch die Kundenbewertungen auf den Vergleichsportalen an und informieren Sie sich über den Energieanbieter, zum Beispiel beim Bund der Energieverbraucher.

Heizkosten für Mieterinnen und Mieter

Nur wer im eigenen Haus lebt, kann seinen Gasversorger selbst auswählen. Mieterinnen und Mieter dürfen ihren Anbieter nur dann selbst bestimmen, wenn eine Gastherme in der Wohnung installiert ist.

Wenn Sie keinen eigenen Gasliefervertrag haben und bei der Wahl des Gasversorgers auf Ihren Vermieter angewiesen sind, empfehlen wir, das Gespräch zu suchen und den Wechsel in einen günstigeren Tarif anzuregen. Aufgrund des sogenannten Wirtschaftlichkeitsgebots ist es Vermietern rechtlich untersagt, überhöhte Preise per Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umzulegen.

Energie und Geld sparen

Nicht nur durch die Auswahl eines günstigen Gaslieferanten können Sie Ihre Heizkosten senken, sondern auch indem Sie weniger Energie verbrauchen, beispielsweise durch richtiges Heizen und Lüften, eine ordentliche Wärmedämmung oder andere Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude und der Heizungsanlage. Über den Einsatz erneuerbarer Energien sollten Sie ebenfalls nachdenken.

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