Vorsicht vor Trading-Plattformen

Dubiose Trading-Plattformen werben im Internet und den sozialen Netzwerken mit einfachen und schnellen Gewinnen. Sie versprechen das große Geld durch den Handel mit Aktien, Optionen, CFDs oder Kryptowährungen. Mithilfe eines „persönlichen Beraters“ wird man erst beim Traden angeleitet, dann unter Druck gesetzt und letztlich um sein Erspartes gebracht.

Mann tradet am Laptop

Das wichtigste in Kürze

  1. Meist im Ausland ansässige Trading-Plattformen locken Anleger mit der Aussicht auf leicht verdientes Geld und große Gewinne.
  2. Den Einstieg in die Welt des Tradens erleichtert ein netter und hilfsbereiter „persönlicher Berater“.
  3. Wer kein Geld mehr einzahlen will oder kann, wird bedrängt und unter Druck gesetzt.
Stand: 11.06.2021

Der Einstieg in die Welt der schnellen Gewinne über Online-Trading erfolgt oft über Anzeigen in sozialen Netzwerken. Die Betrüger bauen über Chats und Telefonate eine persönliche Beziehung zu ihren Kunden auf. Betroffene berichten von so festen Bindungen, dass sie sich mit ihrem Berater sogar über Todesfälle in der Familie und ähnlich Intimes austauschten.

Anfangs noch unsicher beginnen die Neu-Anleger oft mit einer kleinen Einzahlung in Höhe von wenigen hundert Euro. In der Regel wird das Geld jedoch nicht selbst investiert, sondern von den sogenannten Beratern übernommen. Die Betroffenen haben also weder einen Einblick noch die Kontrolle darüber, was mit ihrer Investition passiert. Oft wird das Geld auch gar nicht angelegt, sondern verschwindet direkt in den Taschen der Betrüger.

Erfolge lassen die Vorsicht vergessen

Ist das erste Geld eingegangen, werden zunächst Gewinne vorgegaukelt. Die Betroffenen können ihr angeblich wachsendes Vermögen auf professionell aussehenden Online-Kontoauszügen bestaunen. Die anfänglichen Erfolge verleiten leider häufig dazu, sich auf weitere Investitionen einzulassen. Auch erste Verluste können diese Euphorie nicht nachhaltig bremsen – zumal seitens der Berater weitere Einzahlungen empfohlen werden, um vorübergehende Verluste wieder auszugleichen. Auf diese Weise haben Betroffene in einigen Fällen ihre gesamten Ersparnisse verloren und sogar Kredite aufgenommen.

Nichts für Jugendliche!

Auch Teenager geraten als Zielgruppe mehr und mehr ins Visier der Trading-Plattformen. Auf sozialen Känalen wie TikTok & Co. wird ihnen in bunten Bildern das Zocken schmackhaft gemacht. Dafür benötigen die Jugendlichen jedoch die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten. Wir raten Eltern dazu, diese zu verweigern.

Auszahlungen gibt es nicht

Die Stimmung kippt spätestens dann, wenn keine weiteren Investitionen mehr getätigt werden und der Geldstrom versiegt. Der nette und hilfsbereite Berater baut plötzlich Druck auf. Wer sein verbliebenes Geld retten und sich auszahlen lassen will, wird stattdessen erneut zur Kasse gebeten: etwa für angebliche Gewinnsteuern, Wechselkursgebühren, Liquiditätsnachweise oder Prämien für gewinnerhaltende Versicherungen. Eine Auszahlung erhält man praktisch nie. In anderen Fällen sind Berater einfach abgetaucht und waren nicht mehr zu erreichen.

Unseriöse Plattformen erkennen

Die Namen der angeblichen Trading-Plattformen ändern sich ständig. Neue Anbieter tauchen auf, alte verschwinden. Doch woran lassen sich Internetseiten von Betrügern grundsätzlich erkennen?

  • Ein Impressum ist nicht oder nur lückenhaft vorhanden. Zum Beispiel fehlt oft die Registrierungsnummer mit Angabe der jeweiligen Finanzaufsichtsbehörde.
  • Die angegebenen Adressen und Telefonnummern befinden sich im Ausland, zum Beispiel sind es Postfachadressen in der Karibik.
  • Auch die Konten der Anbieter liegen im Ausland. Das macht es fast unmöglich, eingezahltes Geld zurückzuerhalten.

Geschäftsmodell hohe Gebühren

Eine andere Masche unseriöser Trading-Plattformen basiert auf hohen Gebühren für den Handel mit CFDs (Contract for Difference), Bitcoins oder hochspekulativen Aktien. Die Berater raten zu „vielversprechenden“ Käufen und verlangen dann von ihren Kunden laufend Nachzahlungen, um Handlungsoptionen offen zu halten. Für jede Transaktion fallen hohe Gebühren an. Liegt das Guthaben auf dem Konto unter dem benötigten sogenannten Margin, droht der Verlust des gesamten Geldes.

Auch diese Plattformen sitzen im Ausland, zum Beispiel auf Zypern. Zwar gibt es auf Zypern eine Finanzaufsicht, dennoch ist eine juristische Auseinandersetzung mit einem im Ausland ansässigen Unternehmen ein sehr beschwerlicher Weg.

Unser Rat

Seien Sie skeptisch, wenn Anbieter große Gewinne in kurzer Zeit mit geringem Risiko versprechen. So eine Geldanlage gibt es nicht. Sie wollen Ihr Geld investieren oder fürs Alter vorsorgen? Unsere unabhängigen Expertinnen erarbeiten mit Ihnen eine auf Ihre Wünsche und Möglichkeiten abgestimmte Strategie.

Sie haben bereits Geld angelegt? Unser Online-Renditerechner zeigt, welche Auswirkungen die Verteilung zwischen Aktien und Festgeld auf den Ertrag Ihrer Geldanlage oder Ihres Sparplans haben kann.

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