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Wie funktioniert die Frühstartrente?

Ab 2027 plant die Bundesregierung eine neue staatliche Förderung für die private Altersvorsorge von Kindern: die Frühstartrente. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wer profitiert und was müssen Eltern beachten? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Familie sitzt am Tisch. Im Vordergrund steht ein Sparschwein

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Frühstartrente soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten; die staatliche Förderung zehn Euro monatlich für jedes Kind vom 6. bis zum 18. Geburtstag betragen.
  2. Das Geld fließt in ein zertifiziertes Standarddepot oder wird kollektiv von der Deutschen Bundesbank in Aktien angelegt.
  3. Wenn Eltern keinen eigenen Vertrag abschließen, legt die Bundesbank das Geld gesammelt an. 
Stand: 15.09.2026

Die Frühstartrente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge für Kinder. Ziel der Bundesregierung ist es, junge Menschen mit einem Startkapital für den Vermögensaufbau auszustatten und gleichzeitig die Finanzbildung zu stärken. Der Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums liegt vor. Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetz noch zustimmen. 

Wer bekommt die Förderung?

Anspruch auf die Frühstartrente haben Kinder mit Wohnsitz in Deutschland, für die eine Steueridentifikationsnummer vorliegt. Diese besitzen fast alle Kinder in Deutschland automatisch. Die Förderung gilt für Kinder vom 6. bis zum 18. Geburtstag – beginnend mit den Geburtsjahrgängen 2020 und 2021.

  • Für den Jahrgang 2020 wird die Förderung rückwirkend für 2026 gezahlt.
  • Kinder, die vor 2020 geboren wurden, erhalten keine Frühstartrente.
  • Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) prüft die Anspruchsvoraussetzungen und zahlt die Förderung aus.

Wie viel Geld gibt es? Wie wird es angelegt?

Der Staat zahlt zwölf Jahre lang monatlich zehn Euro ein – insgesamt also 1.440 Euro pro Kind. Das Geld wird breit gestreut in Aktien investiert, wenn das Geld über die Bundesbank angelegt wird. Eltern können für ihre Kinder auch einen individuellen Vertrag abschließen. Dieser muss ein zertifiziertes Standarddepot sein. 

Zwei Anlageoptionen


Individuelles Depot durch die Eltern

  • Eltern können für ihr Kind ein zertifiziertes Standarddepot bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnen. Das Geld fließt dann in diesen Vertrag.
  • Wichtig: Das Depot muss die Kostenobergrenze von einem Prozent pro Jahr einhalten. Abschluss- und Vertriebskosten sind bis zum 18. Geburtstag verboten.
     

Kollektive Anlage durch die Deutsche Bundesbank

  • Schließen Eltern keinen eigenen Vertrag ab, legt die Bundesbank das Geld gesammelt für den gesamten Jahrgang in Aktien und Aktienfonds an.
  • Die Sammelanlage startet etwa ein Jahr nach dem 6. Geburtstag des Kindes.

Nach dem 18. Geburtstag hat das Kind bis zum 35. Lebensjahr Zeit, das Kapital auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag zu übertragen.

Was müssen Eltern jetzt tun?

Da das Gesetz noch vom Bundesrat verabschiedet werden muss und noch keine Fristen gelten, besteht für Eltern aktuell kein Handlungsdruck. 

  • Eltern müssen keinen Antrag auf Förderung stellen. Die Förderung wird automatisch gewährt, sofern die Voraussetzungen (Wohnsitz, Steueridentifikationsnummer) erfüllt sind.
  • Eltern können zusätzliches Geld in das Depot einzahlen (bis zu 6.840 Euro pro Jahr), dafür wird aber keine weitere Förderung gewährt.
  • Fallen Sie nicht auf Werbeversprechen der Anbieter herein. „Sonderkonditionen“ oder „exklusive Steuervorteile“ sind oft nur Verkaufsargumente. Kinder haben eigene Steuerfreibeträge (Sparer-Pauschbetrag, Grundfreibetrag).
  • Prüfen Sie, ob eine kostengünstige Alternative (z. B. ein ETF-Sparplan für Kinder) sinnvoller ist.

Was ist mit den Kosten?

Beim Standarddepot dürfen die Gesamtkosten (Effektivkosten) maximal ein Prozent pro Jahr betragen. Das klingt wenig, doch selbst diese Kosten schmälern das Ergebnis über Jahrzehnte spürbar.

Beispielrechnung: Wie stark wirken sich Kosten aus?

Alter0,2 Prozent Kosten1 Prozent KostenDifferenz
18 Jahre2.268,40 Euro2.148,43 Euro-119,97 Euro
35 Jahre7.498,68 Euro6.203,66 Euro-1.295,02 Euro
68 Jahre76.378,44 Euro48.597,34 Euro-27.781,10 Euro

(Annahme: Kapitalmarktrendite von 7,5 % p. a. vor Kosten, Basis: MSCI World seit 1970)

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