Verlangt Ihre Bank Negativzinsen?

Vom sogenannten Verwahrentgelt auf Tagesgeld- und Girokonten waren bislang nur Geldsummen meist über 100.000 Euro betroffen. Jetzt berechnen erste Anbieter – zumindest bei Neukunden – diese Negativzinsen ab dem ersten Euro. Auch Bestandskunden kann Ärger drohen.

Finger drehen zwei Würfel

Das Wichtigste in Kürze

  1. Immer mehr Banken und Sparkassen berechnen ein sogenanntes Verwahrentgelt (Negativzinsen), in einigen Fällen schon ab einem Euro Guthaben auf Tagesgeld- und Girokonten.
  2. Von diesen Strafzinsen sind in der Regel Neukunden betroffen.
  3. Einige Banken streben aber auch Vereinbarungen mit Bestandskunden an, um nachträglich ein Verwahrentgelt berechnen zu können.
  4. Vor einer Kontoeröffnung sollten sich Verbraucher bei der Bank erkundigen, ob sie Negativzinsen erhebt.
Stand: 15.02.2021

Über 200 Kreditinstitute verlangen für Guthaben auf Spar- und Girokonten mittlerweile Negativzinsen. Tendenz weiter steigend. Im Schnitt betragen diese Negativzinsen 0,5 Prozent. Einige Anbieter berechnen keine sogenannten Verwahrentgelte, sondern verlangen stattdessen Gebühren für das Führen eines Tagesgeldkontos.

Bislang gelten Strafzinsen fast ausschließlich für Neukunden. Einige Banken versuchen allerdings bereits, individuelle Vereinbarungen mit Bestandskunden zu treffen, um nachträglich ein Verwahrentgelt berechnen zu können. Verbraucher berichteten uns, dass ihre Bank mit Kündigung des Kontos gedroht habe, falls man sich nicht einigen könne.

Wichtig: Unterschreiben Sie nicht unüberlegt! Unserer Auffassung nach darf von Bestandskunden ohne eine Vereinbarung kein Negativzins verlangt werden. Droht Ihre Bank offen mit Kündigung des Girokontos, sollten sie die Vereinbarung nur dann verweigern, wenn Sie bereit sind, Ihre Bank notfalls zu wechseln. Geben Sie uns gerne Bescheid, wenn Sie von Ihrem Kreditinstitut zur Zahlung von Negativzinsen aufgefordert wurden.

Fragen kostet nichts

Die Informationen zu den Negativzinsen sind auf den Internetseiten von Banken und Sparkassen nicht immer leicht zu finden, zum Teil sind sie gar nicht oder nur unvollständig vorhanden. Hier erwarten wir mehr Transparenz seitens der Unternehmen. Eine Übersicht Hamburger Kreditinstitute mit Verwahrentgelt haben wir Ihnen zusammengestellt:

Anbieter Zinssatz Freibetrag Kontoart
Hamburger Sparkasse -0,5% 500.000 Giro- und Tagesgeldkonto
Sparda-Bank Hamburg -0,5% 50.000 Giro- und Tagesgeldkonto
Hamburger Volksbank -0,4% 100.000 Girokonto*
Commerzbank -0,5% 100.000 Giro- und Tagesgeldkonto
Postbank -0,5% 100.000 Giro- und Tagesgeldkonto
Deutsche Bank -0,5% 100.000 Giro- und Tagesgeldkonto

Stand 14. Januar 2021 | *Angaben aus dem Internet

Unser Tipps

Wenn Sie planen, ein neues Konto zu eröffnen, fragen Sie einfach direkt beim Anbieter nach, ob bzw. ab welchem Betrag Negativzinsen erhoben werden.

Sollten Ihre bestehenden Giro- und Tagesgeldkonten von einem Verwahrentgelt betroffen sein, suchen Sie nach einer neuen Bank oder Sparkasse bzw. verteilen Sie Ihr über den Freibetrag hinausgehendes Geld auf andere Konten. In unserem Sparzinsvergleich finden Sie Angebote ausgewählter Finanzinstitute. Darüber hinaus lohnt es sich, über alternative Anlageformen nachzudenken.

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