Achtung, Fake-Sendung vom Paketdienstleister DHL!

Ein Geburtstagsgeschenk hier, Sandalen für den Sommer dort und zwischendurch andere Dinge des täglichen Bedarfs – vieles bestellen wir wegen Corona nun im Internet. In den Hausfluren der Republik stapeln sich die Pakete der Online-Shops. Doch Achtung, einige Sendungs­verfolgungen vom Paketdienstleister sind ein Fake – und eine Abofalle!

Paketbote von DHL mit Zustellfahrzeug

Das Wichtigste in Kürze

  1. Aktuell kursieren vermehrt Fake-Nachrichten des Versanddienstleisters DHL. Verbraucher werden aufgefordert, über eine Website einen fälligen Betrag von zwei Euro zu bezahlen, damit ein Paket zugestellt werden kann. 
  2. Betrüger wollen auf diesem Wege persönliche Daten abfischen und Verbraucher in eine Abofalle locken.
  3. Die Verbraucherzentrale rät, Sendungsverfolgungen kritisch zu prüfen und insbesondere dann misstrauisch zu sein, wenn zur Zahlung offener Geldbeträge aufgefordert wird.
Stand: 17.04.2020

Die Geschäfte sind seit mehreren Wochen geschlossen und dürfen auch in nächster Zeit nicht öffnen. Viele Menschen bestellen Produkte daher online. Betrüger machen sich diesen Umstand zunutze und versuchen, mittels gefälschter Sendungsverfolgungen für Pakete persönliche Daten abzugreifen. Seien Sie auf der Hut, denn eine Abofalle gibt es noch obendrauf!

Uns haben in den letzten Tagen Hinweise von Ratsuchenden erreicht, die per E-Mail oder SMS vermeintliche Nachrichten von DHL erhalten haben. Zwei Euro sollten sie zahlen, damit der Paketdienstleister angeblich eine Sendung ausliefert. Doch Achtung, die Zustellung bestellter Ware ist nur Mittel zum Zweck. Tatsächlich sollen Sie Ihre persönlichen Daten preisgeben und für ein dubioses Abo zahlen.

Schritt für Schritt zur Abofalle

Wer auf den Link in SMS oder E-Mail klickt, gelangt auf eine Internetseite, die wie die offizielle Seite des Paketdienstleisters DHL daherkommt. Sogar ein aktueller Hinweis zur Corona-Pandemie ist eingebunden.

Die Suche nach der Sendungsnummer leitet weiter zum aktuellen Status einer vermeintlichen Lieferung. Deren Zustellung wurde gestoppt, weil ein Betrag von zwei Euro noch zu begleichen sei. Der Versand erfolge innerhalb von 24 Stunden ab Zahlungseingang.

Schließlich sollen persönliche Daten wie Name, Anschrift und E-Mail sowie in manchen Fällen Kreditkartendaten in Formularfelder eingetragen werden. In kleiner Schrift neben einer Häkchen-Box zu den Nutzungsbedingungen wird gleichzeitig darauf hingewiesen, dass beim Fortfahren des Prozesses nach einer fünftägigen Testperiode ein Abonnement von 69,95 Euro für einen unbekannten Dienst startet.

Gut zu wissen

In echten E-Mails von DHL beginnt der enthaltene Link zur Sendungsverfolgung immer mit der Adresse nolp.dhl.de/. Gefälschte E-Mails wie die aktuellen Sendungsverfolgungen verweisen aber auf andere Webadressen, die nur vorgeben, von DHL zu stammen. Auch fordert DHL grundsätzlich nicht zur Vorabzahlung von Waren auf.

Bekannter Trick, neue Welle

Auch wenn die Masche nicht neu ist, so werden die gefälschten Nachrichten und Mails zurzeit wegen der aktuellen Corona-Umstände anscheinend wieder häufig verschickt. Zwar können Sie über die imitierten DHL-Seiten kein wirksames Abo abschließen, weil nicht ersichtlich ist, um welchen Dienst es sich denn handelt und außerdem die Vorgaben der Button-Lösung nicht eingehalten werden, doch Ärger und Probleme kann es im Nachhinein trotzdem geben.

Wenn Sie Ihre persönlichen Daten in die vorgegebenen Formularfelder der Website eintragen und an die Betrüger übermitteln, müssen Sie damit rechnen, dass ein anderer sie auch nutzt. Im schlimmsten Fall buchen die Betrüger die Abobeiträge von Ihrem Kreditkartenkonto ab, oder Sie erhalten Wochen später Rechnungen und Inkassoforderungen für das angeblich abgeschlossene Abo.

Unser Rat

  • Überlegen Sie, ob Sie wirklich ein Paket bestellt haben und eine Sendung von DHL erwarten.
  • Werden Sie zur vorab Zahlung aufgefordert, löschen Sie die Mail. DHL fordert grundsätzlich nicht dazu auf, Waren im Vorfeld zu bezahlen.

  • Melden Sie die verdächtigen SMS oder Mails dem Kundenservice von DHL.

  • Öffnen Sie keine Links von unbekannten Absendern. Im schlimmsten Fall können diese Schäden auf Ihrem Smartphone oder PC anrichten. Gehen Sie vorsichtig mit Ihren Daten um. Geben Sie keine persönlichen Informationen über Internetseiten weiter, die Ihnen suspekt erscheinen.

  • Sollten Sie Opfer eines Betruges geworden sein, informieren Sie die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

  • Sind Sie versehentlich in die Abofalle getappt, bewahren Sie Ruhe. Haben Sie Ihre Kreditkartedaten angegeben, setzen Sie sich mit Ihrem Kreditkarteninstitut in Verbindung und stoppen Sie die Abbuchungen. Erhalten Sie Mahnbriefe, lassen Sie sich nicht einschüchtern. Erklären Sie schriftlich per Einwurf-Einschreiben, dass Sie keinen Vertrag geschlossen haben und widersprechen Sie der Forderung. Unser kostenloser Musterbrief hilft dabei.

Wenn Sie noch Fragen zum Thema haben, wenden Sie sich an unsere Mitarbeiter oder erfahren Sie mehr in unseren Artikeln „Abofalle im Internet – zahlen Sie nicht!“ und „Identitätsdiebstahl: Einkauf unter fremdem Namen“.

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