Kandidat 1: Milka Schokolade von Mondelez
- Die Schokoladentafel der Marke Milka Alpenmilch wurde Anfang 2025 kleiner und gleichzeitig teurer: Die Füllmenge pro Tafel sank von 100 auf 90 Gramm, während der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro stieg – das entspricht einer Preiserhöhung von über 48 Prozent.
- Die reduzierte Füllmenge ist im Supermarkt kaum erkennbar, da die Verpackung nahezu unverändert geblieben ist.
- Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Hamburg täuscht die Aufmachung der Verpackung über den tatsächlichen Inhalt hinweg. Der Hersteller Mondelez wurde deshalb wegen Irreführung verklagt.
Weniger Inhalt zum höheren Preis
Die Schokoladentafel Alpenmilch der Marke Milka ist Anfang 2025 deutlich teurer geworden; der Preis stieg von 1,49 Euro auf 1,99 Euro. Kaum war der Schock verdaut, sickerte durch, dass zusätzlich die Füllmenge pro Tafel von 100 auf 90 Gramm schrumpft. Diese „doppelte Preiserhöhung“ entspricht einer Verteuerung von über 48 Prozent.
Neben der Sorte Alpenmilch waren mindestens acht weitere Sorten aus dem Standardsortiment von Shrinkflation ((100 → 90 Gramm) betroffen: Noisette, Trauben-Nuss, Zartherb, Kuhflecken, Weiße Schokolade, Haselnuss, Luflée sowie Ganze Haselnüsse (100 → 95 Gramm)
Wichtig: Die Verkaufspreise werden grundsätzlich vom Handel festgelegt. In welchem Umfang Hersteller oder Händler von der Preiserhöhung profitieren, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nachvollziehbar.
Schrumpfung nicht erkennbar
Die Reduzierung der Füllmenge ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Die Verpackung der Milka-Tafel ist nahezu gleich geblieben, lediglich die Dicke der Schokolade wurde um einen Millimeter reduziert.
Zwar gibt Mondelez die neue Füllmenge auf der Vorderseite der Verpackung an, doch diese Angabe wird im Supermarktregal häufig durch die Laschen der Transportkartons verdeckt. Ob das wohl Zufall ist? Ein klarer, unübersehbarer Hinweis auf die Mengenreduzierung fehlt. Für viele Kundinnen und Kunden entsteht so der Eindruck, es habe sich nichts geändert.
Mondelez verweist auf höhere Rohstoffkosten
Zur Begründung der Preiserhöhung verweist Mondelez auf gestiegene Rohstoffkosten, insbesondere beim Kakao. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen:
„So haben sich beispielsweise die Kakaopreise in den letzten zwölf Monaten fast verdreifacht und ein Rekordniveau erreicht. Auch andere Kosten, wie Energie, Verpackung und Transport, bleiben hoch.“
Aus unserer Sicht überzeugt diese Argumentation nicht. Große Konzerne wie Mondelez sichern ihren Bedarf an riesigen Kakaomengen durch langfristige Verträge ab. Darauf deutet auch der aktuelle Finanzbericht von Mondelez International hin. Darin ist von höheren Gewinnen durch „lower manufacturing costs“ (niedrigere Herstellungskosten) die Rede.
Erst später, am 28. Februar 2025, teilte das Unternehmen mit, dass im vierten Quartal 2024 ein Gewinnrückgang in Europa verzeichnet worden sei und für 2025 ein Rückgang des bereinigten Gewinns erwartet werde.
Klage gegen Milka
Wegen der aus unserer Sicht irreführenden Verpackung haben wir eine Klage gegen die Mondelez Deutschland GmbH eingereicht. Die Verhandlung vor dem Landgericht Bremen ist für das Jahr 2026 angesetzt.
Wir meinen: Wer über Jahre hinweg eine Milka-Tafel in gleichbleibender Verpackung kauft, darf erwarten, dass auch die Füllmenge unverändert bleibt. Wird weniger Inhalt verkauft, muss dies klar und deutlich kenntlich gemacht werden.
Ein vergleichbarer Fall wurde bereits 2024 zu Gunsten der Verbraucherinnen und Verbraucher entschieden. Damals musste der Hersteller Upfield die Verpackung seines Produkts Sanella anpassen, nachdem das Unternehmen die Füllmenge reduziert hatte, ohne ausreichend darauf hinzuweisen.
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