Mietwagen: Darauf sollten Sie achten!

Bevor die Tage wieder dunkler und ungemütlicher werden, zieht es viele noch einmal in den Süden zum Sonne tanken. Ein Mietwagen sorgt am Urlaubsort für die gewünschte Mobilität. Doch Vorsicht, einige Anbieter arbeiten mit üblen Tricks und treiben die Mietkosten so in die Höhe. Auch in Deutschland.

Familienurlaub mit Auto

Das Wichtigste in Kürze

  1. Wer ein Auto mietet, sollte vor dem Unterzeichnen des Übergabeprotokolls mögliche Vorschäden am Mietwagen penibel dokumentieren.
  2. Mit fiesen Maschen versuchen Autovermietern, Reisenden das Geld aus der Tasche zu ziehen.
  3. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ziel sollte sein, einen Rechtsstreit mit einem im Ausland ansässigen Unternehmen zu vermeiden.
Stand: 09.09.2021

Anders als bei vielen Urlaubsreisen, lohnen sich Last-Minute-Angebote bei Mietwagen in der Regel nicht. Am besten buchen Sie ihr Fahrzeug so früh wie möglich online, inklusive aller gewünschten Extras wie Kindersitz oder Dachgepäckträger. Andernfalls kann es vor Ort deutlich teuer werden. Gleiches gilt für die Versicherungen rund um den Mietwagen. Am Urlaubsort zahlen Sie für den Abschluss einer Versicherung meist mehr.

Übergabeprotokoll detailliert ausfüllen

Am Ziel der Träume angekommen, soll der Urlaub natürlich sofort losgehen. Dennoch lautet unser Rat: Nehmen Sie sich Zeit beim Abholen des Mietwagens. Achten Sie penibel darauf, dass alle Schäden, die Sie am Fahrzeug entdecken, im Übergabeprotokoll festgehalten werden. Diese könnten Ihnen sonst nach der Reise in Rechnung gestellt werden, auch wenn Sie diese gar nicht verursacht haben. Im Idealfall nehmen Sie eine weitere Person, die nicht im Mietvertrag steht, zur Abholung des Fahrzeugs mit. Sie ist eine potenzielle Zeugin. Zudem können Sie den Zustand des Autos mit Fotos dokumentieren.

Nach der Urlaubsreise einen Rechtsstreit mit dem Autovermieter zu führen, sollten Sie unbedingt vermeiden. Eine juristische Auseinandersetzung mit einem im Ausland ansässigen Unternehmen ist in der Regel ein zähes Unterfangen, und ob Sie Erfolg haben werden, ist völlig unklar.

Die Tricks der Autovermieter

Ein Mietwagen für den Urlaub zu buchen, kann ein teures Vergnügen sein. Ärgerlich wird es dann, wenn die Vermieter mit unlauteren Mitteln versuchen, die Mietkosten noch weiter in die Höhe zu treiben. Darauf sollten Sie beim Mieten eines Autos achten:

Teure Zusatzversicherungen

Viele Autovermietungen in Urlaubsregionen kooperieren mit lokalen Versicherern. Das hat zur Folge, dass Sie beim Abholen des Mietwagens häufig zu Zusatzversicherungen gedrängt werden. Diese sind in der Regel aber nicht nur teuer, sondern auch unnötig. Oftmals liegen die Verträge auch nur in Englisch oder der Landessprache vor. Schließen Sie daher alle gewünschten Versicherungen bereits vor dem Antritt Ihrer Reise ab.

Unterstellung einer unerlaubten Geländefahrt

Im Mietvertrag sind häufig Gebiete genannt, durch die Sie mit Ihrem Wagen nicht fahren dürfen. Geländefahrten fallen zum Beispiel unter dieses Verbot. Bei starker Verschmutzung und vielen Macken fordern einige Vermieter Geld für den Verstoß gegen dieses Verbot. Wenn Ihr Auto vor der Rückgabe stark verschmutzt sein sollte, ist es daher ratsam, vorher noch einmal durch die Waschstraße zu fahren.

Der Kratzertrick

Oftmals findet die Übergabe von Mietwagen an Orten statt, deren Beleuchtung viele kleinere Schäden kaschiert. Wenn diese dann nach der Rückgabe vom Vermieter beanstandet werden, müssen Sie als Mieter dafür geradestehen, obwohl Sie den Schaden vielleicht gar nicht selbst verursacht haben.

Schäden, die eigentlich kostengünstig repariert werden könnten, werden mitunter durch den weitaus teureren Austausch ganzer Fahrzeugteile behoben und dann in Rechnung gestellt. Da Autovermietungen aber nicht zur Ausbesserung von Kratzern im Lack verpflichtet sind, können sie ein und denselben Schaden rein theoretisch gleich mehreren Kunden in Rechnung stellen.

Die Sandmasche

Nicht alle Straßen sind asphaltiert oder befestigt. Vielleicht ist Ihr Traumstrand nur über eine staubige Sandpiste zu erreichen. Auch das kann sich als wahre Kostenfalle entpuppen: Einige Anbieter stellen ihren Kunden Extrakosten für eine Sonderreinigung aufgrund übermäßiger Verschmutzung in Rechnung. Was genau unter diesen Begriff fällt, ist allerdings nicht genau definiert, weshalb einige Anbieter diese Unklarheit mitunter für sich ausnutzen.

Der volle leere Tank

Bei der Anmietung eines Mietwagens gibt es verschiedenen Tankszenarien. Wir raten Ihnen zu der Variante „voll/voll“. Der Wagen wird also vollgetankt abgeholt und wieder vollgetankt abgegeben, da Sie so nur den wirklichen Kraftstoffverbrauch bezahlen. Allerdings ist es bei dieser Vereinbarung besonders wichtig, dass Sie den Wagen auch wirklich vollgetankt zurückgeben, da es andernfalls durch die Berechnung von Tankpauschalen richtig teuer werden kann. Weil einige Anbieter diese aber trotzdem unberechtigterweise verlangen, empfiehlt es sich, den Tankbeleg aufzuheben und den Stand der Tankanzeige fotografisch festzuhalten.

Zwei Kreditkarten für ein Auto

Seien Sie besonders vorsichtig beim Mieten eines Cabrios. Bei spanischen Vermietern müssen Sie nicht selten gleich zwei auf Ihren Namen ausgestellte Kreditkarten vorlegen. Andernfalls wird der Wunschwagen nicht herausgegeben und die Buchung eines weniger wertvollen Fahrzeuges vorgeschlagen. Dabei berücksichtigt der Vermieter aber nicht unbedingt die Kostendifferenz. Im Ergebnis zahlen Sie also für ein teures Cabrio, fahren aber einen günstigeren, geschlossenen Wagen.

Das sollten Sie bei der Rückgabe beachten

Lassen Sie bei der Rückgabe des Wagens die gleiche Sorgfalt walten wie bei der Abholung. Geben Sie den Wagen in Anwesenheit eines Zeugen zurück und dokumentieren Sie sorgfältig den Zustand des Autos, auch den des Innenraums. Ganz wichtig ist zudem Pünktlichkeit. Da ein Miettag genau 24 Stunden lang ist, kann sonst schon bei kleineren Verspätungen ein weiterer Tag in Rechnung gestellt werden. Außerdem erlischt die Versicherung sofort mit dem Ende der Mietfrist. Sie fahren ab dann unversichert und müssen selbst für alle verursachtem Schäden aufkommen.

Ganz allgemein gilt: Nur im Mietvertrag als Fahrer eingetragene Personen dürfen das Auto auch fahren. Andernfalls besteht kein Versicherungsschutz.

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